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Projekt

Material sparen – Kosten sparen mit der Materialflusskostenrechnung

Hamburg arbeitet intensiv an der Energie- und Wärmewende, um effizient zu wirtschaften. Mit diesem Projekt richtet die Umweltbehörde nun ihren Blick auf die Materialeffizienz. Ein wichtiges Thema für ein Land, das über wenige Rohstoffe verfügt. Die Abhängigkeit von Fördermengen, Weltmarktpreisen und Logistikengpässen in den Lieferketten können produzierende Unternehmen hart treffen. In Kooperation mit der ifu Hamburg GmbH – Institut für Umweltinformatik – (Teil der iPoint Gruppe) und der Universität Hamburg ermöglicht dieses Projekt Hamburger Unternehmen die Methode der Materialflusskostenrechnung. Sie soll ganz praktisch dabei helfen, die Materialeffizienz zu verbessern und gleichzeitig CO2-einzusparen.

Materialeffizienz im Fokus

Im Jahr 2012 hat die Bundesregierung im Rahmen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie erstmals einen Aktionsplan (Deutsches Ressourceneffizienzprogramm) aufgestellt, welcher natürliche Ressourcen schützen soll. In dem Ressourceneffizienzprogramm und den Folgeprogrammen ist das Ziel festgeschrieben, eine höhere Ressourceneffizienz zu erreichen, um die damit verbundenen Umweltbelastungen zu verringern. Um das zu erreichen, kam und kommt der produzierenden Industrie eine Schlüsselrolle zu. In diesem Bereich sind 40 bis 45 Prozent der Gesamtkosten allein auf Energie- und Materialflüsse zurückzuführen. Das zeigt: Unternehmen dieses Wirtschaftszweiges können große wirtschaftliche Vorteile nutzen und sich im internationalen Wettbewerb behaupten, wenn sie Ressourcen in der Produktion effizienter einsetzen. Wer weniger Material und Energie verbraucht und gleichzeitig den Aufwand an Betriebsmitteln, Technik sowie Personal verringert, spart bares Geld. Dabei hilft die Methode der Materialflusskostenrechnung (Material Flow Cost Accounting, MFCA) – ein Instrument zur Unterstützung des Umweltmanagements und Ökocontrollings in Unternehmen.

Material Flow Cost Accounting (MFCA) – wertvoll für die Wirtschaft

Diese Methode liefert dem verarbeitenden Gewerbe sowie der Industrie wertvolle Informationen über Verluste durch Abfälle und Ausschuss sowie im Energieeinsatz. Sie unterstützt dabei, monetäre und klimatische Auswirkungen solcher Verluste zu bewerten und in ein Verhältnis zu setzen. So erhalten Betriebe Entscheidungshilfe bei der ökologischen und ökonomischen Optimierung von Prozessen. Ein guter Grund für die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, gemeinsam mit ihren Projektpartnern – der ifu Hamburg GmbH - Institut für Umweltinformatik, Teil der iPoint Gruppe und der Universität Hamburg – die Methode bekannter zu machen und stärker in der Wirtschaft der Hansestadt Hamburg zu verankern. Zehn Unternehmen haben die Chance ergriffen am praxisorientierten Projekt „Materialeffizienz für den Klimaschutz“ teilzunehmen.

Wissenstransfer

Unternehmen in Hamburg in die Lage zu versetzen, ihre Produktionsprozesse strukturiert zu erfassen und darüber hinaus ein betriebliches Stoffstrommanagement auf Basis der Materialflusskostenrechnung umzusetzen – das ist das Ziel des Projektes. Dafür arbeitete der Teilnehmerkreis aus der Wirtschaft mit Beraterinnen und Beratern der ifu Hamburg GmbH zusammen, die auf die MFCA-Methode spezialisiert sind. Unterstützt wurden beide von Master-Studierenden der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Hamburg. Der Nachwuchs hatte vorab das Seminar „Applied Environmental Management“ im Studiengang „International Business and Sustainability“ besucht. Hier stellten ifu-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die im Projekt genutzte Software zur Materialflusskostenrechnung vor und schulten in der Anwendung. Im Anschluss kam das Programm, das die ifu während der Projektlaufzeit kostenlos zur Verfügung stellte, dann in der Praxis zum Einsatz – bei den teilnehmenden Unternehmen.

Die Unternehmen waren in der Verantwortung die erforderlichen Daten zu liefern. Die Studierenden unterstützten als Werkspraktikanten die Datenerhebung und die Dateneingabe in das Softwaretool, das mittels der MFCA-Methode die Prozesse abbildete. In enger Zusammenarbeit mit dem Expertenteam der ifu GmbH wurden den Mengen- und Kostenströmen auch die CO2-Äquivalente der eingesetzten Materialien zugeordnet und Optimierungspotenziale aufgedeckt. Gemeinsam mit den Unternehmen wurden mögliche Einsparpotenziale identifiziert und in Form von Szenarien im Modell abgebildet. Die so umgesetzten Leuchtturmprojekte  münden nun in eine Masterarbeit. Damit wird deutlich: Der praktizierte Wissenstransfer von der Praxis an die Uni ins Unternehmen hat für alle Projektbeteiligten und insbesondere auch für das Klima einen Mehrwert!