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Bodenlehrpfade Hamburg
Böden werden von Menschen vielfältig genutzt: Sie pflanzen Nahrungsmittel an, gewinnen Rohstoffe oder bauen Häuser. Böden sind aber weit mehr als nutzbares Gut. Was ist eigentlich Boden? Wie ist er entstanden?
Die Bodenlehrpfade
Die Bille-Siedlung liegt an der Dove-Elbe und ist auf einem Spülfeld entstanden.
Der Eimerkettenbagger baggert Schlick und Sand aus. Links liegt die Baggerschute, die das Material weiter transportiert.
Spülkopf auf einem Spülfeld; Aufspülen des Gemisches aus Wasser, Sand und Schlick.
Das Bild zeigt ein Bodenprofil im Westteil des Spülfelds, auf dem die Bille-Siedlung steht (Station 6). Es zeigt vom Spülstrom geschichteten Sand mit Schlacke-, Schlick- und Ziegelgeröllen. Die rotbraunen Farben werden durch Eisenoxid hervorgerufen, das sich früher bei wechselnden Wasserständen im Boden abschied. Heute ist das Wasser versickert. Das Gelände ist bewaldet und an der Oberfläche hat sich in den Jahrzehnten seit der Aufspülung ein dünner Humushorizont gebildet.
Bei klarer Sicht kann man vom Aussichtspunkt am Groten Heesen das ganze, hier 14 Kilometer breite Elbe-Urstromtal bis zu den Harburger Bergen überblicken. Wie die Landschaft des Naturschutzgebiets entstand, können Sie auf einer kleinen Zeitreise durch die vergangenen 200.000 Jahre verfolgen. Wir betrachten dazu die Veränderungen der Landschaft an einem schematischen Schnitt quer durch das Naturschutzgebiet, der von unserem Standort in 40 Metern Höhe bis 20 Meter unter dem heutigen Meeresspiegel reicht.
Vor 200.000 Jahren herrschte die Saale-Kaltzeit. Unser Aussichtspunkt (der rote Punkt) steckte in einem dicken Eispanzer, der vom Nordpol bis zum Mittelgebirge reichte. Das Eis war nicht rein, denn die Gletscher schleppten große Mengen Steine und feineres Material aus dem Untergrund mit. Ein großer Teil stammt aus Skandinavien.
Vor 130.000 Jahren war das Eis geschmolzen. Zurück blieb eine Moräne, eine dicke Schicht aus den "Verunreinigungen" des Eises. Sie besteht aus einem Gemisch aus Steinen, Kies, Sand, Lehm und Mergel (siehe Grundbegriffe Gesteine).
Die Gletscher der jüngsten, der Weichsel-Eiszeit haben Boberg nicht erreicht. Beim Abschmelzen des Eises entstand ein gewaltiger Strom, der sich tief in die Moräne einschnitt und das breite Urstromtal der Elbe bildete, an dessen nördlichem Rand wir stehen. Der Fluss selbst lag vor zwölftausend Jahren tiefer als unser Bildausschnitt. Am Hang traten mehrere Quellbäche aus, die ins Elbtal flossen. Nördlich und südlich des Elbtals schließt sich die Geest aus Sedimenten der Saale-Kaltzeit an.
Jedes Mal, wenn die vielen Arme der damaligen Elbe über die Ufer traten, lagerten sie Sand ab, so dass die Sohle des Tals langsam anstieg. Bei Sturm trieb der Wind Sand an den nördlichen Rand des Elbtals, wo er sich vor der Geestkante in Dünen und auf der Hochfläche als Flugsanddecke ablagerte. Zwischen Geest und Düne staute sich das Quellwasser in kleinen Seen.
Durch den Anstieg des Meeresspiegels, der während der letzten Eiszeit viel tiefer als heute lag, erreichten vor circa 4.500 Jahren Ebbe und Flut das Hamburger Gebiet. Dies führte dazu, dass sich bei Hochwasser vor allem das feinkörnige Material der Elbe ablagerte, aus dem die typischen fruchtbaren Marschenböden entstanden [Boberger Boden-denk!-mal 7]. Die Seen am Geestrand sind inzwischen mit Resten von Pflanzen angefüllt und bilden ein Moor. Erst jetzt ist die Entstehung von Geest, Moor, Düne und Marsch, den vier natürlichen Landschaftsformen des Naturschutzgebiets angelegt, in denen sich Böden (siehe Grundbegriffe Böden) mit unterschiedlichen Eigenschaften bildeten.
Seit circa 2.000 Jahren greift der Mensch deutlich in die Landschaft ein. Heute ist die Marsch kultiviert [Boberger Boden-denk!-mal 7], die Dünen sind weitgehend abgetragen [Boberger Boden-denk!-mal 3], in den Mooren wurde ein Teil des Torfes abgebaut [Boberger Boden-denk!-mal 9] und die Geestkante ist durch Lehmgewinnung circa 50 Meter zurückverlegt [Boberger Boden-denk!-mal 2]. Der steile Hang unmittelbar vor Ihnen ist nicht natürlich, sondern entstand durch den Lehmabbau durch Ziegeleien. Die Menschen haben diese Landschaft und ihre Böden stark verändert. Es mag als Widerspruch erscheinen, aber sie haben gerade dadurch die Lebensbedingungen für viele schützenswerte Pflanzen und Tiere geschaffen und tragen wesentlich dazu bei, dass die Boberger Niederung ein wertvolles Naturschutzgebiet ist.
