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Projekt

Wie funktioniert die MFCA-Methode?

Die Materialflusskostenrechnung ist ein nach DIN EN ISO 14051:2011 normiertes Analysetool. Über dieses werden die Produktionskosten eines Industrieunternehmens nicht nur den Produkten, sondern auch den Verlusten an Material und an Energie anteilig zugerechnet. So können „versteckte“ Kosten – zum Beispiel Materialkosten, Logistik-, Investitions- oder Lohnkosten – sichtbar gemacht werden. Sie stellen eine wichtige Stellschraube zur Optimierung von Prozessen dar.

Datenerhebung und -auswertung

Ausgangspunkt für die Durchführung der MFCA-Methode ist eine umfassende Datenerhebung. In den am Projekt „Materialeffizienz für den Klimaschutz“ teilnehmenden Hamburger Unternehmen wurden unter anderem folgende Angaben und Kennzahlen ermittelt:

  • Stoff- und Energieströme sowie deren Mengen
  • Prozess-Spezifikationen, deren Rezepturfaktoren, In- und Outputs
  • Materialeigenschaften wie spezifisches Gewicht, Preis und Beschaffbarkeit
  • Stoffkonzentrationen, Stoffeigenschaften und Bestände
  • Produktions- und Personalzeiten
  • System-, Transport- und Abfallmanagementkosten

Je nach dem, was nach Zielsetzung, Ausgangslage und Anforderung für den jeweiligen Betrieb an Daten wichtig war, wurden die Daten von den Master-Studierenden im Unternehmen zusammengetragen. Unterstützt vom ifu-Beraterteam wurden dann die Daten in die Software Umberto Efficiency überführt und ausgewertet. So entstand für die Industrieunternehmen zum einen ein MFCA-Modell mit dem dargestellten Ist-Stand von Kosten- und Mengenströmen sowie umweltrelevanten Informationen und zum anderen weitere Modellvarianten mit möglichen Soll-Ständen zur Effizienzsteigerung. Darüber hinaus erhielten die Unternehmen Vorschläge und Empfehlungen dazu, wie sich die Produktion verbessern und Prozessverluste vermeiden lassen.

Anpassung im Projektverlauf

Ausschlaggebend für eine möglichst korrekte Abbildung des Status-Quos ist bei der MFCA-Analyse die Datenqualität und -verfügbarkeit. Datenlücken wurden im Projekt in Absprache mit den Industrieteilnehmenden ermittelt oder aus bekannten Informationen errechnet und bei Bedarf präzisiert. Bei der Recherche wurde die Datenqualität dort erhöht, wo sie einen signifikanten Einfluss auf die Ergebnisse hat. Um flexibel auf Erkenntnisse aus dem Projektverlauf reagieren zu können, erfolgte regelmäßig eine Anpassung der eingangs definierten Zielsetzung. 

Projektabschluss durch Ergebnispräsentation

Die Ergebnisse des Projekts wurden in einer Abschlusspräsentation in den jeweiligen Unternehmen vorgestellt. Durch die Partizipation verschiedener Abteilungen an der Abschlusspräsentation wurde die Möglichkeit geschaffen, unternehmensweit ein Verständnis für die MFCA Methode zu entwickeln und das Thema Ressourceneffizienz zu schärfen. Darüber hinaus bot die Abschlusspräsentation Raum zur Ergebnisdiskussion sowie zur Ableitung zukünftiger Maßnahmen, um weitere Ressourcen einzusparen.