Seit dem Hamburger Zukunftsentscheid steht fest: Die Stadt will den Wandel zu klimafreundlicher Wärmeversorgung beschleunigen. Für viele Hamburger:innen wirft das neue Tempo Fragen auf: Was ändert sich? Welche Heizformen sind künftig erlaubt? Wann muss ich meine alte Anlage ersetzen? Tatsache ist: In Deutschland sind fast ein Drittel der Heizungen älter als 20 Jahre. Viele Gebäude heizen noch mit veralteten Öl- oder Gasheizungen, mit entsprechend hohen Kosten und CO2-Ausstoß. Gleichzeitig wächst das Angebot an neuen Technologien: Wärmepumpen, Solarthermie, Holzpellets, Wärmenetze oder Geothermie versprechen klimafreundliche und kostengünstigere Alternativen. Der Hamburger Zukunftsentscheid hat Bewegung in das Thema Heizen gebracht. Viele Menschen machen sich Gedanken über ihre Wärmeversorgung und die Zukunft ihres Eigenheims. Aber was passt zu welcher Immobilie?
♨️ Checkliste: In 5 Schritten zur passenden Wärmeversorgung
➜ Schritt 1: Informieren und Bestandsaufnahme machen
Bevor Sie über eine neue Wärmeversorgung entscheiden, lohnt sich ein genauer Blick auf den aktuellen Zustand Ihres Gebäudes. Notieren Sie sich dafür den Verbrauch, Heizkosten und Zustand der aktuellen Heizung. So lässt sich einschätzen, wie dringlich ein Austausch ist und welche Optionen infrage kommen. Schauen Sie außerdem nach, ob Ihre Straße künftig an ein Wärmenetz angeschlossen wird oder werden könnte. Das beeinflusst, welche Heizform wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Stadt Hamburg stellt diese Informationen online zur Verfügung.
Welche möglichen Wärmelösungen gibt es eigentlich? Unterscheiden lassen sich Wärmenetze, Wärmepumpen mit bestenfalls Antrieb aus erneuerbaren Energien, Geothermie nutzt die Wärme aus dem Erdinneren, die mit Hilfe einer Wärmepumpe umweltfreundlich zum Heizen eingesetzt wird, Solarthermie, Holzpelletheizung, Wärmerückgewinnung oder Brennstoffzellen mit Wasserstoff.
💡Tipp: Der Wärmepumpenrechner Hamburg zeigt, ob eine Wärmepumpe am Standort technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.
➜ Schritt 2: Unabhängige Fachberatung durch Energieberater:in einholen
Bevor Sie sich für eine Heizungsart entscheiden, lohnt sich eine professionelle Beratung. Eine Energieberater:in kann einschätzen, welche Lösungen technisch, wirtschaftlich und für Ihre Situation sinnvoll sind. Die Hamburger Energielotsen bieten hierfür eine kostenfreie Energieberatung an, unabhängig und produktoffen. Dabei wird Ihre aktuelle Situation analysiert, Effizienzpotenziale identifiziert, passende Heiztechniken vergleichend erläutert und notwendige Voraussetzungen geklärt von Heizlast über Dämmstandard bis Platzbedarf. Im Anschluss der Beratung erhalten Sie eine strukturierte Übersicht über die geeigneten Heiztechniken sowie Hinweise, welche Systeme besonders geeignet sind.
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Bei umfangreichen Modernisierungen kann es sinnvoll sein, einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen zu lassen. Er zeigt, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind und welche Fördervorteile damit verbunden sind. Falls nötig wird zudem die Erstellung einer fachgerechten Heizlastberechnung empfohlen.
➜ Schritt 3: Mehrere Angebote einholen und Preise vergleichen
Wenn klar ist, welche Heiztechniken für Ihr Eigenheim infrage kommen, sollten Sie mehrere Angebote einholen. Das ermöglicht eine realistische Einschätzung der Kosten und verhindert Fehlinvestitionen. Achten Sie dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf genaue Leistungsangaben, Installationsumfang, Garantien und Serviceleistungen sowie Verfügbarkeiten. Wärmepumpen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Technologie, sondern auch im verwendeten Kältemittel. Hier sollten Sie auf natürliches Kältemittel achten. Die Hamburger Energielotsen navigieren mit dem Begleitprogramm “Auf Kurs bleiben” sicher durch die Modernisierung.
➜ Schritt 4: Förderung vor dem Kauf und der Auftragserteilung beantragen
Der Heizungstausch ist eine große Investition am Gebäude, umso wichtiger ist die richtige Förderstrategie. Bund und Länder unterstützen den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme mit attraktiven Zuschüssen. Beim Heizungstausch ist daher die richtige Förderstrategie entscheidend. Die Hamburger Energielotsen helfen Ihnen, die passende Förderung zu finden und die Reihenfolge der Schritte richtig zu planen.
➜ Schritt 5: Einbau und Feineinstellung
Nach der Installation entscheidet die richtige Einstellung über die tatsächliche Effizienz Ihrer neuen Wärmeversorgung. Nur ein richtig eingestelltes System spart Energie. Die Hamburger Energielotsen begleiten Sie auch in der Umsetzung.
Aber muss es immer gleich die neue Heizung sein?
Nicht zwingend. Handelt es sich um eine alte, ineffiziente Heizung, sollte ein Ersatz auf jeden Fall geprüft werden. Doch es lohnt sich ein genauer Blick auf den aktuellen Zustand, bevor eine neue Heizung geplant wird. Oft lassen sich schon mit kleinen Modernisierungsmaßnahmen und geringem Budget spürbare Verbesserungen und Einsparungen erzielen. Bei älteren Heizungssystemen kann der Wechsel der Thermostate, ein hydraulischer Abgleich oder auch die Dämmung der Rohrleitungen helfen.
Auch kleine (Sofort-)Maßnahmen sparen sofort Energie:
- Rolladenkästen dämmen
- Heizkörpernischen dämmen
- Keine Möbel oder Vorhänge vorm Heizkörper platzieren
- Richtig lüften hilft beim sparsamen Heizen (stoßweise, mehrmals täglich)
- Bei Abwesenheit die Heizung herunterdrehen
- Heizungsanlage korrekt einstellen
- Heizkörper entlüften, damit es nicht gluckert
- Fenster und Türen abdichten
- Thermostate richtig einstellen
- Heizungsrohre dämmen
💡Tipp: Auch als Mieter:in können Sie Einfluss nehmen, durch das Abdichten von Türen, Erneuern von Fensterfugen oder das Dämmen von Heizkörpernischen und Rollladenkasten.