Photovoltaik macht uns unabhängiger von steigenden Strompreisen, schützt das Klima, bringt die Energiewende voran und stärkt unsere Energiesouveränität. Deshalb ist der Ausbau von Photovoltaik (PV) in Hamburg so wichtig. Solarenergie ist eine saubere und erneuerbare Quelle, die wir dezentral nutzen können. Die Technologie hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Mittlerweile zählt PV zu den kostengünstigsten Möglichkeiten, Strom zu erzeugen. Ein beschleunigter PV-Ausbau ist neben der Dekarbonisierung der Industrie, der Wärme und des Verkehrs daher ein wichtiger Schritt, um die Hamburger Klimaziele zu erreichen.
Das größte realisierbare Potenzial liegt in Hamburg auf den Dächern: auf Ein- und Zweifamilienhäusern, auf Gewerbegebäuden, Mietshäusern und öffentlichen Gebäuden. Aber auch Agri-PV auf landwirtschaftlichen Flächen und Stellplatz-PV eignen sich hervorragend.
Nicht nur weltweit, auch in Hamburg ist die Dynamik des Photovoltaikausbaus sehr positiv: In den letzten Jahren konnten die jährlichen Zubauraten deutlich gesteigert werden. Diese betrugen im Jahr 2023 etwa 50 Megawatt Peak (MWp) und im Jahr 2024 etwa 60 MWp. Mittlerweile sind in Hamburg Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als 200 MWp installiert (Stand: Juni 2025).
Bis 2030 sollen Photovoltaikanlagen in Hamburg eine Leistung von 500 bis 800 (MWp) erbringen. Bis 2035 sollen es dann 1 bis 1,5 Gigawatt Peak (GWp) sein. Damit die Hansestadt das erreichen kann, müssen jährlich Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von etwa 100 MWp errichtet werden.
Die Photovoltaikstrategie für Hamburg schafft die Grundlage dafür und bringt den Photovoltaikausbau voran.
Sieben Grundsätze für den PV-Ausbau
Bei der Priorisierung und Ausarbeitung geeigneter Maßnahmen für die Beschleunigung des Photovoltaikausbaus (PV-Ausbau) in Hamburg sollen sieben Grundsätze Orientierung bieten:
- Hamburg ermöglicht
Der PV-Ausbau in Hamburg gelingt uns nur gemeinsam mit privaten Akteur:innen. Die Stadt will dafür die bestmöglichen Bedingungen schaffen. - Hamburg geht voran
Flächen der Stadt sollen möglichst schnell und möglichst großflächig mit PV ausgestattet werden. Dabei nimmt die Stadt ihre Vorbildrolle ernst: Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent der für PV geeigneten städtischen Dachflächen mit PV-Modulen ausgestattet sein. - Hamburg zeigt, was geht
Leuchtturmprojekte – also besonders große PV-Anlagen oder Anlagen an anspruchsvollen Gebäuden und Flächen – zeigen, was technisch und gestalterisch möglich ist. Sie machen PV in Hamburg sichtbar: Leuchttürme der Solarenergie. - Energiewende für alle
Dies fördert die Akzeptanz für den PV-Ausbau. Lösungen für gemeinschaftliche Gebäudeversorgungen und Möglichkeiten für Quartierslösungen sollen verstärkt in die Umsetzung gebracht werden. So soll Sportvereinen regelhaft die Belegung von Sportstätten mit PV ermöglicht werden. Auch Bürgerenergiegenossenschaften ermöglichen die Partizipation an der Energiewende. Steckersolaranlagen („Balkon-Solar“) gegebenenfalls in Verbindung mit Speichern sind in diesem Zusammenhang ein weiterer Baustein, da sie eine niedrigschwellige Möglichkeit bieten, eigenen erzeugten Strom direkt zu nutzen. - Hamburg nimmt in die Pflicht
Die Stadt treibt den Ausbau zur Nutzung von Sonnenenergie voran. Das Hamburgische Klimaschutzgesetz verpflichtet zu PV auf Neubauten, bei Dachsanierungen und beim Neubau von Stellplätzen. Zudem wurde eine Gründachpflicht ab 2027 eingeführt. Diese Kombination führt zu mehr Effizienz und Leistung der PV-Anlagen. - Hamburg vereinfacht
Hamburg hat viele historische Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen. Auch hier soll PV- und Netzausbau vereinfacht werden. Vorhandene Möglichkeiten sollen hier genutzt und zukünftige bundesgesetzliche Rahmenbedingungen forciert werden, um den PV- und Netzausbau zu umzusetzen. - Hamburg bleibt dran
Wir entwickeln die PV-Strategie ständig weiter. Dazu arbeitet die Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft eng mit den anderen Behörden zusammen. Den aktuellen Stand unserer Arbeit halten wir alle zwei Jahre in einem Bericht fest und passen laufend an.