Gebäude
Das Bestandsgebäude setzt sich aus drei Gebäudeteilen unterschiedlicher Baujahre zusammen: die Kfz-Werkstatt (Baugenehmigung v. 1970), die Kehrmaschinenwerkstatt (Baugenehmigung v. 2009) und den Verwaltungsanbau (Baugenehmigung v. 2010).
Der Grundstein des Gebäudes wurde im Jahr 1913 mit der Errichtung eines 5-geschossigen Verwaltungsgebäudes gelegt. Dem damaligen Gebäude wurde zu Beginn der 1970er Jahre eine Kfz-Werkstatt an der Ostseite vorgelagert. Im Jahr 2009 wurde die Ergänzung einer Werkstatt für Kehrmaschinen an der Nordseite der Kfz-Werkstatt genehmigt und anschließend errichtet. Kurz darauf wurde das ursprüngliche Verwaltungsgebäude bis zur Oberkante Kellerdecke rückgebaut und durch einen neuen 2-geschossigen Verwaltungsanbau in Massivbauweise ersetzt.
Bei dem fokussierten Gebäude handelt es sich um ein teilweise unterkellertes, zweigeschossiges Nichtwohngebäude (Kfz-Werkstatt).
Das Gebäude hat 17 Dächer, 27 Tore und eine Gebäudehöhe von rund 11 Metern. Der Bruttorauminhalt liegt bei 28.000 Kubikmetern.
Dieses Bestandsgebäude ist in Skelettbauweise errichtet. Stahlbeton-Fertigteilstützen B 450 tragen die Stahlbinder der Pultdächer.
Modernisierung
Das Ziel der Modernisierung der Kfz-Werkstatt war der KfW-Effizienzgebäudestandard 70. Hierzu war die energetische Modernisierung der gesamten Gebäudehülle, die Umrüstung von Heizlüftern auf Strahlungsheizung, die Umrüstung auf LED-Beleuchtung, die Erweiterung der PV-Anlage sowie die Installation von Mess-, Steuer- & Regelungstechnik erforderlich.
Die bestehende Außenwandkonstruktion wurde unter fachgerechter Ausführung bis auf das asbestfreie, innenliegende Flachblech rückgebaut und entsorgt. Auf die verbleibende Fassade wurde ein Kassetten- und Haltersystem angebracht, welches das neue Stehfalzblech trägt. Die Zwischenräume wurden mit einem nachhaltigen Dämmstoff ausgefüllt.
Die bestehende Dachkonstruktion wurde unter fachgerechter Ausführung bis auf das innenliegende Trapezblech rückgebaut und entsorgt. Auf das verbleibende Trapezblech wurden eine Dampfsperre und ein Haltersystem, welches das neue Stehfalzblech trägt, angebracht. Zwischen Trapez- und Stehfalzblech wurde ein nachhaltiger Dämmstoff eingebaut. Eine vorangegangene statische Prüfung hatte ergeben, dass eine Verstärkung der Dachkonstruktion in den Endfeldern erforderlich war.
Bei dem verwendeten, nachhaltigen Dämmstoff handelt es sich um zertifizierte Mineralwolle gem. RAL-UZ 140 (Blauer Engel). Der Dämmstoff wurde außenseitig auf das Trapezblech mit Dampfsperre aufgebracht.
Die Außenwände der Kellerräume wurden innenliegend und die Kellerdecke in unbeheizten Kellerbereichen gegen die beheizten Räume des Erdgeschosses (> 19°C) gedämmt. Auf die Bodenplatte im beheizten (> 19°C) und nicht unterkellerten Erdgeschoss wurde eine innenliegende Dämmung aufgebracht.
Die Fenster in den Sheddächern besaßen eine einfache Drahtverglasung im Stahlrahmen und wurden durch Fenster mit Zweifachisolierverglasung im Kunststoffrahmen ersetzt.
Die 27 Außentore wurden durch Tore mit einem verbesserten Wärmeschutz und höherem transparenten Anteil ersetzt.
Die bestehenden Heizlüfter wurden durch eine Infrarotheizung (Deckenstrahlplatten) ersetzt.
Neue Beleuchtungsanlagen mit LED-DALI-Technologie wurden im Gebäude installiert und werden mit einer Licht- und Präsenzsteuerung betrieben.
Heizung und Beleuchtung wurden auf die bedarfsgerechte Leittechnik von Kieback & Peter in Verbindung mit einer entsprechenden Mess-, Steuer- und Regelungstechnik unter Erfassung und Nachsteuerung der aktuellen Raumtemperatur aufgeschaltet.
Die vorhandene Photovoltaikanlage aus dem Jahr 2006 (37 kWp) wurde um eine neue Photovoltaikanlage auf die neun ungenutzten Dächer erweitert (83 kWp).
In diesem Zusammenhang wurde eine neue Blitzschutzanlage auf das modernisierte Dach aufgebracht.
Die besonderen Herausforderungen bei der Modernisierung waren die Arbeiten im laufenden Betrieb und die baulichen Gegebenheiten (bspw. Anzahl der Dächer, Dachneigung). Es war erforderlich die Maßnahme in sieben Bauabschnitten auszuführen.
Ergebnis
Durch die Sanierung können jährlich rund 200 t CO2 und ca. 144.000 € an Heizenergiekosten für das Gebäude eingespart werden. Es wurde eine Wärmeenergieeinsparung von ca. 76% erreicht.
Die Sanierungsmaßnahme wurde sowohl durch den Bund (KfW Effizienzgebäude) als auch durch das Land (IFB) gefördert.