Sumpf-Stendelwurz
Breitblättrige Stendelwurz
Breitblättriges Knabenkraut
Großes Zweiblatt
Golddistel
Sumpherzblatt
Rundblättriges Wintergrün
Gewöhnliche Natternzunge (ein Farn)
Von 1800 bis 1920 stieg die Bevölkerung Hamburgs rasant von circa hunderttausend auf eine Million Menschen. Entsprechend groß war der Bedarf an Ziegelsteinen für den Hausbau. Um Ziegel brennen zu können, braucht man Lehm oder Ton [siehe Grundbegriffe Gesteine] ohne Steine und ohne Kalk. Am Geesthang des Naturschutzgebiets fand man gut geeigneten "Lauenburger Ton", der beim Vorrücken der Gletscher der Saale-Kaltzeit [Boberger Boden-denk!-mal 1] aus tieferen Schichten nach oben in die stein- und kalkreiche Saale-Moräne gepresst wurde.
Von 1864 bis Anfang des 20. Jahrhunderts baute die Ziegelei Kroencke am Geesthang Ton ab. Um an die nur wenige Meter mächtige Tonschicht zu kommen, musste man große Mengen an Sediment abräumen, das im Naturschutzgebiet verteilt wurde. Durch den Abbau verschob sich der Geesthang um etwa 50 Meter nach Norden.
Zurück blieben mehrere schmale Terrassen, die Sie links und rechts der Treppe sehen können, und ein Teich am Fuß des Hangs. Aus dem Hang tritt besonders im Frühjahr Wasser aus, das den Boden der Terrassen nass hält. Im Herbst ist er trocken. Böden, die im Wechsel der Jahreszeiten feucht und trocken sind, nennt man Pseudogley. Der Lehmabbau auf dieser Terrasse musste beendet werden, als kalkhaltiger Geschiebemergel (siehe Grundbegriffe Gesteine) auftrat. Der Pseudogley enthält daher bis an die Oberfläche Kalk.
Feuchte, kalkhaltige Böden und viel Sonne sind Voraussetzungen für das Gedeihen einiger Orchideen und anderer geschützter Pflanzen, zum Beispiel der Sumpf-Stendelwurz. Das beantwortet die Frage, was Ziegel mit Orchideen zu tun haben. Ohne den Lehmabbau für die Ziegelherstellung, der die kalkhaltigen Pseudogleye zurückgelassen hat, würden hier keine Orchideen wachsen. Leider erhält sich die Orchideenwiese nicht selbst. Nur durch umfangreiche Pflegemaßnahmen (Mahd, Entfernen der Bäume und Büsche, Beweidung) wird sie nicht von stark wuchernden Gräsern, wie dem Landreitgras, Büschen und Bäumen überwachsen, die die Orchideen verdrängen
Auf nicht bewirtschafteten Regosol-Flächen entwickelt sich der seltene Sand-Magerrasen, auf dem neben der Heidenelke auch das Berg-Sandglöckchen wächst.
Im Magerrasen leben viele seltene Insekten, wie zum Beispiel die Blauflüglige Ödlandschrecke. Solange sie am Boden sitzt, tarnt sie sich perfekt mit ihren braunen Vorderflügeln.
Auf der Flucht breitet sie ihre blau/schwarz/weißen Unterflügel aus und nutzt die Schrecksekunde, um zu fliehen.
Eine Besonderheit dieser Fläche ist, dass die obere Sandschicht in einigen Bereichen etwas Kalk enthält. Das genügt, um Standort für andere Pflanzen zu sein. Statt der Heidenelke wächst die Karthäusernelke.
Vor allem wachsen hier einige Exemplare des Blaugrünen Schillergrases. Es wirkt unscheinbar, ist aber sehr selten. Unter anderem wegen dieser Pflanze ist ein Teil des Boberger Naturschutzgebiets ein nach EU Recht geschütztes "Natura 2000 Schutzgebiet". Merke: für den Naturschutz kommt es nicht auf die Schönheit, sondern auf die Schutzwürdigkeit von Pflanzen und Tieren an.
Sie ist weg, vor circa 100 Jahren abgegraben und abgefahren mit einer Lorenbahn, zum Beispiel um den Bahndamm nach Bergedorf zu bauen oder das Gelände in Billbrook soweit aufzuschütten, dass das Gewerbegebiet hochwassersicher ist.
Ursprünglich muss die Düne deutlich höher gewesen sein als die Bäume. Zurück blieb eine schmale ebene Fläche aus Sand. Bodenbildung braucht Zeit, man rechnet mit Hunderten und Tausenden von Jahren. Während der circa 100 Jahre, die seit der Abgrabung vergangen sind, hat sich nur etwas Humus im Oberboden angereichert. Solche Böden heißen Regosols. Gerade diese jungen Böden sind selten und bieten besonderen Pflanzen und Tieren Lebensraum.
Zum Beispiel der schönen Heidenelke
oder einer der seltenen Sandbienenarten, die genau hier ihre Bruthöhle bauen kann.
