Das HPHC, das zum Institut für Hygiene und Umwelt (HU) gehört, traf sich am 5. und 6. Dezember 2025 mit der Leiterin der Trainings- und Übungsforschung am Zentrum für Notfallmanagement des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten in Japan, Akiko Kitayama, sowie mit zwei Kollegen der Feuerwehr in Tokyo, Yohei Takahashi und Riku Kawashima. Vorgestellt wurden die am Institut entwickelten Projekte ARMIHN (Adaptive Resilienz und Management in Hafeninfrastrukturen) und GESA (Gesunde Häfen, gemeinsam stark). Beide Projekte verfolgen das Ziel, die gesundheitliche Gefahrenabwehr in Häfen zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren nachhaltig zu verbessern. Auch das erst kürzlich gestartete Projekt ELBE (Einsatzführung und Lagebewältigung bei Biologischen Ereignissen), welches sich auf die innerbehördliche Zusammenarbeit während biologischer Gefahrenlagen konzentriert, wurde vorgestellt.
Infektionsschutz nach Plan
Im Rahmen des GESA-Projekts wurde ein praxisorientiertes Handbuch sowie umfangreiches Schulungsmaterial entwickelt, das die Prozesse der Infektionsschutzmaßnahmen in Häfen übersichtlich darstellt und als Arbeitshilfe für Hafenärztliche Dienste und weitere Institutionen dienen soll. Die Besucher:innen aus Japan zeigten sich besonders interessiert an den Materialien. Die Delegation informierte sich zudem über die Routinen der Zusammenarbeit zwischen Hafenärztlichem Dienst und Feuerwehr in Hamburg, die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen sowie die verschiedenen Trainingsformate und Übungsszenarien. Die Teilnehmenden diskutierten die Abläufe der Informationsweitergabe und die Öffentlichkeitsarbeit bei Ausbrüchen und biologischen Unfällen.
Vernetzung für Handlungssicherheit
Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Institutionen in Hamburg – von Feuerwehr über Gesundheitsamt bis zu medizinischen Einrichtungen – wurde als vorbildlich wahrgenommen. Es bestand Einigkeit darüber, dass eine enge Abstimmung im Alltag, gemeinsame Übungen und die persönliche Vernetzung der Verantwortlichen Erfolgsfaktoren darstellen. Herausforderungen bestehen weiterhin in der Koordination bei komplexen Lagen und in der Abstimmung mit einer Vielzahl involvierter Partner.
Ein Höhepunkt des Programms war der Besuch der Analytischen Task Force (ATF) für CBRN-Gefahren (chemisch, biologisch, radiologisch, nuklear) der Feuerwehr Hamburg. Für die beiden Feuerwehrkollegen aus Japan war dieser Programmpunkt von besonderer Bedeutung. Es fand ein intensiver und beidseitig bereichernder Austausch statt zu Fragen zum Aufbau und zur Organisation der Gefahrenabwehr in Hamburg und Deutschland, zu Schwerpunkten und Zuständigkeiten der ATF, Meldewesen und rechtliche Grundlagen als auch zu praktischen Erfahrungen im Einsatz.
Für den Ernstfall voneinander lernen
Die Delegation hatte die Gelegenheit, die Ausstattung und Materialien der ATF im Detail zu begutachten, von Rettungs- und Einsatzfahrzeugen über persönliche Schutzausrüstung bis hin zu modernen Messgeräten. Der direkte Einblick in die technische und personelle Ausstattung sowie die Abläufe im Einsatz wurde von den japanischen Gästen als äußerst wertvoll und inspirierend bewertet.
Im Anschluss an den Aufenthalt in Hamburg reiste die Delegation weiter nach Berlin, um an einer Übung des Robert Koch-Instituts teilzunehmen. Abschließend führte die Reise die Gruppe noch nach Holland, mit dem Ziel, weitere internationale Erfahrungen zu sammeln und Kontakt zu knüpfen.
Auch für das HPHC bot der Besuch wertvolle Impulse, um die eigenen Prozesse weiter zu reflektieren und internationale Erfahrungen einzubeziehen. Das HU bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten für die engagierte Mitwirkung und freut sich auf eine Fortsetzung des internationalen Austauschs.
Weitere Informationen über das HPHC: Hamburg Port Health Center - hamburg.de
Hamburg Port Health Center
Erfahrungsaustausch mit japanischer Delegation
Anfang Dezember 2025 empfing das Hamburg Port Health Center (HPHC) eine Delegation aus Japan. Ziel des Besuchs war der fachliche Austausch zu Fragen der Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsbehörden und Feuerwehr im Umgang mit biologischen Gefahrenlagen und Ausbrüchen in Hafenstädten.
- Institut für Hygiene und Umwelt