Projektbeispiel

Bau einer PEM-Elektrolyse-Anlage

Die H&R Ölwerke Schindler GmbH produziert seit November 2017 den für ihre Spezialitätenraffinerie benötigten Wasserstoff selbst und stellt gleichzeitig Regelenergie zur Verfügung.

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft
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Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft

Die H&R Ölwerke Schindler GmbH (H&R) betreibt im Hamburger Hafen südlich der Köhlbrandbrücke eine Spezialitätenraffinerie. Für die dortige Herstellung mineralölbasierter Spezialprodukte, die z.B. als Paraffine, Weiß- oder Prozessöle für die Weiterverarbeitung in Käserinden, Lippenstiften, Druckfarben oder Autoreifen genutzt werden, wird in großen Mengen Wasserstoff als Prozesskomponente eingesetzt. Bisher bezog H&R diesen Wasserstoff extern. Die Anlieferung erfolgte per LKW-Trailer.

Das Unternehmen installierte eine PEM-Elektrolyse-Anlage (PEM = Proton Exchange Membrane) mit einer Leistung von 5,0 MW auf seinem Betriebsgelände, um so zukünftig den für den Produktionsprozess notwendigen Wasserstoff vollständig selbst zu erzeugen. Die Elektrolyse zerlegt Wasser durch Zuführung von elektrischer Energie in gasförmigen Wasserstoff und Sauerstoff. Zur Anlage gehören neben den eigentlichen PEM-Einheiten auch notwendige Nebenaggregate wie Wasserstoffspeicher, Reinstwasseranlage, Gastrocknungsanlage und Trafostationen, sowie Ver- und Entsorgungsanschlüsse: Untergebracht ist das Ganze in einer Leichtbauhalle.

Durch die neue Anlage, die im November 2017 in Betrieb genommen wurde, ist H&R nun in der Lage, mehrere hundert Tonnen „grünen“ Wasserstoff – auch unter Nutzung von Strom aus erneuerbaren Quellen – herzustellen.

Die PEM-Elektrolyseanlage ist „regelflexibel“ und kann somit ihre Leistungsaufnahme rasch verändern. Sie ist daher besonders geeignet, strommarktorientiert betrieben zu werden: H&R stellt mit dieser Anlage positive und negative Regelleistung bereit und leistet so einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes.

Projektdaten

Elektrische Leistungsaufnahme: 5,0 MW

Prognostizierte CO2-Emissionsvermeidung: ca. 2.400 t/a

Bereitstellung von 3 MW positiver Regelleistung

Bereitstellung von 1 MW negativer Regelleistung

Bereitstellungszeit der Regelleistung von 8.600 Stunden pro Jahr

Förderfähige, bewilligte Investitionskosten: 13,7 Mio. Euro

Zuschuss aus dem Programm „Energiewende in Unternehmen“ (EFRE-Mittel): 2,4 Mio. Euro

Projektlaufzeit: September 2016 - Dezember 2017

Zum Weiterlesen

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EU-Förderung

EFRE

Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft hat in der EFRE-Förderperiode 2014 bis 2020 ein Förderprogramm zur Unterstützung von Unternehmen bei der effizienteren und flexibleren Erzeugung und Nutzung von Energie angeboten.

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