Der "Zeugenberg"
Zum Teil ist die Geest der Harburger Berge so stark zerschnitten worden, dass lediglich einzelne Kuppen der ursprünglichen Hochfläche als „Zeugenberge“ zurückblieben. Das beste Beispiel hierfür ist der 64,8 m hohe Falkenberg in Neugraben. Die Höhe des Berges und der Nordhang sind durch eine mehrteilige Wallanlage befestigt. Die Sage behauptet, dass Gödeke Michels, der gefürchtete Seeräuber und Kumpan Störtebekers auf dem Falkenberg bei Neugraben gehaust habe.
Lage
Daten und Fakten
Bemerkungen/Kurzbeschreibung
Die Harburger Berge sind in der Saale-Eiszeit entstanden. Sie sind überwiegend aus Schmelzwassersanden aufgebaut. In der Weichsel-Eiszeit haben die Gletscher die Elbe nicht mehr überschritten. Die Harburger Berge lagen jedoch im Einflussbereich des Periglazialklimas. Dauerfrostboden führte dazu, dass Niederschlags- und Schneeschmelzwasser nicht versickern konnte. Im Sommer taute der Boden bis in eine Tiefe von gut 1 m auf. Die wassergesättigte Auftauschicht war äußerst mobil. Ab einer Hangneigung von 2 Grad kam es zu Bodenfließen (Solifluktion). Auf diese Weise sind die großen Trockentäler der Geest entstanden. Zum Teil führte die Zerschneidung der Hochgebiete so weit, dass lediglich einzelne Kuppen der ursprünglichen Hochfläche als "Zeugenberge" zurückblieben. Das beste Beispiel hierfür ist der Falkenberg in Neugraben.
Literatur
- Ehlers, J. (1978): Die quartäre Morphogenese der Harburger Berge und ihrer Umgebung. - Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in Hamburg 68: 181 S.
- Ehlers, J. (1987): Geologische Karte von Hamburg 1:25.000, Erläuterungen zu Blatt Nr. 2525 Harburg. - Hamburg: Geologisches Landesamt. 120 S.
- Ehlers, J. (1990): Untersuchungen zur Morphodynamik der Vereisungen Norddeutschlands unter Berücksichtigung benachbarter Gebiete. - Bremer Beiträge zur Geographie und Raumplanung 19: 166 S.
- Köpke, A., Möller, I., Pump, K., Seeger, K. & Thannheiser, D. (1996): Das Naturschutzgebiet Fischbeker Heide. – In: Köpke, A., Möller, I., Pump, K., Seeger, K. & Thannheiser, D. (Hrsg.): Grüne Oasen in Hamburg. Ausgewählte Naturschutzgebiete Hamburgs (Teil 1): 49-62.
- Prigge, H. (1937): Grundsätzliches über die Endmoränen Norddeutschlands. - Aus der Heimat 50 (2): 33-41.
Autor: Dr. J. Ehlers