Viele Eigentümer:innen stehen aktuell vor der gleichen Frage: Wie soll ich mein Gebäude künftig beheizen und wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Entscheidung? Die kommunale Wärmeplanung und der Ausbau erneuerbarer Energien in Hamburg schreiten zügig voran. Klar ist: Wer heute eine Heizung plant oder ersetzen muss, braucht vor allem Orientierung und verlässliche Informationen. Die Stadt Hamburg setzt auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040.
„In etwa 70 bis 80 % der Fälle ist die Wärmepumpe wirtschaftlich betrachtet die beste Lösung“, erklärt Matthis Döring, Hamburger Energielotse und Energieberater der Verbraucherzentrale Hamburg. „Eigentümer:innen sparen bereits heute im Vergleich zu fossilen Heizsystemen häufig rund ein Drittel ihrer Betriebskosten jährlich ein. Perspektivisch wird sich zudem der Kostenunterschied zwischen Strom und Gas weiter vergrößern, nicht zuletzt, weil immer weniger Haushalte das Gasnetz nutzen, und es ein ständig wachsendes Angebot aus heimischer Stromproduktion aus Sonne und Wind gibt.“
Wärmepumpen dominieren den Wärmeerzeugerabsatzmarkt im Neubau und in 2025 auch im Bestand. Die Vorteile liegen auf der Hand: Heizkosten sparen, niedrige Betriebskosten, Werterhalt der Immobilie und klimaeffiziente Nutzung von Umweltwärme. Der Energieträger Strom bietet dabei flexible Einsatzmöglichkeiten. Je nach Preisniveau im Markt kann der Verbrauch über die sogenannten dynamischen Stromtarife gesteuert werden. Außerdem kann er durch eine Photovoltaikanlage selbst erzeugt werden. Netzseitig gibt es Entlastungen über reduzierte Netzentgelte. Zudem gibt es Förderungen und finanzielle Anreize für die Anschaffung.
Leitfaden von Planung bis zum Betrieb einer Wärmepumpe:
➜ Phase 1: Die Grundlagenermittlung
Am Anfang der Planung steht die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Sie gibt an, wie viel Wärme jeder Raum in einem Gebäude tatsächlich benötigt und ob die jeweiligen Heizkörper die Wärme bei max. 55 Grad im Vorlauf leisten können. Eine fehlende oder ungenaue Heizlast ist eine der häufigsten Ursachen für ineffiziente Anlagen.
➜ Phase 2: Die Planung der Heizungsanlage
Auf Basis der Heizlast wird das passende Wärmepumpensystem geplant. Dabei geht es nicht nur um die Gerätewahl, sondern um das Gesamtsystem: von der Art der Wärmepumpe bis zum Aufstellort. Verschiedene Typen von Wärmepumpen lassen sich über Datenblätter und COP-Werte vergleichen. Ein qualifiziertes Angebot sollte zudem mehr enthalten als nur den Gerätepreis, sondern unter anderem auch die Prognose der Jahresarbeitszahl (JAZ) und die zukünftigen Schallemissionen. Fehlende Heizlastberechnung nach DIN 1283 und hydraulischer Abgleich nach Verfahren B, oder unvollständige Kosten für Elektrik sind häufige Mängel. Die Hamburger Energielotsen bieten hierfür eine kostenfreie und unabhängige Angebotsprüfung an. Sie hilft Eigentümer:innen, Angebote besser zu verstehen, Unterschiede einzuordnen und typische Planungsfehler zu erkennen.
➜ Phase 3: Die Finanzierung und Fördermittelbeantragung
Förderungen über die IFB Hamburg reduzieren die Anfangsinvestition deutlich. Gleichzeitig reduzieren Wärmepumpen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. In vielen Fällen rechnet sich das System über die Lebensdauer wirtschaftlich. Welche Förderprogramme infrage kommen, etwa von Bund oder Stadt, und welche Nachweise erforderlich sind, wird im Rahmen einer Energieberatung individuell geklärt.
➜ Phase 4: Der Einbau der Wärmepumpe
Beim Einbau der Wärmepumpe sollte nur ein Fachbetrieb Ihr Ansprechpartner sein und die Verantwortung tragen. Wir empfehlen regionale Fachbetriebe als Fachpartner des Bundesverbandes Wärmepumpe e.V. (BWP), möglichst mit Zertifizierung nach VDI 4645. Es wird außerdem empfohlen, alle Unterlagen sorgfältig zu sammeln, von Angebot über Unternehmenserklärung bis Messprotokoll. Eine dokumentierte Ausgangseinstellung hilft später, den Betrieb zu bewerten.
➜ Phase 5: Die Wartung
Wärmepumpen sind technisch sensible Systeme. Eine regelmäßige Kontrolle der Einstellungen hilft, den Betrieb effizient zu halten. Auffällige Verbrauchswerte lassen sich so frühzeitig erkennen, und kleine Anpassungen können die Effizienz deutlich verbessern. Die Energieberater:innen der Verbraucherzentrale unterstützen Eigentümer:innen auch mit weiterführenden Beratungsangeboten, etwa bei Detailfragen zur Umsetzung oder bei der Bewertung des laufenden Betriebs. Vor allem die Taktzahlen und die Schaltzeiten liegen neben der Bewertung der Jahresarbeitszahl (JAZ) im Fokus der Betrachtungen.
Haben Sie Interesse an einer unabhängigen Beratung durch die Hamburger Energielotsen?
Ob beim Heizungstausch, bei Fragen zu Förderungen oder zur Kombination mit Photovoltaik, die Hamburger Energielotsen informieren, bieten unabhängige Beratung und navigieren Ratsuchende mit dem Begleitprogramm “Auf Kurs bleiben” sicher durch die Modernisierung. Im Online-Seminar, bei Ihnen zu Hause, in der Ausstellung (ELBCAM-PUS) und telefonisch: Jetzt kostenlosen Termin vereinbaren unter der Hotline: 040 / 248 32 - 250 (Privatpersonen) oder - 252 (Gewerbetreibende)