Hintergrund
Der Boden und das Grundwasser waren im Bereich des ehemaligen Kraftwerks Bille durch Leichtflüchtige Chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) stark verunreinigt. Der Kraftwerksbetrieb hat von 1901 bis 1953 stattgefunden. Zwischen 1953 und 2008 waren dort mehrere Großwäschereien ansässig. Durch den unsachgemäßen Umgang mit LCKW als Betriebsmittel für die chemischen Reinigungsanlagen haben sie den Untergrund erheblich belastet. LCKW sind giftig, als krebserregend eingestuft und schwer biologisch abbaubar. Seit 2011 steht das ehemalige Kraftwerk Bille unter Denkmalschutz.
Sanierung
Als Vorbereitung für die Sanierungsmaßnahmen wurden Boden und Grundwasser umfangreich untersucht.
Zwischen 2001 und 2008 wurde die stark mit LCKW belastete Bodenluft durch 24 Gasbrunnen abgesaugt und behandelt.
2014 wurde an der Quelle der Verunreinigung bis in eine Tiefe von drei Metern der mit LCKW belastete Boden ausgetauscht. Insgesamt wurden etwa 200 Tonnen hoch belasteter Boden fachgerecht entsorgt.
Mit Hilfe einer innovativen Sanierungsmethode war es möglich, das belastete Grundwasser unter dem denkmalgeschützten Gebäude zu behandeln. Durch schräg ausgeführte Bohrungen in den Untergrund konnten sogenannte Zirkulationsbrunnen unter dem Gebäude installiert werden. Unter der Zugabe einer Nährlösung wurde die biologische Abbauaktivität der Schadstoffe stark angeregt. Während der aktiven Sanierungsmaßnahme wurde zwischen 2017 und 2020 bis zu 95 Prozent der LCKW-Schadstoffbelastung aus dem Grundwasser entfernt. Anhand nachfolgender Grundwasseruntersuchungen konnte 2023 der Sanierungserfolg bestätigt werden, sodass die Sanierungsanlage zurück gebaut werden kann.
Die Restbelastungen werden mit einem Grundwassermonitoring überwacht, um den langfristigen Erfolg der Sanierungsmaßnahme sicherzustellen.
Zukünftige Nutzung
Es ist geplant, auf dem Grundstück umfangreiche Baumaßnahmen durchzuführen. Das Areal wird nach der Sanierung verschiedene gewerbliche Nutzungen ermöglichen.