Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Die vergangenen Monate haben uns eindrücklich vor Augen geführt, wie sehr der Klimawandel auch Hamburg betrifft. Hitze, Dürre und Starkregen sind keine abstrakten Phänomene, sondern Teil unseres Alltags. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, Hamburg widerstandsfähig zu machen – durch Information, Vorsorge und gezielte Maßnahmen. Mit der Kampagne ‚Werde wetterwach!‘, dem Meldeportal ‚Trockener Bach‘ und vielen weiteren Initiativen unterstützen wir die Hamburgerinnen und Hamburger dabei, sich und andere zu schützen und unsere Stadt zukunftsfest zu machen.“
Neue Rekorde: Hitze und eine frühe Tropennacht in Hamburg
Vor allem die Hitzeperiode Ende Juni war beispielhaft dafür, was mit dem Klimawandel noch weiter auf Hamburg zukommt und vor welchen Herausforderungen Hamburg steht. Nachdem das Thermometer am 26. Juni schon auf 35°C kletterte, ist die Temperatur in der Nacht zum 27. Juni nicht unter 23,3°C gesunken. Am 27. Juni wurde tagsüber der Hitzerekord für die DWD-Wetterstation am Flughafen mit 39,1°C eingestellt, damit war es zudem der allererste Tag in Hamburg mit einer Durchschnittstemperatur über 30°C. An der DWD-Messstation in Neuwiedenthal lag die Höchsttemperatur noch mal 0,3°C höher, mit 39,4°C, wohlgemerkt im Schatten. Auch im weiteren Sommerverlauf gab es immer wiederkehrende Extreme mit einer hohen Wärmebelastung. Insgesamt gab es an der Messstation am Flughafen in diesem Sommer elf Tage mit einer Höchsttemperatur über 30°C, drei Tropennächte und drei Tage mit einer Höchsttemperatur über 35°C, ebenfalls ein Rekord.
Schon jetzt kommen Wetterextreme in der Statistik viel häufiger vor. Im Schnitt hat sich die Anzahl der Tage mit einer Höchsttemperatur über 30°C schon mehr als verdoppelt, die Anzahl der Tropennächte hat sich sogar mehr als vervierfacht. Auch bei der Durchschnittstemperatur zeigt sich der steigende Trend deutlich. Der Hamburger Sommer 2026 gehört zu den wärmsten Sommern seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der Juni war sogar der viertwärmste.
Niedrige Pegelstände: Belastung für Fließgewässer und Grundwasser
Im Verlauf des Sommers kam es an vielen Hamburger Fließgewässern zu niedrigen Wasserständen, insbesondere in den Oberläufen kleinerer Bäche und Nebengewässer. Die Analyse ausgewählter Pegeldaten zeigt, dass die Niedrigwasserstände im Sommer 2026 an Alster, Bille und Wandse mit den Niedrigwasserphasen der Jahre 2018 bis 2020 vergleichbar sind.
Zu besseren Erfassung niedriger Wasserstände setzt Hamburg neben den amtlichen Messdaten auch auf die Beteiligung der Bevölkerung: Über das Meldeportal „Trockener Bach“ (trockener-bach.beteiligung.hamburg) können online Hinweise zum Zustand der Hamburger Gewässer gegeben werden – etwa, ob ein Bach trockengefallen ist oder nur noch eine geringe Wasserführung aufweist. Die Meldungen ermöglichen es, lokale Problembereiche frühzeitig zu identifizieren und stellen eine wertvolle Ergänzung zu den amtlichen Daten dar.
Auch die oberflächennahen Grundwasservorkommen im Hamburger Stadtgebiet sind betroffen: An einigen Grundwassermessstellen ist ein Absinken der Grundwasserstände bereits deutlich zu erkennen, während sich an anderen die Auswirkungen erst zeitverzögert zeigen werden. Ob sich die Situation für das Grundwasser wieder entspannt, hängt maßgeblich von den Niederschlägen im kommenden Herbst und Winter ab.
„Werde wetterwach!“: Informationen und Praxistipps für alle
Rund 90 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger haben in den vergangenen fünf Jahren Extremwetterereignisse wie Hitze, Sturm oder Starkregen bewusst erlebt. Dennoch fühlen sich nur 37 Prozent persönlich gut auf solche Situationen vorbereitet, wie eine repräsentative Umfrage der Innofact AG im Auftrag der Stadt Hamburg zeigt. Die Stadt setzt dort an und informiert mit der Kampagne „Werde wetterwach!“ wie sich die Hamburgerinnen und Hamburger vor Hitzewellen und anderen Extremwettern schützen können. Auf www.extremwetter.hamburg stehen praktische Tipps im Videoformat bereit. So schildert ein Bautechniker über die Vorsorge auf Baustellen, eine Allgemeinärztin erläutert die besondere Gefahr von Hitze für ältere und pflegebedürftige Menschen und rät zu längeren Pausen und regelmäßigem Trinken. Expertinnen und Experten geben Tipps, etwa zum richtigen Sonnenschutz am Gebäude oder zur optimalen Lüftung der Wohnung.
Maßnahmen für eine widerstandsfähige Stadt
Neben der Informationskampagne setzt Hamburg auf eine Vielzahl von Maßnahmen, um die Folgen von Extremwetter abzumildern. Dazu zählen die Förderung blau-grüner Infrastruktur, die Pflanzung neuer Bäume, Dach- und Fassadenbegrünung sowie eine zukunftsfähige Regenwasserbewirtschaftung. Ziel ist es, die Stadt widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu machen.
Rückfragen der Medien
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)
Alexander Fricke | Pressesprecher
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