Wie mit dem Lineal gezogen trennt der niedrige Zaun die offene Sanddüne von der mit Flechten, Gräsern, Kräutern und Büschen bestandenen Insel. Das zeigt, dass ohne die vielen Menschen, die im Sand spazieren gehen, die ganze Düne bewachsen wäre. Schauen wir uns die Vegetation näher an:
Da wächst zum Beispiel eine der Rentierflechten,
das blaugrün schimmernde Silbergras
oder die Sandsegge,
die unterirdische Ausläufer vorwärts schiebt, aus denen in regelmäßigen Abständen neue Stängel wachsen. Deswegen wird sie auch Nähmaschine Gottes genannt.
Die niedrigen Büsche sind Kriechweiden. Alle Flechten und Pflanzen der Vegetationsinsel sind "Hungerkünstler", die als erste den Sand besiedeln können. Entsprechend nährstoffarm ist ihr Boden, ein Lockersyrosem.
Hin und wieder kann man im Sand der Düne kleine, steile Trichter sehen. Es sind die Fanggruben des Ameisenlöwen, der Larve der Ameisenjungfer.
Der Ameisenlöwe ist ungefähr einen Zentimeter groß und sitzt im Sand verborgen am tiefsten Punkt des Trichters. Er lauert auf kleine Tiere, nicht nur auf Ameisen, die am oberen Rand des Trichters entlanglaufen und im losen Sand abrutschen. Er unterstützt dies indem er mit Kopf und Fangscheren Sand auf die Beute schleudert. Die Beute fängt er mit seinen Kieferzangen und saugt sie aus.
Wie baut der Ameisenlöwe seine Fangtrichter? Graben kann er sie mit seinen kleinen Beinen nicht. Im Rückwärtsgang schiebt er eine kreisförmige Rille mit dem Außendurchmesser des Trichters und bewegt sich spiralförmig nach innen, wobei er den losen Sand mit Kopf und Fangscheren bis zu 30 Zentimeter nach außen wirft. Am Grunde des Trichters angekommen, gräbt er sich ein und schleudert nachrutschenden Sand nach außen. Jeder, der schon einmal trockenen Sand auf einen Haufen geschaufelt hat, weiß, dass dabei ein Kegel mit einer Neigung von circa 30 Grad entsteht. Füllt man mehr Sand auf, rutscht er ab. Das gleiche Prinzip nutzt der Ameisenlöwe, der seine Trichter so steil baut, dass Beute, die an den Rand des Trichters kommt, mit etwas Sand nach unten rutscht.
Auch die Larve des Sandlaufkäfers hat ein bis zu 50 cm tiefes Loch in den Sand gegraben. Sie hat einen großen schwarzen Kopf und ein ovales Rückenschild, die das Loch komplett verschließen. Mit ihren Beinen, einem Fortsatz am Hinterleib und dem Leibende verspannt sie sich im oberen Teil der Höhle. Sobald sie mit ihren an der Oberseite des Kopfes liegenden Augen eine Beute entdeckt, schießt sie wie eine Rakete aus dem Loch, fängt das Tier mit den Scherenkiefern und zieht es in die Röhre. Die Larven von Ameisenjungfern, Sandlaufkäfern und auch die Sandbiene von Boden-denk!-mal 3 sind nur drei der vielen Beispiele für die ganz speziellen Anforderungen an Materialeigenschaften für den „Hausbau“.
Sie stehen auf dem höchsten Teil der Boberger Düne. Aber das ist nur der kümmerliche Rest einer umfangreichen Dünenlandschaft [Entstehung der Dünen], die sich bis zum Geesthang hinzog und großenteils abgegraben ist. Auch der Sand dieser Düne sollte verkauft werden, man konnte sich aber über den Preis nicht einigen. Fast überall sehen Sie den hellen Dünensand. Dazwischen liegen braune Streifen, die wir uns genauer ansehen sollten.
An den Rändern der Ausblasungswanne ist der in Boden-denk!-mal 5 [Kolluvisol über fossilem Podsol] beschriebene fossile Podsol zu sehen, aus dessen Verbreitung man die Form der ursprünglichen Düne abschätzen kann.
Die Bille-Siedlung liegt an der Dove-Elbe und ist auf einem Spülfeld entstanden.
Die Bille-Siedlung liegt an der Dove-Elbe und ist auf einem Spülfeld entstanden.
Der Eimerkettenbagger baggert Schlick und Sand aus. Links liegt die Baggerschute, die das Material weiter transportiert.
Der Eimerkettenbagger baggert Schlick und Sand aus. Links liegt die Baggerschute, die das Material weiter transportiert.
Spülkopf auf einem Spülfeld; Aufspülen des Gemisches aus Wasser, Sand und Schlick.
Spülkopf auf einem Spülfeld; Aufspülen des Gemisches aus Wasser, Sand und Schlick.
Das Bild zeigt ein Bodenprofil im Westteil des Spülfelds, auf dem die Bille-Siedlung steht (Station 6). Es zeigt vom Spülstrom geschichteten Sand mit Schlacke-, Schlick- und Ziegelgeröllen. Die rotbraunen Farben werden durch Eisenoxid hervorgerufen, das sich früher bei wechselnden Wasserständen im Boden abschied. Heute ist das Wasser versickert. Das Gelände ist bewaldet und an der Oberfläche hat sich in den Jahrzehnten seit der Aufspülung ein dünner Humushorizont gebildet.
