Künstliche Intelligenz zur Krebserkennung, Beschleunigerforschung im Weltraum, Unterwassermüllroboter – das sind keine Projekte gestandener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern Ideen von Schülerinnen und Schülern aus Hamburg. Insgesamt 52 junge MINT-Talente sind mit 30 spannenden Forschungsprojekten beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ angetreten. Eine Besonderheit in diesem Jahr: Außer den Hamburger Schulen haben Schulklassen deutscher Schulen aus Istanbul, Buenos Aires und Zagreb teilgenommen. Jetzt stehen die zehn Siegerinnen und Sieger fest. Ende Mai werden die jungen Nachwuchsforschenden zum 61. Bundesfinale nach Herzogenaurach fahren. Gastgeber des Landeswettbewerbs war in diesem Jahr das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY.
Das Forschungszentrum richtet seit vielen Jahren Regionalwettbewerbe aus, in den Schülerlaboren in Hamburg und Zeuthen können Tausende Schülerinnen und Schüler jedes Jahr erleben, dass Naturwissenschaften alles andere als abstrakt oder langweilig sind. Der Wettbewerb passt gut zum Selbstverständnis des Unternehmens: Seit Jahrzehnten engagiert sich DESY, weltweit eines der größten Zentren für die Forschung an und mit Teilchenbeschleunigern, in der MINT-Förderung. „Dass das DESY in diesem Jahr Gastgeber des Wettbewerbs ist, unterstreicht in besonderer Weise die Bedeutung einer starken Verbindung von Schule, Forschung und Nachwuchsförderung“, betonte Bildungsstaatsrätin Katharina von Fintel bei der Preisverleihung. „Genau das brauchen wir, um Hamburg als lebendigen Wissenschaftsstandort weiter voranzubringen“, so von Fintel.
Das sind die prämierten Projekte aus Hamburg: Den Landessieg im Fachgebiet Biologie errangen Milena Zoe Iglesias Berestan (17), Bruno Osmar Reich (18) und Solana Sandleris (18) vom Colegio Pestalozzi in Buenos Aires. Die Jugendlichen untersuchten, wie blaues, weißes und warmes Bildschirmlicht Zellprozesse und den Schlafrhythmus beeinflussen - beispielsweise bei Fliegen. Chemie-Landessieger wurde Konstantin Coridaß (16) vom Schülerforschungszentrum Hamburg (SFZ), der die Möglichkeiten der Energiegewinnung mittels photokatalytischer Wasserspaltung erforschte. Ayşe Melike Acar (17) und Esra Erdem (17) vom Istanbul Erkek Lisesi siegten im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften, indem sie den aktiven Galaxiekern Blazars S5 0716+714 anhand von NASA-Beobachtungsdaten der letzten zehn Jahre analysierten.
Ebenfalls in Geo- und Raumwissenschaften erfolgreich war Jonas Kubelke (16) vom SFZ, der einen virtuellen Segeltrainer entwickelte. Ein faires Zuteilungsverfahren, das Schülerinnen und Schüler anhand ihrer Präferenzen auf begrenzte Kurse oder Projekte an Schulen verteilt, entwickelte Finian Markwardt von der Stadtteilschule Winterhude. Damit überzeugte der 18-Jährige die Jury im Fachgebiet Mathematik/Informatik. Mit dem Landessieg im Fachgebiet Physik wurde Eva Shi (17) vom SFZ ausgezeichnet. Sie entwickelte einen Prototyp zur elektromagnetischen Positionierung eines Permanentmagneten. Den Technik-Landessieg erhielt Jacob Utermöhlen (17) vom Gymnasium Hochrad. Der Jungforscher konstruierte einen intuitiv steuerbaren Roboterarm mit eigener Mechanik, Elektronik und Software, der sich in sechs Richtungen im Raum bewegen kann.
Die Preise des Landesfinales wurden in den Kategorien „Arbeitswelt“, „Biologie“, „Chemie“, „Geo- und Raumwissenschaften“, „Mathematik/Informatik“, „Physik“ und „Technik“ vergeben. Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 61. Bundesfinale vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und Schaeffler als Bundespatenunternehmen.