Wohldorf / Ohlstedt

Duvenstedter Brook

13. Dezember 2011

In der Weichsel-Eiszeit stieß das nordische Inlandeis aus nördlicher bis nordöstlicher Richtung nach Norddeutschland vor. Dabei wurden alle Flüsse, die in Richtung Ostsee flossen, vom Inlandeis aufgestaut. So entstanden sowohl beim Vorstoß als auch beim Abschmelzen des Eises zum Teil ausgedehnte Eisstauseen.

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft

Ein solcher Eisstausee bestand im Bereich des Duvenstedter Brooks. In dem flachen Seebecken wurden überwiegend Feinsande und Schluffe abgelagert. Schließlich entstand ein Überlauf über die Ammersbek in Richtung des heutigen Alstertales. Die Fläche des ehemaligen Eisstausees ist im Bereich des Duvenstedter Brooks als völlig ebene Landschaft noch heute gut erkennbar. Vereinzelt ragen ältere Sand- und Geschiebelehminseln aus der ehemaligen Seefläche hervor.

Lage

Karte

Daten und Fakten

Objekt-Nr.:

8

Ortsbezeichnung:

Wohldorf/Ohlstedt

Bundesland:

Hamburg

TK 25-Nr.:

2226 Wakendorf/2227 Bargteheide

Rechts- u. Hochwert:

R 35 753 - 35 790, H 59 540 - 59 571

Geländehöhe:

NN +24 bis 28 m

Geotoptyp:

glaziale Landschaftsform (ehemaliger Eisstausee)

Regionalgeologische
Zuordnung:

Oberes Alstertal, Randbereich der Weichsel-Vereisung

Stratigraphische Stellung
(geologische Einheit):

Weichsel-Kaltzeit

Petrographische
Beschreibung:

Wechsellagerungen von Schluffen und Feinsanden (Beckenablagerungen), die örtlich von Geschiebelehm/-mergel unterbrochen werden.

Genese:

Eisstausee der Weichsel-Eiszeit, der über die Ammersbek in Richtung des heutigen Alstertales entwässerte.

Aufschlussart:

weichseleiszeitlich geprägte periglaziale Landschaftsform

Größe des Objekts:

780 ha

Erreichbarkeit:

gut

Nutzung:

Wald, Grünland

Zustand des
Objektes:

gut

Schutzstatus:

Naturschutzgebiet


Bemerkungen/Kurzbeschreibung

In der Weichsel-Eiszeit stieß das nordische Inlandeis von der Ostsee-Senke her nach Norddeutschland vor. Dabei entstanden ebenso wie beim Abschmelzen des Eises in den Gebieten, die zur Ostsee hin entwässerten, ausgedehnte Eisstauseen. Ein solcher Eisstausee hat sich im Bereich des Duvenstedter Brooks ausgebildet. In dem flachen Seebecken wurden Feinsande und Schluffe abgelagert, wie sie für solche Seen kennzeichnend sind. Allerdings fehlt im Untergrund des Duvenstedter Brooks die sonst oft feststellbare Jahresschichtung. In dem ehemaligen Seebecken gibt es inselartige Aufragungen saalezeitlicher Lehme und Sande; dennoch ist die Fläche des ehemaligen Eisstausees im Bereich des Duvenstedter Brooks gut erkennbar.

Literatur

  • Köpke, A., Möller, I., Pump, K., Seeger, K. & Thannheiser, D. (1996): Das Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook. – In: Köpke, A., Möller, I., Pump, K., Seeger, K. & Thannheiser, D. (Hrsg.): Grüne Oasen in Hamburg. Ausgewählte Naturschutzgebiete Hamburgs (Teil 1): 11-23.
  • Mende, R. (1956): Eis - Wasser - Wind. Eine allgemein verständliche Eiszeitgeologie der Hamburger Gegend. - Hamburg: Christians-Verlag. 344 S.
  • Schmille, K. (2011): Die hamburgischen Naturschutzgebiete. - Bremen: Edition Temmen. 308 S.

Autor: Dr. J. Ehlers

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