Das Bild zeigt ein Bodenprofil im Westteil des Spülfelds, auf dem die Bille-Siedlung steht (Station 6). Es zeigt vom Spülstrom geschichteten Sand mit Schlacke-, Schlick- und Ziegelgeröllen. Die rotbraunen Farben werden durch Eisenoxid hervorgerufen, das sich früher bei wechselnden Wasserständen im Boden abschied. Heute ist das Wasser versickert. Das Gelände ist bewaldet und an der Oberfläche hat sich in den Jahrzehnten seit der Aufspülung ein dünner Humushorizont gebildet.
Bei klarer Sicht kann man vom Aussichtspunkt am Groten Heesen das ganze, hier 14 Kilometer breite Elbe-Urstromtal bis zu den Harburger Bergen überblicken. Wie die Landschaft des Naturschutzgebiets entstand, können Sie auf einer kleinen Zeitreise durch die vergangenen 200.000 Jahre verfolgen. Wir betrachten dazu die Veränderungen der Landschaft an einem schematischen Schnitt quer durch das Naturschutzgebiet, der von unserem Standort in 40 Metern Höhe bis 20 Meter unter dem heutigen Meeresspiegel reicht.
Bei klarer Sicht kann man vom Aussichtspunkt am Groten Heesen das ganze, hier 14 Kilometer breite Elbe-Urstromtal bis zu den Harburger Bergen überblicken. Wie die Landschaft des Naturschutzgebiets entstand, können Sie auf einer kleinen Zeitreise durch die vergangenen 200.000 Jahre verfolgen. Wir betrachten dazu die Veränderungen der Landschaft an einem schematischen Schnitt quer durch das Naturschutzgebiet, der von unserem Standort in 40 Metern Höhe bis 20 Meter unter dem heutigen Meeresspiegel reicht.
Vor 200.000 Jahren herrschte die Saale-Kaltzeit. Unser Aussichtspunkt (der rote Punkt) steckte in einem dicken Eispanzer, der vom Nordpol bis zum Mittelgebirge reichte. Das Eis war nicht rein, denn die Gletscher schleppten große Mengen Steine und feineres Material aus dem Untergrund mit. Ein großer Teil stammt aus Skandinavien.
Vor 200.000 Jahren herrschte die Saale-Kaltzeit. Unser Aussichtspunkt (der rote Punkt) steckte in einem dicken Eispanzer, der vom Nordpol bis zum Mittelgebirge reichte. Das Eis war nicht rein, denn die Gletscher schleppten große Mengen Steine und feineres Material aus dem Untergrund mit. Ein großer Teil stammt aus Skandinavien.
Vor 130.000 Jahren war das Eis geschmolzen. Zurück blieb eine Moräne, eine dicke Schicht aus den "Verunreinigungen" des Eises. Sie besteht aus einem Gemisch aus Steinen, Kies, Sand, Lehm und Mergel (siehe Grundbegriffe Gesteine).
Vor 130.000 Jahren war das Eis geschmolzen. Zurück blieb eine Moräne, eine dicke Schicht aus den "Verunreinigungen" des Eises. Sie besteht aus einem Gemisch aus Steinen, Kies, Sand, Lehm und Mergel (siehe Grundbegriffe Gesteine).
Die Gletscher der jüngsten, der Weichsel-Eiszeit haben Boberg nicht erreicht. Beim Abschmelzen des Eises entstand ein gewaltiger Strom, der sich tief in die Moräne einschnitt und das breite Urstromtal der Elbe bildete, an dessen nördlichem Rand wir stehen. Der Fluss selbst lag vor zwölftausend Jahren tiefer als unser Bildausschnitt. Am Hang traten mehrere Quellbäche aus, die ins Elbtal flossen. Nördlich und südlich des Elbtals schließt sich die Geest aus Sedimenten der Saale-Kaltzeit an.
Die Gletscher der jüngsten, der Weichsel-Eiszeit haben Boberg nicht erreicht. Beim Abschmelzen des Eises entstand ein gewaltiger Strom, der sich tief in die Moräne einschnitt und das breite Urstromtal der Elbe bildete, an dessen nördlichem Rand wir stehen. Der Fluss selbst lag vor zwölftausend Jahren tiefer als unser Bildausschnitt. Am Hang traten mehrere Quellbäche aus, die ins Elbtal flossen. Nördlich und südlich des Elbtals schließt sich die Geest aus Sedimenten der Saale-Kaltzeit an.
Jedes Mal, wenn die vielen Arme der damaligen Elbe über die Ufer traten, lagerten sie Sand ab, so dass die Sohle des Tals langsam anstieg. Bei Sturm trieb der Wind Sand an den nördlichen Rand des Elbtals, wo er sich vor der Geestkante in Dünen und auf der Hochfläche als Flugsanddecke ablagerte. Zwischen Geest und Düne staute sich das Quellwasser in kleinen Seen.
Jedes Mal, wenn die vielen Arme der damaligen Elbe über die Ufer traten, lagerten sie Sand ab, so dass die Sohle des Tals langsam anstieg. Bei Sturm trieb der Wind Sand an den nördlichen Rand des Elbtals, wo er sich vor der Geestkante in Dünen und auf der Hochfläche als Flugsanddecke ablagerte. Zwischen Geest und Düne staute sich das Quellwasser in kleinen Seen.
