Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Intakte Moore sind hocheffiziente Kohlenstoffspeicher und damit unverzichtbare Partner in unserem Kampf gegen die Klimakrise. Mit der Wiedervernässung in Neuland stoppen wir die Zersetzung des Torfkörpers und binden Treibhausgase langfristig im Boden. Gleichzeitig holen wir bedrohte Arten wie den Kiebitz und den Moorfrosch in ihren angestammten Lebensraum zurück. Wir füllen den ‚Vertrag für Hamburgs Grün‘ konkret mit Leben: Wir überprüfen bestehende Ausgleichsmaßnahmen systematisch und steuern dort nach, wo optimiert werden muss. Das Vorhaben in Neuland ist damit eine wichtige Blaupause für unsere neue Hamburger Moorschutzstrategie.“
Umfassende hydrologische Sanierung stoppt den Wasserverlust
Die Moore in den Gemarkungen Gut Moor und Neuland am Fuß des Harburger Geestrands wurden über Jahrhunderte durch ein dichtes Grabensystem entwässert, um eine landwirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen. Erste in den Jahren 2005 und 2006 umgesetzte Ausgleichsmaßnahmen zeigten im Zuge eines späteren Monitorings Defizite: Das Wasser versickerte unkontrolliert in Richtung des benachbarten Baggersees, wodurch die angestrebte Moorentwicklung ausblieb.
Im Rahmen des Hamburger Programms zur Nachsteuerung von Naturschutzmaßnahmen wurde die Wasserführung von 2024 bis 2026 grundlegend neugestaltet. Um das Versickern dauerhaft zu verhindern, wurde eine rund 700 Meter lange und bis zu vier Meter tiefe Kunststoff-Spundwand eingebracht, die den Moorkörper zum Baggersee hin abdichtet. Das technische Herzstück bildet eine hocheffiziente Elektro-Schraubenpumpe, die Wasser kontrolliert in die Flächen fördert.
Während im Zentrum rund 17 Hektar Moorflächen ganzjährig bis an die Geländeoberfläche angestaut werden, ermöglicht an den westlichen Randbereichen eine flexible Wasserstandsregulierung die Entwicklung von artenreichem Feuchtgrünland, ohne die dortige landwirtschaftliche Nutzung grundsätzlich auszuschließen.
Erste sichtbare Erfolge für den Artenschutz im Hamburger Süden
Wenige Monate nach Inbetriebnahme der Anlage zeigen sich bereits deutliche Erfolge für die Biodiversität. Zuvor dominierende Brennnesselbestände gehen zurück und machen einer vielfältigen Moorlandschaft mit offenen Wasserflächen, Röhrichten und Feuchtvegetation Platz. Davon profitieren zahlreiche Tierarten: Kiebitz und Rotschenkel brüten wieder auf den benachbarten Wiesen, während seltene Arten wie Rohrschwirl und Feldschwirl die neu entstandenen Röhrichte als Lebensraum angenommen haben.
Die in Neuland gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die derzeit in Erarbeitung befindliche Hamburger Moorschutzstrategie ein. Insgesamt verfügt die Hansestadt noch über rund 2.350 Hektar organische Böden, die grundsätzlich für eine Wiedervernässung geeignet sind. Ziel der BUKEA ist es, diese Potenziale schrittweise zu nutzen und entwässerte Moore langfristig wieder als Kohlenstoffsenken und artenreiche Lebensräume zu entwickeln.
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Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)
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