Hamburg.de Startseite Politik & Verwaltung Behörden Behörde für Umwelt... Themen Betrieblicher Umweltschutz
Schlagzeilen für umweltfreundlichen Einkauf

Hamburger Kaffeekapsel-Verbot stößt auf weltweites Interesse

Mit dem staubtrockenen Thema umweltverträgliche Beschaffung hat die Hamburger Umweltbehörde vor rund fünf Jahren ein weltweites Medienecho ausgelöst. Das hat einiges in Gang gebracht: das Hamburger Verbot von Kaffeekapseln hat Verwaltungen in aller Welt inspiriert, das Thema anzugehen und „grün“ einzukaufen.

2016 hatte die Hamburger Umweltbehörde den ersten Leitfaden zu umweltverträglicher Beschaffung herausgegeben – und damit ganz unverhofft ein weltweites Echo ausgelöst. BBC, CNN, lemonde: Medien aus Großbritannien, den USA, Frankreich und sogar Argentinien, Südafrika oder China berichteten über die Hamburger Initiative. Was war passiert? Der gut 180 Seiten starke Katalog enthielt eine kurze sogenannte „Negativliste“ mit Dingen, die die Hamburger Verwaltung nicht mehr kaufen darf. Dazu gehören chlorhaltige Putzmittel, Heizpilze oder auch Kaffeekapseln. „Hamburg verbietet Kaffeekapseln“, hießen die Überschriften weltweit. Der damalige Behördensprecher Jan Dube sagt: „Wir waren überrascht, welches Potenzial diese Geschichte hat und wurden von den Anfragen total überrollt. Mit den Kaffeekapseln hatten wir offensichtlich einen Nerv getroffen.“ Die Begründung für das riesige Interesse liefert die Deutsche Umwelthilfe. Nach ihren Berechnungen bringt eine leere Kapsel zweieinhalb Gramm auf die Waage plus anderthalb Gramm für die Umverpackung aus Papier. Pro sechseinhalb Gramm Kaffee kommen also vier Gramm Verpackung dazu – das macht tausende Tonnen Müll jedes Jahr. Die Filtertüte für klassische Kaffeemaschinen verrottet hingegen einfach auf dem Kompost. Ein namhafter Kapsel-Hersteller und ein Hollywoodstar als dessen Werbefigur bebilderten in vielen Fällen die Artikel und Medienbeiträge und sorgten so für eine Anschaulichkeit beim Thema Verpackungswahnsinn, die jeder Mensch verstehen konnte.

Viel wichtiger als der Medienrummel um die Alukapseln – die die Hamburger Behörden übrigens auch vorher mit Steuergeldern nur sehr selten einkauften -  war aber, dass das Hamburger Beispiel Nachahmende fand. Jan Dube erklärt: „Soweit wir wissen, war Hamburg die erste Stadt, die einen solchen Leitfaden erarbeitet hat.“ Das Interesse an dem Kriterienkatalog für eine umweltbewusste Beschaffung war auch bei Verwaltungen rund um den Globus riesig. Aus vielen Ecken Deutschlands, aber auch aus Mailand, Québec in Kanada oder von der Europäischen Union kamen Anrufe und E-Mails, ob es den Laitfaden auch auf Englisch und Französisch gebe: „Mehr Öko beim Einkauf – hier war Hamburg Vorreiterin. Wir haben damals andere Verwaltungen inspiriert, grüner einzukaufen und ihre Marktmacht zu nutzen. Diese Dynamik war einfach toll für dieses so komplexe aber wichtige Thema.“ Jetzt heißt es: dranbleiben, so Dube. Hamburg wolle hier weiter in der Voreiterrolle bleiben und mit neuen Kriterien für den Einkauf nachlegen.