Durch den Anstieg des Meeresspiegels, der während der letzten Eiszeit viel tiefer als heute lag, erreichten vor circa 4.500 Jahren Ebbe und Flut das Hamburger Gebiet. Dies führte dazu, dass sich bei Hochwasser vor allem das feinkörnige Material der Elbe ablagerte, aus dem die typischen fruchtbaren Marschenböden entstanden [Boberger Boden-denk!-mal 7]. Die Seen am Geestrand sind inzwischen mit Resten von Pflanzen angefüllt und bilden ein Moor. Erst jetzt ist die Entstehung von Geest, Moor, Düne und Marsch, den vier natürlichen Landschaftsformen des Naturschutzgebiets angelegt, in denen sich Böden (siehe Grundbegriffe Böden) mit unterschiedlichen Eigenschaften bildeten.
Durch den Anstieg des Meeresspiegels, der während der letzten Eiszeit viel tiefer als heute lag, erreichten vor circa 4.500 Jahren Ebbe und Flut das Hamburger Gebiet. Dies führte dazu, dass sich bei Hochwasser vor allem das feinkörnige Material der Elbe ablagerte, aus dem die typischen fruchtbaren Marschenböden entstanden [Boberger Boden-denk!-mal 7]. Die Seen am Geestrand sind inzwischen mit Resten von Pflanzen angefüllt und bilden ein Moor. Erst jetzt ist die Entstehung von Geest, Moor, Düne und Marsch, den vier natürlichen Landschaftsformen des Naturschutzgebiets angelegt, in denen sich Böden (siehe Grundbegriffe Böden) mit unterschiedlichen Eigenschaften bildeten.
Seit circa 2.000 Jahren greift der Mensch deutlich in die Landschaft ein. Heute ist die Marsch kultiviert [Boberger Boden-denk!-mal 7], die Dünen sind weitgehend abgetragen [Boberger Boden-denk!-mal 3], in den Mooren wurde ein Teil des Torfes abgebaut [Boberger Boden-denk!-mal 9] und die Geestkante ist durch Lehmgewinnung circa 50 Meter zurückverlegt [Boberger Boden-denk!-mal 2]. Der steile Hang unmittelbar vor Ihnen ist nicht natürlich, sondern entstand durch den Lehmabbau durch Ziegeleien. Die Menschen haben diese Landschaft und ihre Böden stark verändert. Es mag als Widerspruch erscheinen, aber sie haben gerade dadurch die Lebensbedingungen für viele schützenswerte Pflanzen und Tiere geschaffen und tragen wesentlich dazu bei, dass die Boberger Niederung ein wertvolles Naturschutzgebiet ist.
Seit circa 2.000 Jahren greift der Mensch deutlich in die Landschaft ein. Heute ist die Marsch kultiviert [Boberger Boden-denk!-mal 7], die Dünen sind weitgehend abgetragen [Boberger Boden-denk!-mal 3], in den Mooren wurde ein Teil des Torfes abgebaut [Boberger Boden-denk!-mal 9] und die Geestkante ist durch Lehmgewinnung circa 50 Meter zurückverlegt [Boberger Boden-denk!-mal 2]. Der steile Hang unmittelbar vor Ihnen ist nicht natürlich, sondern entstand durch den Lehmabbau durch Ziegeleien. Die Menschen haben diese Landschaft und ihre Böden stark verändert. Es mag als Widerspruch erscheinen, aber sie haben gerade dadurch die Lebensbedingungen für viele schützenswerte Pflanzen und Tiere geschaffen und tragen wesentlich dazu bei, dass die Boberger Niederung ein wertvolles Naturschutzgebiet ist.
Sumpf-Stendelwurz
Sumpf-Stendelwurz
Breitblättrige Stendelwurz
Breitblättrige Stendelwurz
Breitblättriges Knabenkraut
Breitblättriges Knabenkraut
Großes Zweiblatt
Großes Zweiblatt
Golddistel
Golddistel
Sumpherzblatt
Sumpherzblatt
Rundblättriges Wintergrün
Rundblättriges Wintergrün
Gewöhnliche Natternzunge (ein Farn)
Gewöhnliche Natternzunge (ein Farn)
Von 1800 bis 1920 stieg die Bevölkerung Hamburgs rasant von circa hunderttausend auf eine Million Menschen. Entsprechend groß war der Bedarf an Ziegelsteinen für den Hausbau. Um Ziegel brennen zu können, braucht man Lehm oder Ton [siehe Grundbegriffe Gesteine] ohne Steine und ohne Kalk. Am Geesthang des Naturschutzgebiets fand man gut geeigneten "Lauenburger Ton", der beim Vorrücken der Gletscher der Saale-Kaltzeit [Boberger Boden-denk!-mal 1] aus tieferen Schichten nach oben in die stein- und kalkreiche Saale-Moräne gepresst wurde.
Von 1800 bis 1920 stieg die Bevölkerung Hamburgs rasant von circa hunderttausend auf eine Million Menschen. Entsprechend groß war der Bedarf an Ziegelsteinen für den Hausbau. Um Ziegel brennen zu können, braucht man Lehm oder Ton [siehe Grundbegriffe Gesteine] ohne Steine und ohne Kalk. Am Geesthang des Naturschutzgebiets fand man gut geeigneten "Lauenburger Ton", der beim Vorrücken der Gletscher der Saale-Kaltzeit [Boberger Boden-denk!-mal 1] aus tieferen Schichten nach oben in die stein- und kalkreiche Saale-Moräne gepresst wurde.
Von 1864 bis Anfang des 20. Jahrhunderts baute die Ziegelei Kroencke am Geesthang Ton ab. Um an die nur wenige Meter mächtige Tonschicht zu kommen, musste man große Mengen an Sediment abräumen, das im Naturschutzgebiet verteilt wurde. Durch den Abbau verschob sich der Geesthang um etwa 50 Meter nach Norden.
