Vormittagsprogramm
Ein toller Start in den Tag bei der Patriotischen Gesellschaft in Hamburg. Der 2. Hamburger Sustainable Finance Summit - welcher partnerschaftlich mit dem 9. Sustainable Finance Gipfel des Sustainable Finance Cluster Germany in Frankfurt umgesetzt wurde, begann mit den Begrüßungsworten von Dr. Jennifer Kowallik, welche die kooperative Umsetzung mit der Finance City Hamburg und der Sustainable Finance Research Group hervorhob.
Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel sagte: „Die Bündelung von Expertenwissen und die enge Zusammenarbeit zwischen unseren Finanzmarktakteuren, der Wirtschaft und der Wissenschaft zeigt, dass wir beste Voraussetzungen haben, Hamburg zu einem Zentrum für Sustainable Finance auszubauen - ganz im Sinne des Masterplans Hamburger Finanzwirtschaft.“
Die Hamburger Umweltsenatorin Katharina Fegebank hob die Dringlichkeit des nachhaltigen Wirtschaftens hervor: „Nur wenn wir Kapitalströme in nachhaltige Investitionen lenken, kann die grüne Transformation gelingen. Dazu braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und einen engen Austausch zwischen Finanz- und Realwirtschaft – und genau den ermöglichen wir auf diesem Gipfel. Der Dreiklang aus Unternehmertum, Finanzwirtschaft und Wissenschaft freut mich im Rahmen dieser Veranstaltung ganz besonders. Sustainable Finance bedeutet: Nachhaltiges Wirtschaften wird am Kapitalmarkt belohnt.“
Torsten Jäger, Leiter Sustainable Finance beim Bankenverband, erklärte: „Der Omnibus darf nicht als falsches Signal verstanden werden – dass es nicht wichtig ist, sich mit Nachhaltigkeits-KPIs auseinanderzusetzen.“ Regulierung setze wichtige Impulse, müsse aber machbar sein: „Wir brauchen eine wirksame, praxistaugliche und vereinfachte Regulierung.“
Das Auseinandersetzen mit dem eigenen Geschäftsmodell macht Unternehmen resilient – das betonte Gabriele Maurer, Vice President Sustainability von Jungheinrich. Und: „Für Unternehmen ist es wichtig, Planbarkeit zu erreichen.“ Schwierig sei das Vor und Zurück bei den politischen Rahmenbedingungen.
Viele Unternehmen zweifelten an der Wirtschaftlichkeit von Nachhaltigkeitsmaßnahmen und fürchteten Bürokratie, berichtete Nachhaltigkeitsexpertin Mieke Lindner von der Haspa: „Ich würde mir wünschen, dass sich die Unternehmen stärker trauen mit Banken als Sparringspartnerinnen zusammenzuarbeiten. Wir bieten einen strategischen Dialog an."
Andreas Gründemann von Signal Iduna hob zwei Anknüpfungspunkte für die Versicherungswirtschaft hervor: Zum einen gehe es um die Frage, welche Risiken des globalen Temperaturanstiegs überhaupt noch versicherbar seien. Zum anderen sei es für Versicherungen wichtig in zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu investieren: „Wir schauen innerhalb einer Branche, welche Unternehmen sich nachhaltiger ausrichten.“
„Das Problem ist, dass durch die Diskussion um die Berichterstattung viele Maßnahmen, die wir umsetzen wollen und müssen, in der Gesellschaft weniger Rückhalt haben“, sagte Viviane Pfennig von der Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement. In der Konzernholding der Freien und Hansestadt Hamburg sind zahlreiche öffentlichen Unternehmen gebündelt.
Yvonne Zwick, Vorsitzende des Unternehmensverbands BAUM, betonte den Wert der EU-Taxonomie. Nachbesserungen seien jedoch nötig – etwa bei der Praktikabilität und Aussagekraft von Daten: „Ich bin davon überzeugt: Wir müssen die Partnerschaft zwischen Unternehmen der Realwirtschaft, Banken und Kapitalmarkt stärken.“
Organisiert wurde der Summit von der Finance City Hamburg, der UmweltPartnerschaft Hamburg und der Sustainable Finance Research Group der Universität Hamburg.
Nachmittagsprogramm
Im zweiten Teil des Summits standen wissenschaftliche Fragen auf der Agenda: Wie entwickelt sich die europäische Nachhaltigkeitsberichterstattung? Welche Rolle kann KI für Sustainable Finance spielen? Und wie gelingt die Verbindung zwischen Finanz- und Nachhaltigkeitsreports? Highlight war die Keynote von Prof. Dr. Robert Eccles von der Harvard Business School.
Aus der Hamburger Wissenschaft waren unter anderem dabei: Prof. Dr. Alexander Bassen, Prof. Dr. Kerstin Lopatta und Prof. Dr. Georg Ringe – alle von der Universität Hamburg.
Prof. Dr. Timo Busch, ebenfalls Mitglied der Sustainable Finance Research Group, betonte: „Hamburg hat ein riesiges Potential, was das Themenfeld nachhaltige Finanzen angeht. Dies betrifft die Akteure aus Finanzwirtschaft und Politik, insbesondere aber auch gerade uns aus der Wissenschaft.
Mit der Sustainable Finance Research Group an der Universität Hamburg haben wir in Deutschland, wenn nicht sogar EU-weit, die größte Forschungseinrichtung in diesem Themenfeld aufgebaut und etabliert.“
Dies betonte auch Katharina Beck, MdB, Sprecherin für Finanzpolitik der grünen Bundestagsfraktion und hob die Wichtigkeit hervor, die Standardisierung sowie Harmonisierung von Nachhaltigkeitsberichtserstattungsdatenpunkten noch weiter zu forcieren.
Georg Lanfermann, Präsident des Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee e.V. (DRSC) und Kay Bommer, Geschäftsführer Deutscher Investor Relations Verband (DIRK) gaben zudem pointierte Einblicke zu Finanzpolitik, Regulierung, Reporting und Nachhaltigkeit.
Am Schluss betonte Dr. Karl-Hermann Witte, der Geschäftsführer der Finance City Hamburg, den Wert des Austauschs: „Auch in Zukunft wollen wir den Dialog fortsetzen.“ Der nächste Summit ist für 2026 geplant.
Die UmweltPartnerschaft Hamburg hat in ihrem neuen Arbeitsprogramm 2023-2028 das Thema Sustainable Finance als einen Themenschwerpunkt gesetzt, um Hamburger Unternehmen beratend, unterstützend sowie vernetzend zur Seite zu stehen und über Rahmenbedingungen, Chancen, Herausforderungen und Pflichten zu informieren.
Bei Fragen wenden Sie sich gerne an:
Dr. Jennifer Kowallik, Referentin Green Economy & Sustainable Finance
jennifer.kowallik@bukea.hamburg.de