ESG in der Unternehmenssteuerung und dem Controlling
Die traditionelle Finanzberichterstattung wird aktuell bereits um Risiken und Chancen bei den ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) ergänzt. Sie konzentriert sich vor allem auf den Unternehmenswert und die Informationsbedürfnisse finanzorientierter Investor:innen oder auch Kapitalgeber:innen wie Banken. In den nichtfinanziellen Bereichen der ESG-Berichterstattung finden sich Aktivitäten, die Umwelt und Gesellschaft negativ oder positiv beeinflussen können. Sie sind der Schlüssel, um für Ihr Unternehmen Maßnahmen zur Transformationsfinanzierung abzuleiten. Warum? Weil durch die Dringlichkeit des Klimawandels die ökologische Perspektive im Vordergrund steht – wie zum Beispiel der CO2-Fußabdruck Ihres Unternehmens.
Damit können Sie, egal wie groß der Betrieb ist, einen Steuerungsansatz über die ESG-KPIs (Key Performance Indicators) vornehmen. Eine systematische Datenerfassung zeigt den Fortschritt in einzelnen Handlungsfeldern auf und hilft Ihnen bei zukünftigen Investitionsentscheidungen.
Steuerung und Berichterstattung nachhaltiger Produkte und Services: Implementierung messbarer ESG-KPIs
Wenn Sie in Ihrem Unternehmen Nachhaltigkeitsaspekte messen und steuern wollen, so sind drei Bereiche zu unterscheiden:
- Environmental: Hier geht es um Klima- und Umweltprobleme. Die EU-Taxonomie-Verordnung sieht sechs Ziele vor – Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltiger Einsatz und Gebrauch von Wasser- oder Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vorbeugung oder Kontrolle von Umweltverschmutzung sowie Schutz und Wiederherstellung von Biodiversität und Ökosystemen. Ein Fokus liegt aktuell auf dem Klimawandel. Für Unternehmen sollten deshalb nachhaltige und effizienzsteigernde Produkte und Lösungen sowie die Messung der CO2-Emissionen im Vordergrund stehen.
- Social: Unter der Rubrik Soziales geht es vor allem um Arbeitsbedingungen für Beschäftigte, das Monitoring der Lieferketten und das Verhältnis des Unternehmens zur Gesellschaft.
- Governance: Eine verantwortliche Unternehmensführung umfasst das Einhalten von Menschenrechten, Selbstverpflichtungen zu fairem Wettbewerb, Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption oder die Unabhängigkeit von Kontrollorganen wie Aufsichtsräten. Viele Unternehmen haben dazu Leitlinien und Personal für CSR – Corporate Social Responsability.
Steuerung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen
Die bekannteste Methode zur Erhebung und Messung von Treibhausgasemissionen ist das sogenannte Greenhouse Gas Protocol (GHG), bei welchem die Emissionen auf drei Stufen, den sogenannten Scopes, erfasst werden:
- Scope 1: Emissionen, die im Unternehmen entstehen – vor allem beim Verbrennen fossiler Stoffe.
- Scope 2: Emissionen, die durch die Erzeugung eingekaufter Energie verursacht werden (besonders relevant für energieintensive Branchen).
- Scope 3: Emissionen aus vor- und nachgelagerten Prozessen außerhalb des Unternehmens, zum Beispiel durch Materialien, die Mobilität der Beschäftigten oder die spätere Entsorgung der Produkte durch Kund:innen.
Abhängig vom Geschäftsmodell Ihres Unternehmens ist der Effekt der drei Stufen unterschiedlich. Oftmals fällt es Unternehmen schwer, die Scope-3-Emissionen zu erfassen und zu dokumentieren. Doch nur die Betrachtung der gesamten Wertschöpfung kann aufzeigen, wie der Produktionsprozess und die unternehmerischen Beziehungen optimiert werden können.
Vorteil für viele UmweltPartner: Wer bereits mit einem Umweltmanagementsystem arbeitet, kann damit Nachfragen zu Nachhaltigkeitsaspekten von Lieferant:innen, Kunden:innen und Investor:innen begegnen. Sie wollen mehr dazu wissen? Die UmweltPartnerschaft Hamburg berät maßgeschneidert zu Umweltmanagementsystemen. Sprechen Sie uns an!