Von 1864 bis Anfang des 20. Jahrhunderts baute die Ziegelei Kroencke am Geesthang Ton ab. Um an die nur wenige Meter mächtige Tonschicht zu kommen, musste man große Mengen an Sediment abräumen, das im Naturschutzgebiet verteilt wurde. Durch den Abbau verschob sich der Geesthang um etwa 50 Meter nach Norden.
Zurück blieben mehrere schmale Terrassen, die Sie links und rechts der Treppe sehen können, und ein Teich am Fuß des Hangs. Aus dem Hang tritt besonders im Frühjahr Wasser aus, das den Boden der Terrassen nass hält. Im Herbst ist er trocken. Böden, die im Wechsel der Jahreszeiten feucht und trocken sind, nennt man Pseudogley. Der Lehmabbau auf dieser Terrasse musste beendet werden, als kalkhaltiger Geschiebemergel (siehe Grundbegriffe Gesteine) auftrat. Der Pseudogley enthält daher bis an die Oberfläche Kalk.
Zurück blieben mehrere schmale Terrassen, die Sie links und rechts der Treppe sehen können, und ein Teich am Fuß des Hangs. Aus dem Hang tritt besonders im Frühjahr Wasser aus, das den Boden der Terrassen nass hält. Im Herbst ist er trocken. Böden, die im Wechsel der Jahreszeiten feucht und trocken sind, nennt man Pseudogley. Der Lehmabbau auf dieser Terrasse musste beendet werden, als kalkhaltiger Geschiebemergel (siehe Grundbegriffe Gesteine) auftrat. Der Pseudogley enthält daher bis an die Oberfläche Kalk.
Feuchte, kalkhaltige Böden und viel Sonne sind Voraussetzungen für das Gedeihen einiger Orchideen und anderer geschützter Pflanzen, zum Beispiel der Sumpf-Stendelwurz. Das beantwortet die Frage, was Ziegel mit Orchideen zu tun haben. Ohne den Lehmabbau für die Ziegelherstellung, der die kalkhaltigen Pseudogleye zurückgelassen hat, würden hier keine Orchideen wachsen. Leider erhält sich die Orchideenwiese nicht selbst. Nur durch umfangreiche Pflegemaßnahmen (Mahd, Entfernen der Bäume und Büsche, Beweidung) wird sie nicht von stark wuchernden Gräsern, wie dem Landreitgras, Büschen und Bäumen überwachsen, die die Orchideen verdrängen
Feuchte, kalkhaltige Böden und viel Sonne sind Voraussetzungen für das Gedeihen einiger Orchideen und anderer geschützter Pflanzen, zum Beispiel der Sumpf-Stendelwurz. Das beantwortet die Frage, was Ziegel mit Orchideen zu tun haben. Ohne den Lehmabbau für die Ziegelherstellung, der die kalkhaltigen Pseudogleye zurückgelassen hat, würden hier keine Orchideen wachsen. Leider erhält sich die Orchideenwiese nicht selbst. Nur durch umfangreiche Pflegemaßnahmen (Mahd, Entfernen der Bäume und Büsche, Beweidung) wird sie nicht von stark wuchernden Gräsern, wie dem Landreitgras, Büschen und Bäumen überwachsen, die die Orchideen verdrängen
Auf nicht bewirtschafteten Regosol-Flächen entwickelt sich der seltene Sand-Magerrasen, auf dem neben der Heidenelke auch das Berg-Sandglöckchen wächst.
Auf nicht bewirtschafteten Regosol-Flächen entwickelt sich der seltene Sand-Magerrasen, auf dem neben der Heidenelke auch das Berg-Sandglöckchen wächst.
Im Magerrasen leben viele seltene Insekten, wie zum Beispiel die Blauflüglige Ödlandschrecke. Solange sie am Boden sitzt, tarnt sie sich perfekt mit ihren braunen Vorderflügeln.
Im Magerrasen leben viele seltene Insekten, wie zum Beispiel die Blauflüglige Ödlandschrecke. Solange sie am Boden sitzt, tarnt sie sich perfekt mit ihren braunen Vorderflügeln.
Auf der Flucht breitet sie ihre blau/schwarz/weißen Unterflügel aus und nutzt die Schrecksekunde, um zu fliehen.
Auf der Flucht breitet sie ihre blau/schwarz/weißen Unterflügel aus und nutzt die Schrecksekunde, um zu fliehen.
Eine Besonderheit dieser Fläche ist, dass die obere Sandschicht in einigen Bereichen etwas Kalk enthält. Das genügt, um Standort für andere Pflanzen zu sein. Statt der Heidenelke wächst die Karthäusernelke.
Eine Besonderheit dieser Fläche ist, dass die obere Sandschicht in einigen Bereichen etwas Kalk enthält. Das genügt, um Standort für andere Pflanzen zu sein. Statt der Heidenelke wächst die Karthäusernelke.
Vor allem wachsen hier einige Exemplare des Blaugrünen Schillergrases. Es wirkt unscheinbar, ist aber sehr selten. Unter anderem wegen dieser Pflanze ist ein Teil des Boberger Naturschutzgebiets ein nach EU Recht geschütztes "Natura 2000 Schutzgebiet". Merke: für den Naturschutz kommt es nicht auf die Schönheit, sondern auf die Schutzwürdigkeit von Pflanzen und Tieren an.
