Mit grünem Wasserstoff zur klimaneutralen Produktion

Umweltsenatorin Fegebank überreicht Förderung an tesa

30. März 2026 Pressemitteilung

Ein starkes Signal für den Industriestandort Hamburg: tesa, internationaler Hersteller innovativer Klebebänder und selbst-klebender Produktlösungen, erhält bis 2027 Anschluss an das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz HH-WIN. Heute hat Umweltsenatorin und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank im tesa Werk Hamburg eine Förderzusage der Stadt in Höhe von 950.000 Euro übergeben. Damit wird tesa Teile seiner Produktionsanlagen auf Wasserstoff umrüsten und den Anschluss an das Wasserstoff-Industrie-Netz realisieren. Die Hamburger Energienetze werden über HH-WIN bereits 2027 die Versorgung des Werks mit dem klimaneutralen Energieträger sicherstellen.

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft
    • Sie lesen den Originaltext

Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie „we do" arbeitet tesa daran, bis 2030 klimaneutral zu produzieren. Am Hamburger Werk, dem größten Produktionsstandort, wird die energieintensive Klebebandproduktion durch ein ausgezeichnetes Transformationskonzept klimaneutral, das auf vier Säulen basiert: grüner Wasserstoff, Elektrifizierung von Prozessdampf mit Wärmespeichern, KI-gestützte Steuerung sowie kontinuierliche Effizienzsteigerung.

Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Ich freue mich richtig, dass tesa als echtes Hamburger Traditionsunternehmen diesen konsequenten Schritt geht und zeigt, wie der Umstieg auf grünen Wasserstoff in der Praxis gelingt. Mit unserer Förderung ebnen wir den Weg für eine klimaneutrale Produktion und geben dem Standort genau den Rückhalt, den er für diese gewaltige Transformation braucht. Es ist Ziel dieses Senats, dass Hamburg als führender Wasserstoff-Hub in Europa vorangeht und beweist, dass ökologische Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg zwei Seiten derselben Medaille sind. Dass ein Global Player wie tesa sein Bekenntnis zum Standort Hamburg so klar mit unseren Klimazielen verknüpft, ist ein großartiges Signal und gibt uns massiven Rückenwind für den weiteren Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.“

Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation: „Die Dekarbonisierung von industriellen Prozessen ist eine der wichtigsten Aufgaben von Politik und Wirtschaft, um die Klimaziele zu erreichen. tesa macht am Standort Hausbruch vor, wie dies gelingen kann. Eine funktionierende Wasserstoffwirtschaft funktioniert, wenn alle gemeinsam eng zusammenarbeiten. Hamburg hat schon früh das Potenzial von nachhaltigem Wasserstoff erkannt und bringt den Anschluss von industriellen Verbrauchern an das Leitungsnetz voran – nicht nur in der Planung, sondern ganz konkret. Das ist ein wirksames Angebot an die Industrie. So bleibt der Standort zukunftsfähig und die Arbeitsplätze sicher.“

Dr. Kourosh Bahrami, tesa CEO: „Die Transformation zur klimaneutralen Produktion ist für tesa zugleich eine Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Geschäfts. Wer innovative Klebelösungen in gleichbleibend hoher Qualität liefern will, braucht eine sichere, planbare und zunehmend klimaneutrale Energieversorgung. Der Anschluss an HH WIN und die Umrüstung unserer Anlagen sind deshalb ein entscheidender Schritt: Wir reduzieren Emissionen, stärken unsere Resilienz und schaffen die Grundlage, um unsere Kunden weltweit noch zuverlässiger bei ihren eigenen Nachhaltigkeitszielen zu unterstützen.“

Dr. Ingrid Sebald, tesa CTO: „Klimaneutrale Produktion ist für uns kein Fernziel, sondern etwas, das wir im laufenden Betrieb aktiv vorantreiben. Die Förderung und der Anschluss an HH WIN sind wichtige Bausteine, um die Transformation am Standort Hamburg zu beschleunigen. Sie geben uns die nötige Planungssicherheit, stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit und festigen die industrielle Basis hier vor Ort. Wir brauchen Energiesicherheit. Das bedeutet weniger Abhängigkeit von Gasimporten und mehr Schutz vor künftig steigenden CO₂-Preisen. Mit diesen Investitionen bekräftigen wir unser Bekenntnis zur Zukunftssicherung des Standorts in Hamburg. Die konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Stadt Hamburg, der Umweltbehörde und den Hamburger Energienetzen zeigt, wie gemeinsame Anstrengungen den Weg in eine klimaneutrale Zukunft ebnen können."

Dr. Peter Wolffram, Geschäftsführer des Ressorts Unternehmen und Kunde der Hamburger Energienetze: „Hamburg wird einer der ersten großen Industriestandorte werden, an dem bereits 2027 eine großflächige Wasserstoffversorgung bereitsteht. Mit dem Planungsauftrag für die Wasserstoff-Anschlussanlagen im Jahr 2024 und nun dem Auftrag zum Bau ist tesa für uns ein wichtiger und weitsichtiger Kunde mit globaler Ausstrahlung. Denn gemeinsam mit der Stadt und der Umweltbehörde wollen wir hier durch den Bau des Wasserstoff-Industrie-Netzes HH-WIN Standortbedingungen schaffen, die Anreize und Perspektiven für eine klimaneutrale Produktion geben. Dank des Förderprogramms der IFB können wir jetzt gemeinsam mit tesa die Anschlussanlage bauen und zeigen, wie eine nachhaltige Produktion Gestalt annimmt.“

