Böverstland ist eine geschlossene Deponie im Stadtteil Lurup (Altona) mit einer Größe von 6,9 Hektar, die durch regelmäßige Gasuntersuchungen überwacht wird. Zwischen 1955 und 1977 wurden auf einer Teilfläche von 1,5 Hektar sogenannte Siedlungsabfälle wie zum Beispiel Hausmüll, Bau- und Gewerbeabfälle sowie Abfälle von öffentlichen Flächen der Freien und Hansestadt Hamburg abgelagert.
Durch die biologische Zersetzung der Siedlungsabfälle entsteht unter anderem klimarelevantes Methangas. Bis 2018 haben die biologischen Abbauprozesse und die Deponiegasproduktion soweit abgenommen, dass die Gasverwertung weder technisch noch wirtschaftlich möglich ist. Methan entweicht jedoch weiterhin als Abbauprodukt in die Atmosphäre.
Methan ist rund 28-mal klimaschädlicher als Kohlenstoffdioxid. Um langfristig klimarelevante Methanemissionen zu vermeiden und nachhaltig zum Klimaschutz beizutragen, wurde das Gasbildungspotenzial der Altablagerung Böverstland untersucht. Vorhandene Informationen wurden ausgewertet und Untersuchungen am Deponiekörper durchgeführt, um mehr über die abgelagerten Abfälle und deren Methanbildungspotenzial zu erfahren.
Auf Basis der Ergebnisse wurde das Gasfassungssystem umgebaut und konnte im Dezember 2024 in Betrieb gehen. In den Deponiekörper wird in Zukunft gezielt Luft eingebracht. Der biologische Abbau der vorhandenen organischen Stoffe beschleunigt sich mit dem Luftsauerstoff. Zusätzlich wird die Entstehung von Methan reduziert, welches sich bei einem biologischen Abbau ohne Sauerstoff bildet.
Förderung
Geförderte Maßnahme:
„KSI: Aerobe in situ Stabilisierung der Deponie Böverstland“
Laufzeit:
01.05.23 bis 30.11.24
Beteiligte Partner:
IFAS - Ingenieurbüro für Abfallwirtschaft Prof. R. Stegmann und Partner
Göbel Energie- und Umwelttechnik Anlagenbau GmbH
Förderkennzeichen:
67K23477
Link:
www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.