Georisiken

Geogefahren

Geogefahren entstehen durch natürliche Veränderungen im Untergrund, die Schäden an Infrastruktur und Gebäuden verursachen, sowie Menschen gefährden können. Auch in Hamburg kann es – wenn auch selten – zu Ereignissen wie z.B.: Rutschungen, Erdfällen oder Setzungen kommen. Menschliche Einflüsse auf den Untergrund können diese Prozesse verstärken. Daher ist es wichtig, diese Risiken im Blick zu behalten, um Schäden zu vermeiden.

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft
Hangrutschung in Nienstedten im Dezember 2023
Hangrutschung in Nienstedten im Dezember 2023 BUKEA

Inhaltsverzeichnis

Hangrutschungen

Gelegentliche kleinere Hangrutschungen im Bereich des Elbhanges zwischen Teufelsbrück und Rissen haben dazu beigetragen, dass dieses Phänomen in Hamburg seit den 1980iger Jahren systematisch beobachtet wird.

Auf der Basis von geodätischen Vermessungen des Vermessungsamtes Hamburg (heute Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung) wurden die in der Vergangenheit aufgetretenen Bodenbewegungen beobachtet. In den folgenden Jahren wurden Wiederholungsmessungen an festgelegten Profilen durchgeführt, um die Kontrolle der Hangstabilität insgesamt sicherzustellen. Aktuell übernimmt eine satellitengestützte Vermessung ähnlich dem z.B. „BodenBewegungsdienst Deutschland - BBD“ der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) diese Funktion.

Beobachtungen zu Bodenbewegungen und Hangrutschungen teilen Sie bitte dem Geologischen Landesamt Hamburg per Mail mit: gla@bukea.hamburg.de.

Bauwerksschäden bei setzungsempfindlichen Böden

Informationen über Flächen, in denen Baugrundverformungen wie Setzungen oder Hebungen auftreten, können wichtige Hinweise zu Risiken für Bauwerke geben.

Als setzungsempfindliche Böden werden vor allem organische Böden und Böden mit organogenen Beimengungen sowie Böden mit hohem Feinkornanteil in Abhängigkeit ihrer plastischen Eigenschaften genannt. Hierzu gehören Böden mit einem höheren Tonanteil und/oder organischen Beimengungen. Derartige Böden sind in der Hamburger Elbmarsch weit verbreitet und werden bei der Baugrundbeurteilung normalerweise ausreichend berücksichtigt. Weniger bekannt sind allerdings setzungsempfindliche Böden in tieferen Bodenschichten im Wechsel mit eiszeitlichen Ablagerungen der Geest, hier können Schichten vergangener Warmzeiten ebenfalls Tone oder Torfe enthalten. Werden diese z.B. in Trockenjahren stark entwässert, können ebenfalls Bauwerksschäden auftreten. Weitere Informationen zu Eigenschaften des Hamburger Baugrunds finden Sie unter Baugrund.

Warmzeitliche Ablagerungen im Hamburger Baugrund
Warmzeitliche Ablagerungen im Hamburger Baugrund BUKEA

Geogenes Radon im Hamburger Untergrund

Radon ist ein geruch- und farbloses, radioaktives Gas, das als Zerfallsprodukt von natürlichem Uran in Böden und Gesteinen entsteht. In hohen Konzentrationen und langfristiger Exposition kann Radon die Entstehung von Lungenkrebs fördern. Radon-Konzentrationen im Boden in der norddeutschen Tiefebene sind meist gering. Das Geogene Radonpotenzial (GRP) des Untergrunds kann Anhaltspunkte für mögliche erhöhte Radon-Konzentrationen in Innenräumen liefern. Weiterführende Informationen zu Radon finden Sie auf den Seiten der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz unter Schutz vor Radon - hamburg.de, sowie auf den Seiten des Bundesamtes für Strahlenschutz unter BfS - Radon.

Erdfälle und Subrosionssenken

Erdfälle sind Einbrüche und Subrosionssenken sind Senkungen der Erdoberfläche, die jeweils mit der Lösung von Gesteinen im Untergrund zusammenhängen. Auf Hamburger Stadtgebiet sind im südlichen Bereich der Salzstruktur Othmarschen-Langenfelde in Klein Flottbek und Othmarschen zwei großflächige Senkungsbereiche und eine Reihe solcher Erdfallstrukturen lokalisiert worden (s. Buurman, 2010). Die jüngsten stammen aus der Neuzeit, dennoch ist ein Auftreten neuer Erdfälle möglich. Je nach Größe und Ausprägung dieser Strukturen können diese – insbesondere in einer dicht besiedelten urbanen Region wie dem Hamburger Raum – zu einer Gefahr z.B. für die Infrastruktur werden.

