Der Grundgedanke von Sustainable Finance: Für klimafreundliche Geschäftsmodelle entstehen Finanzierungsvorteile, während fossile Risiken die Kapitalkosten spürbar erhöhen. Hamburg setzt diesen Hebel konsequent an, etwa über nachhaltige Finanzierungsinstrumente des Haushalts und der öffentlichen Unternehmen, und will privates Kapital noch stärker für die Dekarbonisierung mobilisieren.
Ein Beispiel für nachhaltige Finanzierungsmöglichkeiten der öffentlichen Hand ist ein Green Bond. Dabei handelt es sich um eine festverzinsliche, börsennotierte Landesschatzanweisung, die sich primär an institutionelle Investoren richtet, aber auch von Privatanlegern über ihre Hausbank erworben werden kann. Der erste konzernweite Green Bond der FHH soll, abhängig von Finanzierungsbedarf und Kapitalmarktlage, zwischen dem vierten Quartal 2026 und dem ersten Halbjahr 2027 begeben werden. Green Bonds dienen der Finanzierung ausschließlich ökologisch nachhaltiger Projekte im Konzern FHH, wie z. B. Klimaschutzmaßnahmen oder nachhaltige Infrastrukturvorhaben.
Der Hamburger Summit findet in bewährter Kooperation mit der Finanzmetropole Frankfurt statt, wo wenige Tage zuvor der 10. Sustainable Finance Gipfel tagt. Unter dem Hamburger Motto „Transformationsfinanzierung für ein zukunftsfähiges Hamburg“ laden die Finance City Hamburg (FCH), die UmweltPartnerschaft Hamburg (UPHH) und die Sustainable Finance Research Group (SFRG) der Universität Hamburg ein. Als Keynote-Speaker werden unter anderem Rupert Schaefer (BafFin) und Jürgen Kern (KfW Bank) erwartet.
Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Die Klimatransformation ist eine gewaltige Aufgabe und sie braucht enorme Investitionen. Klar ist: Öffentliche Gelder allein werden dafür nicht ausreichen. Wir müssen privates Kapital gezielt dorthin lenken, wo Zukunft entsteht: in erneuerbare Energien, moderne Wärmenetze und saubere Technologien. Genau hier setzt Sustainable Finance an. Investoren und Banken schauen längst genau hin, wo fossile Risiken steigen und wo echte Zukunftschancen liegen. Hamburg geht hier voran und beweist, etwa mit dem grünen Schuldscheindarlehen der Hamburger Energiewerke, wie nachhaltige Finanzierung in der Praxis funktioniert. Auf dem 3. Sustainable Finance Summit bringen wir Wirtschaft, Finanzen und Wissenschaft an einen Tisch, um neue Hebel für unsere Stadt in Bewegung zu setzen. Hamburg zeigt: Klimaschutz und ein starker Wirtschaftsstandort gehören untrennbar zusammen.“
Dr. Andreas Dressel, Senator für Finanzen und Bezirke: „Sustainable Finance ist nicht over, sondern aktueller denn je. Wir wollen in Hamburg zeigen, dass nachhaltige Finanzierungen funktionieren. Deshalb ist das ein Schwerpunkt bei der Novellierung des Masterplans Hamburger Finanzwirtschaft. Durch die Bündelung von Expertenwissen von Finanzmarktakteuren, der Realwirtschaft, der Wissenschaft und dem öffentlichen Sektor haben wir beste Voraussetzungen, Hamburg als Zentrum für Sustainable Finance weiter auszubauen. Und wir sind bereits aktiv: Wir stehen kurz davor, unseren ersten Green Bond der Freien und Hansestadt Hamburg zu begeben. Die vertrauensvolle Verzahnung zwischen den Finanzstandorten Frankfurt und Hamburg zeigt zudem wieder einmal, wie wichtig es ist, bei transformatorischen Herausforderungen die Kräfte zu bündeln.“
Prof. Dr. Timo Busch, Professor für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und Mitglied der Sustainable Finance Research Group der Universität Hamburg: „Mit der Sustainable Finance Research Group an der Universität Hamburg haben wir in Deutschland, wenn nicht sogar EU-weit, die größte Forschungseinrichtung im Themenfeld Sustainable Finance aufgebaut und etabliert. Das zeigt sich auch in Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen im Rahmen der Wissenschaftsplattform Sustainable Finance. ESG, Impact und Finanzperformance: Hamburg hat ein riesiges Potential, was das Themenfeld nachhaltige Finanzen angeht. Dies betrifft die Akteure aus Finanzwirtschaft und Politik, insbesondere aber auch gerade uns aus der Wissenschaft. Mit dem Hamburger Sustainable Finance Summit vereinigen wir unsere Kräfte und heben dieses Potential durch eine intensive und interaktive Vernetzung.“
Matthias Hübner, Geschäftsführer des Sustainable Finance Cluster e. V. in Frankfurt: „Wir freuen uns, die bewährte Kooperation mit den Veranstaltern des 3. Sustainable Finance Summit in Hamburg auch in diesem Jahr fortzusetzen. Mit unserem 10. Sustainable Finance Gipfel am 01./02. Oktober 2026 in Frankfurt und dem Hamburger Sustainable Finance Summit am 05. Oktober 2026 bietet sich Interessierten aus Finanzwirtschaft, Unternehmen und Wissenschaft ein breites Angebot an fachlichen Themen rund um Sustainable Finance. Die zunehmend engere Vernetzung relevanter Akteure zu nachhaltiger Finanzierung hat geholfen, das Thema inhaltlich weiterzuentwickeln und auch greifbarer zu machen in Form von belastbaren Business Cases. Dieses Momentum sollten wir gemeinsam nutzen und weiter stärken – die beiden Gipfelveranstaltungen im Oktober bieten die perfekte Bühne dafür!“
Alle Informationen zum 3. Hamburger Sustainable Finance Summit finden sich hier. Eine Anmeldung ist über den folgenden Link möglich: 3. Sustainable Finance Summit Hamburg.
Hintergrund
Mit dem EU-Aktionsplan „Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ als Teil des Green Deal wurden weitreichende Regulierungen für Unternehmen auf den Weg gebracht. Finanzströme sollen durch mehr Transparenz, Standardisierung und eingepreiste Risiken so gelenkt werden, dass immer mehr grüne Projekte ohne Fördergelder auskommen und die Transformation der Wirtschaft über Kapitalmarkt und Wettbewerb finanziert wird.
Die UmweltPartnerschaft Hamburg (UPHH) ist ein Bündnis von Umweltbehörde, Handelskammer, Handwerkskammer, Industrieverband und Hafenverband mit gut 1.800 umweltengagierten Unternehmen aus der Hansestadt. Im aktuellen Arbeitsprogramm wird das Thema Sustainable Finance als ein Themenschwerpunkt gesetzt, um Hamburger Unternehmen beratend und vernetzend zur Seite zu stehen.
Die FCH Finance City Hamburg GmbH ist eine Public-Private-Partnership von Finanzbehörde Hamburg, der Handelskammer Hamburg und dem Finanzplatz Hamburg e. V. mit dem Ziel, den Finanzstandort Hamburg zu stärken, die Zukunft der Finanzwirtschaft am Standort innovativ zu gestalten und Hamburg so im anspruchsvollen Wettbewerb leistungsstark und zukunftsfähig zu positionieren.
Die Sustainable Finance Research Group an der Universität Hamburg beleuchtet die Rolle des Finanz- und Investmentmarktes für ein nachhaltiges Wirtschaften – unter Berücksichtigung der Kriterien Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung (Environmental, Social, Governance – ESG).
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