Vor der Lotsenstation Seemannshöft liegt die Messstation auf einem Ponton am südlichen Elbufer unterhalb des Hamburger Hafens. Sie ermöglicht die Erfassung des Einflusses der Einleitungen aus dem Ballungsraum Hamburg und wurde bereits 1967 in Betrieb genommen. Wegen erheblichen Schimmelbefalls und allgemeiner Baufälligkeit musste die Station Ende April 2024 stillgelegt werden. An den anderen acht Stationen des Wassergütemessnetzes wurde das Monitoring regelhaft fortgeführt.
Seit dem 29. April nimmt das Institut für Hygiene und Umwelt im Auftrag der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) wieder Daten über die Wasserqualität am Standort Seemannshöft auf: Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Trübung, Leitfähigkeit und Wassertemperatur. Neben diesen physikalischen und chemischen Parametern werden zukünftig auch wieder Nährstoffparameter und die UV-Absorption erfasst. Geplant sind zudem der Einbau eines Sedimentationsbeckens sowie eines biologischen Frühwarnsystems, bestehend aus einem Algentest und einem Daphnientoximeter. Auch ein automatischer Probenehmer wird wieder installiert.
Kontinuierliche Überwachung für ein genaues Bild
Die Messungen an den insgesamt neun Stationen des Hamburger Wassergütemessnetzes liefern wichtige Informationen über den ökologischen und chemischen Zustand der Elbe und den Nebengewässern Alster, Bille, Wandse, Ammersbek und Tarpenbek. Das kontinuierliche Monitoring ermöglicht Rückschlüsse auf Veränderungen der Wasserqualität sowie auf natürliche und menschliche Einflüsse.
Hintergrund: Grundparameter zur Beobachtung der Wasserqualität
Der Sauerstoffgehalt ist eine grundlegende Voraussetzung für das Leben im Wasser. Zu niedrige Sauerstoffwerte können Fische und andere Wasserlebewesen gefährden. Die kontinuierliche Überwachung ist deshalb wichtig, um kritische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Darüber hinaus spielen die Messdaten auch für den Hafenbetrieb eine wichtige Rolle, da bestimmte Unterhaltungs- und Baggerarbeiten nur bei ausreichenden Sauerstoffwerten durchgeführt werden dürfen.
Die Trübung des Wassers gibt Hinweise auf Sedimentbewegungen und mögliche Schadstoffeinträge. Veränderungen der Trübung können beispielsweise auf erhöhte Schwebstoff-Frachten oder auf Einträge durch Hochwasser, Bauarbeiten oder andere äußere Einflüsse hinweisen.
Auch die Leitfähigkeit liefert wichtige Erkenntnisse über die Wasserqualität. Sie verändert sich unter anderem durch den Eintrag gelöster Stoffe und kann deshalb Hinweise auf Schadstoffeinträge geben. Gleichzeitig hilft sie dabei, natürliche Prozesse in der Tideelbe besser zu verstehen – etwa die Ausbreitung von salzhaltigerem Wasser aus stromabwärts gelegenen Bereichen bis in das Hamburger Hafengebiet.
Der pH-Wert ermöglicht Rückschlüsse auf biologische und chemische Prozesse im Gewässer. Er kann Hinweise auf Algenwachstum und Photosynthese-Aktivitäten geben, aber auch auf bestimmte Formen der Gewässerverschmutzung.
Die Wassertemperatur ist ein wichtiger Faktor für nahezu alle biologischen und chemischen Abläufe im Wasser. Höhere Temperaturen beschleunigen beispielsweise bakterielle Abbauprozesse organischer Stoffe, die wiederum Sauerstoff verbrauchen. Langfristige Messreihen ermöglichen außerdem Aussagen über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Elbe. Darüber hinaus ist die Temperaturüberwachung wichtig, um die Einleitung von Kühlwasser aus Industriebetrieben kontrollieren und regulieren zu können.
Weitere Informationen: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/hu/umweltuntersuchungen/wasseruntersuchungen/wasserguetemessnetz
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