Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „In der Hamburger Agrarwirtschaft gibt es riesige Potenziale für die Energiewende. Mit unserer Photovoltaikstrategie haben wir das klare Ziel verankert, den Ausbau von Solarstrom in unserer Stadt so einfach wie möglich zu machen. Das wegweisende Pilotprojekt zeigt eindrucksvoll, wie das in der Praxis aussieht. Allein in Hamburg gibt es rund 160 Hektar Gewächshausfläche – mit dem Schnittblumenbetrieb ‚Knobi-Blumen‘ als starkem Innovator voran prüfen wir jetzt dieses enorme Potenzial und bringen saubere Energie direkt zu unseren traditionellen Familienbetrieben, die sich so noch klimafreundlicher aufstellen können. Dieses wichtige Projekt ist beim Fraunhofer-Institut in den allerbesten Händen und ich bin extrem gespannt auf die weitere Entwicklung und die Ergebnisse in den kommenden Jahren.“
Karim Fahmy, Projektleiter beim Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE): „Der Standort Hamburg hebt sich mit seiner urbanen Agrarwirtschaft deutlich von ländlichen Flächenländern ab. Unser Forschungsprojekt wird maßgebliche Impulse für die Transformation der Hamburger Agrarstruktur liefern. Es unterstützt direkt die nachhaltige Gestaltung der landwirtschaftlichen Produktion und trägt zur Erhaltung und Stärkung der Agrarstruktur in Hamburg bei. “
Gerrit Knoblauch, Inhaber von „Knobi-Blumen“ und Präsident des Landesverbandes Hamburg im Wirtschaftsverband Gartenbau Norddeutschland e. V.: „Die Integration von PV-Technologien in unsere Gewächshäuser ist der Schlüssel, um die regionale Produktion von Schnittblumen zukunftsgerichtet und klimaneutral aufzustellen. So sichern wir die Versorgung des Hamburger Marktes mit frischer, regionaler Ware und zeigen vor allem jungen Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern eine echte wirtschaftliche Perspektive auf.“
Die Ursache der Initiative
Pflanzenproduktion im geschützten Anbau erfordert eine Wärmeversorgung, die ökonomisch und zugleich ökologisch betrieben wird. Für die Familienbetriebe am Standort Hamburg bedeutet dies, dass Lösungen entwickelt werden müssen, die effizient zur Klimaneutralität der Stadt beitragen. Basis hierfür sind der 2025 initiierte Transformationsprozess „Zukunft Agrar+ 2045“ sowie die „Photovoltaikstrategie für Hamburg“.
Der Ablauf des Forschungsvorhabens
Seit Januar 2026 unterstützt das Fraunhofer ISE das interdisziplinäre Forschungsvorhaben „PV-GreenHHouse – Integration von PV in Gewächshäuser der Hansestadt Hamburg“. Untersucht wird in den kommenden drei Jahren, inwieweit Photovoltaik in Bestandsgewächshäuser integriert werden kann. Unter der Leitung des Fraunhofer ISE arbeiten hierbei die Hochschule Geisenheim University (HGU), das Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau e. V. (ZBG) der Universität Hohenheim sowie die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) zusammen. Die Landwirtschaftskammer Hamburg begleitet das Projekt als assoziierter Partner. Der Schnittblumenbetrieb Knobi-Blumen wird für die Laufzeit zum aktiven Reallabor.
Ausblick und Transformation
Das dreijährige Forschungsvorhaben soll eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für Betriebe und Beratung schaffen. Ziel ist es, den urbanen Gartenbau voranzubringen und neue, innovative Ansätze zur Steigerung der Effizienz hin zu erneuerbaren Energien zu entwickeln, um die Agrarstruktur in Hamburg dauerhaft zu stärken. Die Umweltbehörde wird die Öffentlichkeit weiterhin regelmäßig über den Fortschritt der Maßnahmen informieren.
Rückfragen der Medien
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)
Philipp Wenzel | Pressesprecher
Telefon: 040 42840 8006
E-Mail: pressestelle@bukea.hamburg.de