Vor allem wachsen hier einige Exemplare des Blaugrünen Schillergrases. Es wirkt unscheinbar, ist aber sehr selten. Unter anderem wegen dieser Pflanze ist ein Teil des Boberger Naturschutzgebiets ein nach EU Recht geschütztes "Natura 2000 Schutzgebiet". Merke: für den Naturschutz kommt es nicht auf die Schönheit, sondern auf die Schutzwürdigkeit von Pflanzen und Tieren an.
Sie ist weg, vor circa 100 Jahren abgegraben und abgefahren mit einer Lorenbahn, zum Beispiel um den Bahndamm nach Bergedorf zu bauen oder das Gelände in Billbrook soweit aufzuschütten, dass das Gewerbegebiet hochwassersicher ist.
Sie ist weg, vor circa 100 Jahren abgegraben und abgefahren mit einer Lorenbahn, zum Beispiel um den Bahndamm nach Bergedorf zu bauen oder das Gelände in Billbrook soweit aufzuschütten, dass das Gewerbegebiet hochwassersicher ist.
Ursprünglich muss die Düne deutlich höher gewesen sein als die Bäume. Zurück blieb eine schmale ebene Fläche aus Sand. Bodenbildung braucht Zeit, man rechnet mit Hunderten und Tausenden von Jahren. Während der circa 100 Jahre, die seit der Abgrabung vergangen sind, hat sich nur etwas Humus im Oberboden angereichert. Solche Böden heißen Regosols. Gerade diese jungen Böden sind selten und bieten besonderen Pflanzen und Tieren Lebensraum.
Ursprünglich muss die Düne deutlich höher gewesen sein als die Bäume. Zurück blieb eine schmale ebene Fläche aus Sand. Bodenbildung braucht Zeit, man rechnet mit Hunderten und Tausenden von Jahren. Während der circa 100 Jahre, die seit der Abgrabung vergangen sind, hat sich nur etwas Humus im Oberboden angereichert. Solche Böden heißen Regosols. Gerade diese jungen Böden sind selten und bieten besonderen Pflanzen und Tieren Lebensraum.
Zum Beispiel der schönen Heidenelke
Zum Beispiel der schönen Heidenelke
oder einer der seltenen Sandbienenarten, die genau hier ihre Bruthöhle bauen kann.
oder einer der seltenen Sandbienenarten, die genau hier ihre Bruthöhle bauen kann.
Wie mit dem Lineal gezogen trennt der niedrige Zaun die offene Sanddüne von der mit Flechten, Gräsern, Kräutern und Büschen bestandenen Insel. Das zeigt, dass ohne die vielen Menschen, die im Sand spazieren gehen, die ganze Düne bewachsen wäre. Schauen wir uns die Vegetation näher an:
Wie mit dem Lineal gezogen trennt der niedrige Zaun die offene Sanddüne von der mit Flechten, Gräsern, Kräutern und Büschen bestandenen Insel. Das zeigt, dass ohne die vielen Menschen, die im Sand spazieren gehen, die ganze Düne bewachsen wäre. Schauen wir uns die Vegetation näher an:
Da wächst zum Beispiel eine der Rentierflechten,
Da wächst zum Beispiel eine der Rentierflechten,
das blaugrün schimmernde Silbergras
das blaugrün schimmernde Silbergras
oder die Sandsegge,
oder die Sandsegge,
die unterirdische Ausläufer vorwärts schiebt, aus denen in regelmäßigen Abständen neue Stängel wachsen. Deswegen wird sie auch Nähmaschine Gottes genannt.
die unterirdische Ausläufer vorwärts schiebt, aus denen in regelmäßigen Abständen neue Stängel wachsen. Deswegen wird sie auch Nähmaschine Gottes genannt.
Die niedrigen Büsche sind Kriechweiden. Alle Flechten und Pflanzen der Vegetationsinsel sind "Hungerkünstler", die als erste den Sand besiedeln können. Entsprechend nährstoffarm ist ihr Boden, ein Lockersyrosem.
Die niedrigen Büsche sind Kriechweiden. Alle Flechten und Pflanzen der Vegetationsinsel sind "Hungerkünstler", die als erste den Sand besiedeln können. Entsprechend nährstoffarm ist ihr Boden, ein Lockersyrosem.
Hin und wieder kann man im Sand der Düne kleine, steile Trichter sehen. Es sind die Fanggruben des Ameisenlöwen, der Larve der Ameisenjungfer.
Hin und wieder kann man im Sand der Düne kleine, steile Trichter sehen. Es sind die Fanggruben des Ameisenlöwen, der Larve der Ameisenjungfer.
Der Ameisenlöwe ist ungefähr einen Zentimeter groß und sitzt im Sand verborgen am tiefsten Punkt des Trichters. Er lauert auf kleine Tiere, nicht nur auf Ameisen, die am oberen Rand des Trichters entlanglaufen und im losen Sand abrutschen. Er unterstützt dies indem er mit Kopf und Fangscheren Sand auf die Beute schleudert. Die Beute fängt er mit seinen Kieferzangen und saugt sie aus.