Ralf Sommer, Vorstandsvorsitzender der IFB Hamburg: „Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft braucht mutige Unternehmen, eine leistungsfähige Infrastruktur und gezielte Förderung. Mit dem Programm ‘Unternehmen für Ressourcenschutz’ unterstützen wir Hamburger Unternehmen dabei, ihre Produktion Schritt für Schritt klimaneutral auszurichten. Dass ein international tätiges Industrieunternehmen wie tesa frühzeitig auf grünen Wasserstoff setzt, zeigt das große Potenzial dieser Technologie für die industrielle Transformation am Standort Hamburg.“

HH-WIN: Das Rückgrat der Hamburger Energiewende

Der Aufbau des Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netzes (HH-WIN) durch die Hamburger Energienetze schreitet zügig voran. Das Netz bildet das Rückgrat für die Dekarbonisierung der lokalen Industrie und wird wie geplant bereits 2027 in Betrieb gehen. Mit einer anfänglichen Leitungslänge von 40 Kilometern im Hafengebiet stellt HH-WIN die direkte Verbindung zwischen Erzeugern, Import-Terminals und industriellen Abnehmern wie tesa her. Bis 2031/32 wird das Netz auf insgesamt 60 Kilometer anwachsen, um weitere Unternehmen zu erschließen.

Aktuell sind bereits rund 18 Kilometer der Trasse fertiggestellt. Die strategische Bedeutung von HH-WIN reicht dabei weit über die Stadtgrenzen hinaus: Das Netz ist integraler Bestandteil des nationalen Wasserstoff-Kernnetzes und über das bundesweite Fernleitungssystem direkt mit den großen Energiezentren im Süden verbunden. Damit wird eine größtmögliche Flexibilität in der Versorgung sichergestellt: Hamburger Unternehmen können Wasserstoff von unterschiedlichsten Anbietern beziehen – sei es über Importe via Seeterminal oder aus heimischer Produktion. Ein zentraler Baustein hierfür ist der Großelektrolyseur (HGHH) am früheren Kraftwerksstandort Moorburg, dessen Bau im Dezember 2025 begonnen hat. Eine eigene Einspeiseanlage wird dort künftig sicherstellen, dass der vor Ort erzeugte grüne Wasserstoff unmittelbar in das gesamte Hamburger Netzgebiet verteilt werden kann.

„Unternehmen für Ressourcenschutz“: Unterstützung für die „letzte Meile“

Die Förderung für tesa erfolgt über das traditionsreiche Programm „Unternehmen für Ressourcenschutz“ (UfR), das bereits seit 2014 durch die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) betreut wird. Um den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft gezielt zu beschleunigen, hat die Umweltbehörde das Programm zuletzt im Dezember 2025 umfassend erweitert. Es schließt eine entscheidende Lücke in der Transformationskette: Während das Netz HH-WIN die Infrastruktur bereitstellt, unterstützt das UfR-Programm die Unternehmen bei der sogenannten „letzten Meile“ – also dem physischen Anschluss des Werksgeländes an das Netz sowie der technischen Umstellung der Produktionsprozesse auf den neuen Energieträger. Finanziert aus Mitteln des Hamburger Klimaplans, bietet das Programm Investitionszuschüsse von bis zu einer Million Euro und schafft so die notwendige Sicherheit für den industriellen Umstieg. 

Rückfragen der Medien
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)
Philipp Wenzel | Pressesprecher
Telefon: 040 42840 8006
E-Mail: pressestelle@bukea.hamburg.de

Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation
Martin Helfrich | Pressesprecher
Telefon: 040 42841 2239
E-Mail: pressestelle@bwi.hamburg.de

Hamburger Energienetze
Axel Schröder, Bernd Eilitz | Pressesprecher
Telefon: 040 492 02 83 44 und 040 2366 3507
E-Mail: presse@hamburger-energienetze.de

Hamburgische Investitions- und Förderbank
Anne Müllender | Pressereferentin
Telefon: 040 24 84 6 - 529
E-Mail: presse@ifbhh.de

Zum Weiterlesen

Der Bergahorn ist als Nationalerbe-Baum ausgezeichnet
Corinna Nogat
Hamburg würdigt zweiten Nationalerbe-Baum

Der Japanische Schnurbaum an der Außenalster wird ausgezeichnet

Hamburg feiert heute die Auszeichnung seines zweiten Nationalerbe-Baums: Der imposante Japanische Schnurbaum am Alsterufer wird offiziell in den Kreis der bundesweit nur 100 Nationalerbe-Bäume aufgenommen.

16. April 2026 Pressemitteilung
AdobeStock / arahan
Geothermie-Forum

Hamburg setzt auf Erdwärme für die Wärmewende

Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft hat heute zum ersten Geothermie-Forum Hamburg eingeladen. Im Mittelpunkt stand der Fachaustausch zur Entwicklung einer Geothermie-Strategie, die einen entscheidenden Beitrag zur klimaneutralen Wärmeversorgung der Hansestadt leisten soll.

15. April 2026 Pressemitteilung
Doublevision – doublevision.me
Energieversorgung der Zukunft

Genehmigung für Ammoniak-Importterminal in Hamburg erteilt

Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) hat dem Unternehmen MB Energy die Genehmigung für den Bau und den Betrieb eines neuen Ammoniak-Importterminals erteilt.

15. April 2026 Pressemitteilung