Basierend auf einer extern beauftragten Energiebilanzschätzung hat die zuständige Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) gemeinsam mit dem Statistikamt Nord eine CO2-Schätzbilanz erstellt. Die für die Energiebilanz verwendete Methode basiert auf einem Hybrid-Ansatz aus bereits verfügbaren Daten und einem ökonometrischen Prognose-Modell, in dem Hamburg-spezifische Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Das Verfahren ist identisch mit dem seit vielen Jahren auf Bundesebene genutzten.
Der Senat führt im Rahmen der Nachsteuerung der Klimaziele 2030 (§ 6 Absatz 2 Hamburgischem Klimaschutzgesetz) aktuell eine Ursachenanalyse durch und prüft notwendige Rahmenbedingungen auf EU- und Bundesebene wie auch Initiativen auf Landesebene zur Erreichung dieser Ziele. Die Ergebnisse werden in der Senatskommission für Klimaschutz und Mobilitätswende beraten. Zudem erarbeitet der Senat derzeit Maßnahmen zur Erreichung der Hamburger Klimaziele 2040, die in die dritte Fortschreibung des Hamburger Klimaplans einfließen sollen. Dabei wird auch die Wirksamkeit der Bundesmaßnahmen auf die Hamburger Zielerreichung geprüft.
Ergebnis der Schätzbilanz
Der Zuwachs an CO2-Emisssionen begründet sich insbesondere durch kältere Temperaturen im Jahr 2025 gegenüber 2024. Dies hat zu einem Anstieg des Energieverbrauchs bei den Heizenergieträgern Fernwärme und Erdgas geführt. Darüber hinaus haben die leichte wirtschaftliche Erholung mit einer Erhöhung der Produktionsleistung sowie die zunehmende Elektrifizierung des Straßenverkehrs zu einer Zunahme des Stromverbrauchs geführt.
Der gestiegene Energieverbrauch konnte nur teilweise durch die fortschreitende Dekarbonisierung der Energieträger Strom und Fernwärme kompensiert werden. In der Schätzbilanz wurde eine Verbesserung der Emissionen des Bundesstrommixes von ca. 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angenommen. Die Dekarbonisierung des Stroms, die in der Verantwortung des Bundes liegt und eine Schlüsselrolle für die Erreichung der Klimaziele spielt, liegt deutlich unter der Entwicklung der vergangenen Jahre. Für die Hamburger Fernwärme hingegen wird eine deutliche Verbesserung der Emissionen angenommen. Sie begründet sich durch verstärkte Abwärmenutzung aus der Industrie, sowie aus der Müllverwertungsanlage Borsigstraße. Dies hat zu einer Verringerung der Kohlenutzung bei der Wärmeversorgung geführt und damit zu einer Verbesserung der Emissionen je kWh Wärme um ca. 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Die Schätzbilanz ist für uns eine wichtige neue Hilfe: Sie liefert uns aktuelle Daten und zeigt uns zugleich deutlich auf, dass wir beim Klimaschutz noch eine weite Strecke vor uns haben. Dass die Emissionen wieder steigen, ist ein Warnsignal – aber für uns kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Ganz im Gegenteil: Wir gehen unseren Hamburger Weg zur Klimaneutralität entschlossen weiter. Die großen Hebel für den Klimaschutz in Hamburg folgen mit der verstärkten Elektrifizierung im Verkehrsbereich sowie mit der Dekarbonisierung der Energieversorgung und dem Ausstieg aus der Kohle bis 2030 erst noch. Klar ist aber auch: Wir brauchen für unsere Klimaziele endlich wieder verlässlichen Rückenwind aus Berlin. Dass die Bundesregierung die Menschen in zentralen Klimafragen verunsichert und mühsam Erreichtes wieder zurückdreht, bremst uns alle aus. Es braucht im Bund jetzt dringend ein Umdenken und wirksame klimapolitische Maßnahmen anstatt Blockaden für die Bundesländer.“
Hintergrund
Die CO2-Emissionen werden nach der amtlichen Methodik des Statistikamts für Hamburg und Schleswig-Holstein erhoben und liegen als vorläufige Bilanz ca. 15 Monate nach Ende des Bilanzjahres vor. Um frühzeitiger Auskunft zur Entwicklung der CO2-Emissionen geben zu können, wurde eine Schätzbilanz entwickelt.
Für die Schätzbilanz wird analog zur Methodik bei der Erstellung der Verursacherbilanz eine Energiebilanz der eingesetzten und verbrauchten Energieträger nach der Methodik des Länderarbeitskreises Energiebilanzen (LAK) erstellt. Da zum Zeitpunkt der Erstellung noch nicht alle erforderlichen Daten vorliegen, müssen für einen Teil der Daten Schätzungen vorgenommen werden.
Die Schätzbilanz dient zur Überprüfung der neuen gesetzlichen Jahresemissionsgesamtmengen, die erstmalig für das Jahr 2026 wirksam werden. Aus der heute beschlossenen Schätzbilanz für das Jahr 2025 ergeben sich noch keine unmittelbaren Rechtsfolgen.
Mehr Informationen zur Schätzbilanz finden Sie unter: www.hamburg.de/go/1187704
Rückfragen der Medien
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)
Alexander Fricke | Pressesprecher
Telefon: 040 42840 8006
E-Mail: pressestelle@bukea.hamburg.de
Statistikamt Nord
Christian Böse
Telefon: 040 42831 1750
E-Mail: pressestelle@statistik-nord.de