Die EU-Gebäuderichtlinie gibt vor, dass bis 2033 die 26% der NWG mit dem größten Einsparpotenzial (Worst-Performing-Building) energetisch saniert werden müssen.
Das Öko-Institut e.V. und das Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien - IREES GmbH wurden beauftragt, eine Übersicht über den NWG-Bestand zu erarbeiten und potenzielle Instrumente einer Strategie für deren Sanierung zu entwickeln. Im Rahmen der Studie wurden zahlreiche Stakeholder beteiligt.
Die umfassenden Studienergebnisse und eine Kurzfassung stehen am Ende der Seite zum Download bereit.
Es gibt circa 4.000 öffentliche und 45.000 private Nichtwohngebäude in Hamburg.
Büros (25%), Verkaufsstätten (21%), Hallen (15%), Werkstätten (11%) und Betriebsgebäude (7%) machen zusammen etwa drei Viertel der Nettogrundfläche der privaten NWG in Hamburg aus.
Bei welchen NWG besteht Sanierungsbedarf in der Heiztechnik?
- Um die Emissionen von Gebäuden zu senken, müssen fossile durch erneuerbare Wärmeerzeuger ersetzt werden.
- Der Anteil an NWG mit Fernwärme ist in den Gebäudetypen unterschiedlich hoch und liegt insgesamt bei circa einem Drittel (flächenbezogene) und über dem Bundesschnitt.
- Zwei Drittel der NWG werden aktuell mit Gas oder Heizöl beheizt. Diese fossilen Heizungen müssen bis 2045 durch erneuerbare Wärme oder Fernwärme ersetzt werden.
Bei welchen Gebäuden besteht Sanierungsbedarf, um die Energieeffizienz zu steigern?
- Circa ein Viertel der NWG sind Worst-Performing-Building im Sinne des KfW-Förderprogramms. Ihr Energieverbrauch für Raumwärme und Warmwasser überschreitet die Skala im Energieverbrauchsausweis, d.h. er liegt bei über 200% des Vergleichswertes (siehe Kapitel 2.4.3 in der Langfassung).
- Bei allen Nutzungsarten gibt es einen relevanten Anteil an Gebäuden mit Sanierungspotenzial: Circa die Hälfte der Fläche liegt in NWG, die einen orangenen Energieverbrauchsausweis erhalten würden. Das heißt ihr Energieverbrauch für Raumwärme und Warmwasser liegt bei über 150% des Vergleichswertes.
- In absoluten Zahlen ergeben sich Verbräuche von im Mittel circa 100 kWh/m2a. Büros, Verkaufsstätten, Werkstätten und Betriebsgebäude mit über 120 kWh/m2a zählen zu den ineffizientesten 26% und sind ggf. von Sanierungsvorgaben durch die EU-Gebäuderichtlinie betroffen – die genaue Ausgestaltung in deutsches Recht steht noch nicht fest.
Wem gehören die Hamburger NWG?
- Ineffizient beheizte NWG gibt es bei allen Typen an Eigentümern von Flurstücken: öffentlich, Privatperson, Firma, Immobilienwirtschaft und bei mehreren Eigentümern.
- Die Gebäude mit dem höchsten Sanierungsbedarf haben vermehrt komplexe Eigentumsverhältnisse (mehrere Eigentümer).
- Büros und Verkaufsstätten mit professionellem Gebäudemanagement sind weniger häufig Teil der „worst performing buildings“.
- Schätzungen zufolge werden circa zwei Drittel der Büros und Verkaufsstätten und etwa ein Drittel der Gewerbeimmobilien vermietet. Bei vermieteten Gebäuden sind Sanierungen komplexer, da Investitionskosten und Betriebskosteneinsparungen auf Vermietende und Mietende aufgeteilt sind.
Was für Hemmnisse gibt es für energetische Sanierungen?
Folgende zentralen Hemmnisse wurden branchenübergreifend genannt:
Ausblick
Die Studie empfiehlt zum Schluss diverse Instrumente. Unter Berücksichtigung dieser Studienergebnissen entwickeln die Behörden nun passende Maßnahmen, um die Sanierungsaktivitäten im Bereich der NWG zu unterstützen.