Neugraben-Fischbek

Nincoper Moor, Francoper Moor, Vierzigstücker Moor

07. Oktober 2009

Die Entstehung der Randmoore des Elbtales lässt sich bis in die ausgehende Weichsel-Kaltzeit zurückverfolgen.

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft
Nincoper Moor, Francoper Moor, Vierzigstücker Moor
Ehlers

Bemerkungen/Kurzbeschreibung

Die basalen Teile der organogenen Ablagerungen bestehen aus Tongyttjen, die sich in abgeschnürten Altarmen des Elbe-Urstromtales gebildet haben. Bereits im Spätglazial waren in einer Tiefe von Nn -8 m Kalkmudden abgelagert worden (Hallik, 1954). Während in Elbnähe seit dem Atlantikum perimariner Klei abgelagert wurde, ging in größerer Flußferne die Vermoorung weiter. Die Grenze liegt im Süderelberaum etwa im Bereich der Moorwettern. Die Flachmoorbildung wurde in der zweiten Hälfte des Subboreals örtlich durch Hochmoorbildung abgelöst. In Elbnähe hörte die Vermoorung im Verlauf des Holozäns nach und nach auf (seit dem Atlantikum) und wurde durch Kleiablagerungen ersetzt. In größerer Flussferne ging dagegen die Vermoorung weiter. Die Grenze der Kleiüberdeckung liegt im Süderelberaum etwa im Bereich der Moorwettern. Die Flachmoorbildung wurde in der zweiten Hälfte des Subboreals örtlich durch Hochmoorbildung abgelöst. Der Torf wurde im Nincoper Moor in zahlreichen kleinen Torfstichen abgebaut.

Nincoper Moor, Francoper Moor, Vierzigstücker Moor Grafik
Ehlers

Die Torfstiche sind heute völlig zugewachsen. Der Wasserspiegel ist stark abgesenkt, wodurch die typische Moorvegetation verdrängt worden ist.

Lage

Karte

Daten und Fakten

Objekt-Nr.:

18

Ortsbezeichnung:

Neugraben - Fischbek

Bundesland:

Hamburg

TK 25-Nr.:

2525 Harburg

Rechts- u. Hochwert:

R 35 532 - 35 536, H 59 279 - 59 289

Geländehöhe:

NN + 0,8 bis 1,4 m

Geotoptyp:

Nieder-/Übergangs-/Hochmoor

Regionalgeologische
Zuordnung:

südliches Randmoor des Elbtales

Stratigraphische Stellung
(geologische Einheit):

Holozän

Petrographische
Beschreibung:

Mudde, Torf

Genese:

Die Entstehung der Randmoore des Elbtales lässt sich bis in die ausgehende Weichsel-Kaltzeit zurückverfolgen. Bereits im Spätglazial waren in einer Tiefe von NN -8 m Kalkmudden als basale Teile der Moore abgelagert worden. Darüber bildeten sich zunächst in abgeschnürten Altarmen des Elbe-Urstromtales organogene Tongyttjen, die später von Flach- und Hochmoorbildungen überdeckt wurden (Hallik, 1954).

Aufschlussart:

historisch entstandene Landschaftsform

Größe des Objekts:

ca. 50 ha

Erreichbarkeit:

Brunnenschutzgebiet für die Öffentlichkeit gesperrt.

Nutzung:

Weideland und Brunnenschutzgebiet der HWW

Zustand des
Objektes:

Durch Torfabbau und Absenkung des Grundwasserspiegels großflächig zu Birken- und Birken-Weiden-Bruchwäldern entwickelt; Renaturierung wird angestrebt.

Schutzstatus:

Das Geotop ist Teil des am 7.8.2001 ausgewiesenen Naturschutzgebietes Moorgürtel.

Literatur

  • Hallik, R. (1954): Die Marschen der Unterelbe im Spät- und Postglazial. – Mitteilungen aus dem Geologischen Staatsinstitut in Hamburg 23: 57-60.
  • Hallik, R. (1962): Das Elbtal bei Hamburg seit dem Ende der Eiszeit. – Abhandlungen und Verhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg, N.F. VI: 233-250.
  • Möller, I. (1999): Das Naturschutzgebiet Nincoper Moor. – In: Köpke, A. & Thannheiser, D. (Hrsg.): Grüne Oasen in Hamburg. Ausgewählte Naturschutzgebiete Hamburgs (Teil 2): 85-101.

Autor: Dr. J. Ehlers

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