Der Ameisenlöwe ist ungefähr einen Zentimeter groß und sitzt im Sand verborgen am tiefsten Punkt des Trichters. Er lauert auf kleine Tiere, nicht nur auf Ameisen, die am oberen Rand des Trichters entlanglaufen und im losen Sand abrutschen. Er unterstützt dies indem er mit Kopf und Fangscheren Sand auf die Beute schleudert. Die Beute fängt er mit seinen Kieferzangen und saugt sie aus.
Wie baut der Ameisenlöwe seine Fangtrichter? Graben kann er sie mit seinen kleinen Beinen nicht. Im Rückwärtsgang schiebt er eine kreisförmige Rille mit dem Außendurchmesser des Trichters und bewegt sich spiralförmig nach innen, wobei er den losen Sand mit Kopf und Fangscheren bis zu 30 Zentimeter nach außen wirft. Am Grunde des Trichters angekommen, gräbt er sich ein und schleudert nachrutschenden Sand nach außen. Jeder, der schon einmal trockenen Sand auf einen Haufen geschaufelt hat, weiß, dass dabei ein Kegel mit einer Neigung von circa 30 Grad entsteht. Füllt man mehr Sand auf, rutscht er ab. Das gleiche Prinzip nutzt der Ameisenlöwe, der seine Trichter so steil baut, dass Beute, die an den Rand des Trichters kommt, mit etwas Sand nach unten rutscht.
Wie baut der Ameisenlöwe seine Fangtrichter? Graben kann er sie mit seinen kleinen Beinen nicht. Im Rückwärtsgang schiebt er eine kreisförmige Rille mit dem Außendurchmesser des Trichters und bewegt sich spiralförmig nach innen, wobei er den losen Sand mit Kopf und Fangscheren bis zu 30 Zentimeter nach außen wirft. Am Grunde des Trichters angekommen, gräbt er sich ein und schleudert nachrutschenden Sand nach außen. Jeder, der schon einmal trockenen Sand auf einen Haufen geschaufelt hat, weiß, dass dabei ein Kegel mit einer Neigung von circa 30 Grad entsteht. Füllt man mehr Sand auf, rutscht er ab. Das gleiche Prinzip nutzt der Ameisenlöwe, der seine Trichter so steil baut, dass Beute, die an den Rand des Trichters kommt, mit etwas Sand nach unten rutscht.
Auch die Larve des Sandlaufkäfers hat ein bis zu 50 cm tiefes Loch in den Sand gegraben. Sie hat einen großen schwarzen Kopf und ein ovales Rückenschild, die das Loch komplett verschließen. Mit ihren Beinen, einem Fortsatz am Hinterleib und dem Leibende verspannt sie sich im oberen Teil der Höhle. Sobald sie mit ihren an der Oberseite des Kopfes liegenden Augen eine Beute entdeckt, schießt sie wie eine Rakete aus dem Loch, fängt das Tier mit den Scherenkiefern und zieht es in die Röhre. Die Larven von Ameisenjungfern, Sandlaufkäfern und auch die Sandbiene von Boden-denk!-mal 3 sind nur drei der vielen Beispiele für die ganz speziellen Anforderungen an Materialeigenschaften für den „Hausbau“.
Auch die Larve des Sandlaufkäfers hat ein bis zu 50 cm tiefes Loch in den Sand gegraben. Sie hat einen großen schwarzen Kopf und ein ovales Rückenschild, die das Loch komplett verschließen. Mit ihren Beinen, einem Fortsatz am Hinterleib und dem Leibende verspannt sie sich im oberen Teil der Höhle. Sobald sie mit ihren an der Oberseite des Kopfes liegenden Augen eine Beute entdeckt, schießt sie wie eine Rakete aus dem Loch, fängt das Tier mit den Scherenkiefern und zieht es in die Röhre. Die Larven von Ameisenjungfern, Sandlaufkäfern und auch die Sandbiene von Boden-denk!-mal 3 sind nur drei der vielen Beispiele für die ganz speziellen Anforderungen an Materialeigenschaften für den „Hausbau“.
Sie stehen auf dem höchsten Teil der Boberger Düne. Aber das ist nur der kümmerliche Rest einer umfangreichen Dünenlandschaft [Entstehung der Dünen], die sich bis zum Geesthang hinzog und großenteils abgegraben ist. Auch der Sand dieser Düne sollte verkauft werden, man konnte sich aber über den Preis nicht einigen. Fast überall sehen Sie den hellen Dünensand. Dazwischen liegen braune Streifen, die wir uns genauer ansehen sollten.
Sie stehen auf dem höchsten Teil der Boberger Düne. Aber das ist nur der kümmerliche Rest einer umfangreichen Dünenlandschaft [Entstehung der Dünen], die sich bis zum Geesthang hinzog und großenteils abgegraben ist. Auch der Sand dieser Düne sollte verkauft werden, man konnte sich aber über den Preis nicht einigen. Fast überall sehen Sie den hellen Dünensand. Dazwischen liegen braune Streifen, die wir uns genauer ansehen sollten.
An den Rändern der Ausblasungswanne ist der in Boden-denk!-mal 5 [Kolluvisol über fossilem Podsol] beschriebene fossile Podsol zu sehen, aus dessen Verbreitung man die Form der ursprünglichen Düne abschätzen kann.
An den Rändern der Ausblasungswanne ist der in Boden-denk!-mal 5 [Kolluvisol über fossilem Podsol] beschriebene fossile Podsol zu sehen, aus dessen Verbreitung man die Form der ursprünglichen Düne abschätzen kann.