Naturschutz

Mehr Watt in der Stadt?

20. September 2016 Pressemitteilung

Die Umweltbehörde hat mit Ellerholz und Schweenssand zwei Gebiete an der Norder- und Süderelbe im Blick, die für eine ökologische Aufwertung mit Watt-Flächen, Schilfgürteln, Auwiesen und Flachwasserzonen in Frage kommen. Dazu müssten die vorhandenen Deiche dort zurückverlegt werden. Sie würden gleichzeitig höher und damit noch flutsicherer gebaut. Ob diese Maßnahmen umsetzbar sind und was diese kosten würden, soll jetzt eine Machbarkeitsstudie zeigen.

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft
Andreas Giesenberg

Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie erklärt dazu: „Die Tideelbe ist ein einzigartiger Lebensraum. Hamburg und die Nachbarbundesländer sind gehalten, das Ökosystem Fluss zu verbessern. Dafür können Deiche zurückverlegt und Uferzonen renaturiert werden. Ob dies an der Elbinsel umsetzbar und auch bezahlbar ist, wollen wir jetzt prüfen und mit den Menschen vor Ort besprechen. Sollten die Maßnahmen umgesetzt werden, wird die Deichsicherheit in allen Phasen und zu allen Zeiten – auch bei einer Sturmflut – gewährleistet sein. Die Deiche würden nachher sogar höher und sicherer sein als bislang.“

Die Umweltbehörde will sich über die Pläne eng abstimmen mit den zuständigen Bezirken und die Sielverbände, die Politik vor Ort und die Anwohnerinnen und Anwohner frühzeitig und fortlaufend informieren. Mit der Machbarkeitsstudie soll der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) beauftragt werden. Erste Ergebnisse sind im Frühjahr 2017 zu erwarten.

Flachwasserzonen beeinflussen den Sauerstoffhaushalt der Elbe positiv und dienen wegen der geringen Strömung auch als wichtige Laich- und Rückzugsgebiete für viele Fischarten. Daneben verbessern neue Watt-Flächen, Schilfgürtel, Wiesen und Auwälder den Zustand der Elbe und machen den Strom in unserer Stadt noch attraktiver.

Im Wilhelmsburger Osten im Bereich Ellerholz und an der Süderelbe im Bereich des Naturschutzgebietes Schweenssand gibt es zwei Gebiete, die sich grundsätzlich für eine Rückdeichung eignen könnten. In Ellerholz könnten durch eine Rückdeichung gut 20 Hektar, im Bereich Schweenssand bis zu 28 Hektar neue tidebeeinflusste Auen- und Flachwasserzonen entstehen. Diese könnten als Ausgleichmaßnahme gemäß Wasserrahmenrichtlinie dazu beitragen, den ökologischen Zustand des Flusses zu verbessern. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Deich-Rückverlegung ist die gerade im Bau befindliche Maßnahme Kreetsand in Wilhelmsburg (umfasst ca. 30 Hektar).

Hamburg ist durch die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verpflichtet, die Elbe in einen guten ökologischen Zustand zu überführen. Im Zuge des „Dialogforums Tideelbe“ und der Ästuarpartnerschaft hat sich Hamburg zu solchen Strombaumaßnahmen verpflichtet.

Wenn Hamburg eine konkrete Maßnahme prüft und umsetzt, erhöht das die Chancen, dass auch die Anrainerländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein weitere Schritte zur Renaturierung der Elbe umsetzen.

Mit dem Deicherhöhungsprogramm von 2012 hat sich der Senat verpflichtet, die insgesamt rund 103 Kilometer Deichlinie in Hamburg binnen 25 Jahren um mindestens 80 Zentimeter zu erhöhen. Bei den Maßnahmen in Ellerholz und Schweenssand würden zwei Ziele in einem Zug erreicht: höhere Deiche und eine naturnähere Flusslandschaft.


Rückfragen der Medien:

Behörde für Umwelt und Energie
Jan Dube | Pressestelle
Telefon: 040 428 40 – 8006
Mobil: 0176.42850 406
E-Mail: jan.dube@bue.hamburg.de

Download

Karte Schweenssand, Kreetsand, Ellerholz

JPG herunterladen [JPG, 3,3 MB]

Naturschutzgebiet Heuckenlock/Ellerholz (Foto: Andreas Giesenberg)

JPG herunterladen [JPG, 3,4 MB]

Tideelbe Kreetsand (Foto: Andreas Giesenberg)

JPG herunterladen [JPG, 886,1 KB]

Naturschutzgebiet Schweenssand (Foto: Andreas Giesenberg)

JPG herunterladen [JPG, 1,1 MB]

Zum Weiterlesen

Das Bild zeigt eine Baumkrone einer Eiche
BUKEA

Erfolgsbilanz Mehr als 230.000 Straßenbäume und 1.300 zusätzliche Altbäume für Hamburg

Die Straßenbaumbilanz für Hamburg fällt für das Jahr 2025 erneut positiv aus: Im dritten Jahr in Folge wurden in der Hansestadt mehr Bäume gepflanzt als gefällt. So wurde die beachtliche Zahl von über 230.000 Straßenbäumen in der gesamten Stadt überschritten.

16. Juli 2026 Pressemitteilung
Andreas Giesenberg

Leuchtturmprojekt für Natur- und Klimaschutz Hamburg renaturiert 34 Hektar Niedermoor in Neuland

Hamburg treibt den Schutz seiner Moore konsequent voran. Mit der erfolgreichen Wiedervernässung eines rund 34 Hektar großen Niedermoorstandorts in Neuland setzt die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) ein bedeutendes Projekt für den Natur- und Klimaschutz um.

13. Juli 2026 Pressemitteilung
drei Personen mit Fahrrädern lächeln in die Kamera
Klima-Bündnis

STADTRADELN 2026 Neuer Teilnahmerekord

Beim diesjährigen STADTRADELN vom 4. bis 24. Juni haben 20.091 Menschen teilgenommen. Das sind mehr Radelnde als je zuvor beim STADTRADELN in Hamburg.

09. Juli 2026 Pressemitteilung