Hamburgs Energienetze fit für die Zukunft machen
Warum müssen wir handeln?
Das Energiesystem befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Ziel ist eine sichere und unabhängige Versorgung mit erneuerbarer Energie, die möglichst regional und dezentral produziert wird. Das stellt die Energienetze vor eine enorme Herausforderung. Zum einen muss die Einspeisung vieler kleiner und neuer Energiequellen ermöglicht werden. Zum anderen erfolgt bei vielen Verbrauchern eine Umstellung auf andere Energieträger, insbesondere von fossilen Brennstoffen zu Strom und Fernwärme, jeweils klimaneutral produziert. Um dies zu ermöglichen, machen wir unsere Energieversorgungsnetze fit für die Zukunft. So wird Hamburg klimaneutral und sichert gleichzeitig eine zuverlässige Energieversorgung in der ganzen Stadt.
Was muss konkret getan werden?
In den nächsten zehn Jahren steht Hamburg vor großen Aufgaben:
Die Stromnetze werden ausgebaut, um den wachsenden Bedarf zu bedienen, der z. B. durch die Umstellung des Autoverkehrs und der Gebäudewärme auf Elektrizität entsteht. In den nächsten zehn Jahren werden in Hamburg über 4.000 Kilometer Stromkabel sowie über 1.800 der rund 7.900 Netz- und Kundenstationen erneuert oder hinzugebaut.
Gleichermaßen wird das Fernwärmenetz deutlich ausgebaut. Jährlich werden zukünftig etwa 400 neue Häuser ans Fernwärmenetz angeschlossen. Pro Jahr entstehen so 30 Kilometer neue Fernwärmeleitungen.
Darüber hinaus baut Hamburg ein völlig neues Wasserstoffnetz auf, damit die hiesigen Industriebetriebe mit Wasserstoff als Brennstoffersatz für Erdgas versorgt werden können. Das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz (HH-WIN) entsteht seit 2024 und wird 2031 bereits 60 Kilometer umfassen. Gleichzeitig ist absehbar, dass in den nächsten 20 Jahren etwa 160.000 alte Gasanschlüsse stillgelegt oder abgebaut werden.
Was bedeutet das für die Stadt?
Der Ausbau der Energieversorgungsnetze führt zu einer hohen Anzahl an Baustellen. Zusätzlich findet der Ausbau weiterer wichtiger Infrastrukturen in Hamburg statt, wie insbesondere
- der Neubau der U-Bahn-Linie U5,
- die Verlegung von Glasfaserkabeln für schnelle Internetverbindungen,
- der Umbau der Straßen im Rahmen der Verkehrswende,
- der Bau von öffentlichen Ladesäulen für die Elektromobilität,
- Instandhaltung der Trinkwasserversorgung sowie
- der Ausbau des Hamburger Radnetzes für den Fahrradverkehr.
Wie wird das koordiniert?
Die Koordinierungsstelle Energieinfrastrukturausbau (KEA) trägt zu einer Gesamtkoordinierung dieser unterschiedlichen Tiefbauvorhaben bei und greift dabei sowohl die Interessen der involvierten Behörden und Bezirke, als auch der Energieversorgungsunternehmen auf. Hierfür pflegt sie ein Netzwerk aus Expertinnen und Experten in den Behörden, Bezirken sowie Energieversorgungsunternehmen und bietet sich als zentrale Ansprechpartnerin und Informationsträgerin für den Ausbau von Energienetzen in Hamburg an. Aus dieser Position heraus nimmt die KEA Einfluss auf städtische Lösungen für ein kooperatives Vorgehen, damit die Energienetze schneller und belastungsärmer ausgebaut werden können.
Sie möchten wissen, wo aktuell gebaut wird?
Eine Übersicht aller Baustellen in Hamburg finden Sie hier.