Erdfälle erscheinen oft als mehr oder weniger rundliche dezimeter- bis zehnermetergroße, schacht- bis trichterförmige Einbrüche oder Einstürze an der Erdoberfläche. Ihre Durchmesser reichen in Hamburg von wenigen Dezimetern bis Metern (z.B.: Bahrenfelder See). Mit Ausnahme dieser Kollapsstrukturen, die sich innerhalb von Minuten bilden und oft von Vorläufersignalen wie leichten Erdbeben begleitet werden, können die Absenkungen in Erdfallgebieten kontinuierlich und mit kleinen Raten von mm pro Jahr über Jahre bis Jahrzehnte hinweg stattfinden. Auch nach langen Perioden von Inaktivität können Erdfälle wieder reaktiviert werden. Auch durch den Menschen verursachte Aktivitäten (Bebauung, Veränderungen im hydrologischen System, etc.) können zur Bildung oder zur Reaktivierung von Erdfällen beitragen.

Bild vom Bahrenfelder See
Bahrenfelder See Grube

Hinweise und Beobachtungen zu Senkungen oder Erdfällen teilen Sie bitte dem Geologischen Landesamt Hamburg per Mail mit: gla@bukea.hamburg.de.

Erdbeben

Deutschland gehört aufgrund seiner geologisch-tektonischen Lage überwiegend nicht zu den Regionen dieser Erde, wo mit starken Erdbeben und entsprechenden Folgen gerechnet werden muss. Gleichwohl ist auch in Deutschland der Untergrund keineswegs völlig ruhig. Heutige Ursachen hierfür sind plattentektonische Bewegungen sowie Ausgleichbewegungen durch das Abschmelzen des Kilometer dicken kaltzeitlichen Eisschildes über Skandinavien. Die Haupterdbebengebiete in Deutschland sind der Rheingraben, die Niederrheinische Bucht, die Schwäbische Alb, das Alpengebiet, die Bodenseeregion und das Vogtland. Die Erdbebentätigkeit in Deutschland lässt sich als gering bis moderat einstufen (BGR - Seismizität in Deutschland). Die meisten Beben im deutschen Raum sind häufig so schwach, dass sie nicht vom Menschen wahrgenommen werden, sondern nur von speziellen Messgeräten (Seismometer) zu erfassen sind. Aufgrund der großen Besiedlungsdichte und den damit verbundenen potenziellen Risiken durch derartige Naturereignisse ist jedoch auch in Deutschland eine kontinuierliche Aufzeichnung der Erdbebenaktivitäten erforderlich. Wenn Sie aktuelle Informationen über Erdbeben in Deutschland und weltweit erhalten möchten, folgen Sie bitte dem Link zur Internetseite der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Norddeutschland wird allgemein als Gebiet mit niedriger seismischer Aktivität angesehen. Nachweise von mittleren und schweren Erdbeben (Magnitude größer als 4) gibt es in historischer Zeit nicht. Hamburg gehört laut DIN EN 1998-1/NA zu keiner Erdbebenzone.

Erdbeben in Hamburg

Obwohl Erdbeben im norddeutschen Raum generell zu den selten zu spürenden Naturereignissen zählen, waren auch in Hamburg schon wenige Male lokal leichte Erschütterungen zu spüren. Die jüngsten Erdbeben wurden in Hamburg-Flottbek u. a. in den Jahren 2000 und 2009 registriert.

Bei Hinweisen auf Erdbeben wenden Sie sich bitte an das Geologische Landesamt Hamburg per Mail: gla@bukea.hamburg.de

Weiterführende Informationen

Downloads

Erdbeben

Karte: Erdbeben in Hamburg
Geologisches Landesamt

Erdbeben in Hamburg Erdbeben am 8. April 2000

Am Sonnabend, den 8. April 2000, sind von Anwohnern in Bahrenfeld / Gr. Flottbek gegen 21:30 Uhr starke Erschütterungen gespürt worden.