Spülfeld Tatenberger Deich

Bodenbelastungen im Bereich der Liegewiese werden saniert

Die Liegewiese am Tatenberger Deich bleibt bis zum Abschluss der Sanierung gesperrt und ist eingezäunt. Nach sorgfältiger Prüfung verschiedener Sanierungsvarianten und einer umfangreichen Planungs- und Vergabephase wurde eine qualifizierte Baufirma mit dem Bodenaustausch im Bereich der Wiese beauftragt. Die Sanierungsarbeiten haben im April begonnen und verlaufen planmäßig. Ziel ist, eine sichere Nutzung für Freizeitaktivitäten wieder möglich zu machen.

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft

Hintergrundinformationen

Die Liegewiese an der Regattastrecke der Dove-Elbe wurde 2016 im Hinblick auf eine sensible Nutzung (Wirkungspfad Boden-Mensch) untersucht, da sie Teil des Altspülfeldes Tatenberger Deich ist. Der Wirkungspfad Boden - Mensch beschreibt den Weg, auf dem Schadstoffe im Boden den Menschen erreichen und sich auf seine Gesundheit auswirken können. Im Zuge der Untersuchungen sowie weiterer Detailuntersuchungen wurden sanierungsrelevante Bodenbelastungen festgestellt.

Um die Ausdehnung, die Tiefe und den Aufbau des Spülfeldes Tatenberger Deichs zu erkunden, wurden 2021 im Rahmen eines detaillierteren Untersuchungsprogramms zur Sanierungsvorbereitung weitere Bohrungen durchgeführt und Bodenproben genommen.

Untersuchungsergebnisse

Die Laborergebnisse auf der Fläche der Liegewiese bestätigen die zuvor festgestellten Bodenbelastungen. Das Spülgut (Auffüllung) der Liegewiese ist flächig belastet, wobei Arsen, Schwermetalle und Benzo(a)pyren die maßgeblichen Belastungen darstellen.

Neue Erkenntnisse liegen der Umweltbehörde im Bereich der Schadstoffverteilung vor. Aus den Untersuchungsergebnissen geht hervor, dass mit zunehmender Tiefe die Schadstoffbelastung auf der Liegewiese des Tatenberger Deichs zunimmt.

Es kann nicht verhindert werden, dass höher belastetes Bodenmaterial aus tiefer liegenden Bodenschichten zum Beispiel durch Maulwürfe an die Oberfläche der Liegewiese gelangt. Um einen Direktkontakt mit diesem Boden zu vermeiden, ist die Liegewiese bis zur Sanierung eingezäunt.

Auf dem Uferstreifen wasserseitig des vorhandenen Weges gehen die Belastungen der Auffüllung deutlich zurück und stellen keine Gefahr dar. Ein Betreten des Weges und des Uferstreifens wird weiterhin möglich sein. Der Deich sowie die nördlich und südlich gelegenen Biotopflächen sind von der Absperrung nicht betroffen.

Rückblick

Auf Grundlage der Ergebnisse der Erkundungs- und Laborarbeiten wurde eine technische Machbarkeitsstudie zur Sanierung des Spülfeldes erarbeitet. Bei allen untersuchten Sanierungsvarianten wird Auffüllung entfernt und durch sauberen Boden ersetzt. Alle Sanierungsvarianten sehen eine sichere Nutzung der Fläche als Park- und Freizeitfläche vor.

Die Sanierungsfläche befindet sich in einem Landschaftsschutzgebiet, daher war es erforderlich, vorab die Flora und Fauna zu kartieren. Die Kartierung des betroffenen Bereichs begann wie vorgesehen im März 2023 und wurde 2024 erfolgreich abgeschlossen. Die am besten bewertete Variante aus der Machbarkeitsstudie sieht einen Bodenaustausch im Bereich der Wiese vor. Da die Planung durch eine unvorhersehbare Verzögerung bei der Ausschreibung der Arbeiten erst verspätet beginnen konnte, verschiebt sich der Zeitplan für die Genehmigung und Durchführung der Bauarbeiten.

Die Zusammenfassung der Machbarkeitsstudie mit einer Darstellung der Sanierungsvarianten und den Bewertungskriterien steht als Download zur Verfügung.

Wie wird saniert?

Der belastete Oberboden wird bis zu einer Tiefe von etwa 50 Zentimetern abgetragen. Über dem verbleibenden Material wird eine spezielle Sperrschicht eingebaut, die das Eindringen von Schadstoffen verhindert. Darüber sorgt eine Dränmatte für eine sichere Entwässerung. Anschließend wird eine neue, durchwurzelbare Bodenschicht aufgebracht und die Fläche begrünt. Die angrenzenden Biotope im Norden und Süden werden zum Schutz der Natur mit festen Zäunen abgegrenzt.
Die Arbeiten erfolgen abschnittsweise und unter strengen technischen und ökologischen Standards. Um die Belastung für die Nachbarschaft möglichst gering zu halten, werden die An- und Abtransporte der Böden überwiegend per Schute über die Dove-Elbe abgewickelt. Dadurch wird der LKW-Verkehr auf den umliegenden Straßen auf ein Minimum reduziert. Die Baustelle wird gesichert und von erfahrenen Fachleuten sowie einer Umweltbaubegleitung überwacht.

Wie ist der Zeitplan?

Die Bauarbeiten sollen bis Ende August 2026 abgeschlossen sein und sind im Zeitplan. Während der Maßnahme muss der Fußweg, der über die Fläche führt, gesperrt werden. Nach der Begrünung und sobald ein dichter Grasbewuchs erreicht ist, wird die Fläche voraussichtlich im Herbst 2027 wieder für die Öffentlichkeit freigegeben.

Digitale Innovationen auf der Baustelle / Einsatz moderner Technik bei der Sanierung

Für die Sanierung des Altspülfeldes kommen moderne digitale Technologien zum Einsatz: Die Vermessung der Flächen erfolgt mithilfe von Drohnenbefliegungen, die eine präzise und schnelle Erfassung des Baufortschritts ermöglichen. Die Baumaschinen werden durch GPS-gesteuerte Systeme unterstützt. So wissen sie immer ganz genau, wo und wie tief sie graben oder Erde einbauen müssen. Das sorgt dafür, dass die Arbeiten besonders genau und zuverlässig ausgeführt werden

Download

Vortrag vom 8. April 2025 zum Altspülfeld Tatenberger Deich

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Vortrag vom 11. Juli 2023 zum Altspülfeld Tatenberger Deich

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Machbarkeitsstudie Sanierung Tatenberger Deich - Zusammenfassung

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Kontakt

Bodenschutz und Altlasten

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft