Projekt BIGFE abgeschlossen

Gewässermonitoring – aus dem All in den Alltag

17. Februar 2026

Wie lässt sich die Wasserqualität von Seen und Flüssen mit Hilfe der Copernicus-Satelliten überwachen? Dieser Frage sind Fachleute des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig, des Instituts für Hygiene und Umwelt (HU) in Hamburg sowie weitere Partner nachgegangen. Im Leuchtturm-Projekt „Binnengewässermonitoring mit Fernerkundung“, kurz BIGFE, haben sie untersucht, wie vorhandene Technologie im All genutzt werden kann, um den Zustand von Gewässern auf der Erde im Blick zu behalten. Zum Projektabschluss wurden jetzt die Ergebnisse in einem Anwenderleitfaden veröffentlicht.

  • Institut für Hygiene und Umwelt

Die Erdbeobachtungssatelliten des europäischen Copernicus-Programms erheben regelmäßig in kurzen Abständen Informationen zu Binnengewässern (wie Chlorophyll, Trübung und Sichttiefe). Das Potential zur Nutzung der Satellitendaten für die Gewässerüberwachung ist vorhanden - bisher nutzen nur wenige Landesämter diese Möglichkeiten.

Der nun vorliegende Leitfaden stellt die wesentlichen Ergebnisse des Forschungsprojektes zur Eignung eines satellitenbasierten Monitorings der Gewässerqualität zusammen und erläutert die wichtigsten Arbeitsschritte und Randbedingungen für eine Nutzung dieser Methoden. Er soll interessierten Fachleuten als leichten Einstieg in die Nutzung der Satellitenfernerkundung für die Überwachung von Oberflächengewässern dienen. Die Ergebnisse des Projektes zeigen, dass die Satellitenfernerkundung zur Ergänzung und Vervollständigung von Messreihen aus Laboren und Messstationen zur Zustandsermittlung von Gewässern dienen kann. 

Bearbeitete Satellitenaufnahme vom Sentinel S2B des Schweriner Sees und Umgebung vom 2.7.2025
Bearbeitete Satellitenaufnahme vom Sentinel S2B des Schweriner Sees und Umgebung vom 2.7.2025 mit farblicher Darstellung der flächenverteilten Chlorophyllkonzentrationen der Seen und Teiche European Space Agency/HU

Lücken auf der letzten Meile schließen

Am HU wurde hauptverantwortlich das Arbeitspaket „Die letzte Meile“ bearbeitet: Dabei geht es um die Lücke zwischen der Bereitstellung der Satellitendaten durch Copernicus und deren Anwendung in der täglichen Arbeit der Landesumweltämter. Durch Umfragen bei den Umweltämtern und gemeinsamen Workshops wurde sichtbar, wie bekannt die Möglichkeiten der Fernerkundung sind und wie oft die Daten für die Ermittlung der Gewässerqualität bereits genutzt werden. Erfragt wurden auch, warum die Daten dann häufig doch nicht genutzt werden, welche Auswertungen hilfreich für die Landesbehörden wären und was die Fachabteilungen benötigen, um die Satellitendaten zukünftig zu nutzen.

Die gewonnenen Erkenntnisse wurden nun in einem Leitfaden gebündelt, der praktische Handlungsempfehlungen gibt. Diese sollen die Lücke „auf der letzten Meile“ schließen, um für die Landesumweltämter einen Einstieg in die Satellitenfernerkundung zu bieten. Die Nutzung von Satellitendaten für das Gewässermonitoring ist im Vergleich zu Anwendungen im terrestrischen Bereich, wie etwa beim Monitoring des Waldzustandes, bisher noch schwach entwickelt. Die im Projekt BIGFE erarbeiteten Grundlagen zur Aussagekraft und Verlässlichkeit der Satellitendaten bieten nun die Basis für eine sachgerechte Nutzung der Fernerkundung im behördlichen Gewässermonitoring.

Wo finde ich den Bericht und weitere Informationen zum Projekt BIGFE?

Gerne senden wir Ihnen ein gedrucktes Exemplar des Anwendungsleitfadens zu. Senden Sie dazu bitte eine E-Mail an BIGFE-Hamburg@hu.hamburg.de, wir werden dann umgehend den Versand veranlassen.

Der Anwenderleitfaden kann auch als PDF heruntergeladen werden: https://www.ufz.de/export/data/496/304462_BIGFE-Anwenderleitfaden-2025.pdf 

Weitere Informationen rund um BIGFE finden sich auf der Projektwebseite beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung: https://www.ufz.de/bigfe/

BIGFE wurde vom ehemaligen Bundesministerium für Digitales und Verkehr über die Deutsche Raumfahrtagentur beim Projektträger des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt von Juni 2021 bis Oktober 2025 unter dem Förderkennzeichen 50EW2101-D gefördert. Als Projektpartner waren neben dem HU auch das Institut für Seenforschung der Landesanstalt für Umwelt in Baden-Württemberg und das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie beteiligt.

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