Bildungsstaatsrätin Katharina von Fintel: „Die Vereidigung am heutigen Tag ist nicht nur ein Verwaltungsakt, sondern ein Versprechen. Vielleicht haben Sie in letzter Zeit selbst erlebt, wie sich Gespräche verändern und plötzlich Dinge gesagt werden, die früher unaussprechlich schienen. Viele Menschen sind verunsichert, suchen Halt und landen manchmal bei denen, die einfache Antworten geben, weil sie mit komplexen Antworten überfordert sind. Diese Entwicklungen werden Ihnen begegnen, auf dem Pausenhof, in Elterngesprächen und vielleicht sogar im Lehrerzimmer. Genau da sind Sie gefragt. Als Menschen mit Haltung! Und mit dieser Haltung kommt Verantwortung, denn Lehrkräfte sind nie neutral gewesen. Neutral im Sinne von Parteipolitik – ja. Aber nicht neutral gegenüber Diskriminierung, Menschenfeindlichkeit oder Angriffen auf Demokratie und Rechtsstaat. Demokratiebildung ist keine zusätzliche Aufgabe nebenbei, sondern sie ist Bestandteil Ihres pädagogischen Auftrags. Genau das macht Schule zu einem so entscheidenden Ort. Deshalb, liebe neue Kolleginnen und Kollegen, appelliere ich an Sie: Zeigen Sie Haltung!“
Nicht nur die große Anzahl der neuen LiVs bot Anlass zur Freude, sondern auch die Anzahl der Bewerbungen, die im Vergleich zum Vorjahr noch einmal angestiegen ist. Während bundesweit der Lehrkräftemangel zum Teil dramatisch zunimmt, gab es in Hamburg trotz einer Steigerung der Ausbildungsplätze von ehemals 855 auf jetzt insgesamt 1.350 immer noch deutlich mehr als doppelt so viele Bewerbungen wie Ausbildungsplätze. Offensichtlich genießen die Stadt und Hamburgs Schulen nach wie vor bundesweit große Anerkennung. 938 junge Menschen hatten sich diesmal um einen der 393 Referendariatsplätze in der Hansestadt beworben, 43 mehr als beim Einstellungstermin ein Jahr zuvor (Februar 2025: 895 Bewerbungen). Die Einstellungsquote liegt aktuell bei rund 42 Prozent. Die neuen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst werden nun 18 Monate lang im Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung (LI) und in den Schulen ausgebildet.
Die Bewerbungen verteilen sich wie immer sehr unterschiedlich auf die einzelnen Lehrämter. Am begehrtesten waren wie schon in den Vorjahren die Plätze für den Vorbereitungsdienst zum Lehramt Sekundarstufe I und II. 441 junge Menschen hatten sich auf die 134 angebotenen Plätze beworben. Am zweithöchsten nachgefragt war das Lehramt an Grundschulen, hier gab es 180 Bewerbungen um die insgesamt 76 Plätze. Der Anteil an Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern ist im Vergleich zum Einstellungstermin im Vorjahr erneut gesunken. Während in anderen Bundesländern mangels Bewerbungen inzwischen zum Teil mehr als ein Drittel der Plätze mit Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern besetzt werden, waren es in Hamburg lediglich 3,4 Prozent aller Plätze (Februar 2025: 6,6 Prozent).
Das Durchschnittsalter der Nachwuchslehrkräfte liegt bei 29,5 Jahren, die älteste Person ist 54, die jüngsten sind 23 Jahre alt. Die weiblichen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sind klar in der Überzahl. Nur 24,3 Prozent aller neu eingestellten Nachwuchslehrkräfte sind männlich. Damit ist deren Anteil im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken: Im August 2025 waren es noch 31 Prozent männliche LiVs, in Februar 2025 28,9 Prozent. Mit 41,7 Prozent ist der Anteil an männlichen Lehrkräften im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an den Berufsschulen diesmal am höchsten, gefolgt vom Lehramt für die Sekundarstufen I und II mit 34,3 Prozent. An letzter Stelle liegt das Lehramt an Grundschulen mit nur 7,9 Prozent, oder positiv ausgedrückt: Die meisten weiblichen Nachwuchslehrkräfte findet man wie schon in den Vorjahren an Hamburgs Grundschulen (92,1 Prozent). Der Notendurchschnitt aus dem Studium liegt aktuell bei 1,66 (Februar 2025: 1,68). Am besten sind die Abschlusszensuren der neuen Referendarinnen und Referendare für das Lehramt für Sonderpädagogik mit Note 1,54.
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