Hamburg ist „Europäische Stadt der Bäume 2025". Insbesondere die Anpassung des Baummanagements an den Klimawandel sowie die erfolgreiche Umsetzung von Baumschutzmaßnahmen auf Baustellen haben dazu beigetragen, dass der ECOT Award (European City of The Trees) dieses Jahr der Hansestadt gebührt. Verliehen wurde der Preis vom Europäischen Baumpflegerat (European Arboricultural Council, EAC), der eine Stadt aus dem jeweiligen Gastland der jährlich stattfindenden EAC-Mitgliederversammlung auszeichnet.
Hamburg als „European City of the Trees" ausgezeichnet
Hamburg ist „European City of the Trees" 2024
Baumpflege der Hansestadt nachahmenswert
„Hamburgs allumspannendes Engagement für seine Bäume kann auch anderen europäischen Städten als nachahmenswertes Beispiel dienen“, würdigt Jan Goevert, Vorsitzender der ECOT-Arbeitsgruppe im EAC. Besonders beeindruckt sei er vom Schutz der Bäume auf Baustellen, bei dem Hamburg bereits seit Jahren Pionierarbeit leiste. Aber auch Maßnahmen wie das Projekt „Stadtbäume im Klimawandel“, das einen Anpassungsplan des Hamburger Baumbestands an den Klimawandel entwickelt, sowie langfristige Strategien gegen Baumkrankheiten oder der Schutz der Alt- und Bestandsbäume wurden als Begründung für den ECOT-Preis genannt.
Hamburg soll grüne Stadt bleiben
Die Elbmetropole verfügt über mehr als 3.200 Hektar Parks und Grünanlagen. Über 30.000 der insgesamt rund 230.000 Straßenbäume sind über 80 Jahre, die Hälfte davon sogar über 100 Jahre alt. Hamburgs Bäume seien ein wesentlicher Bestandteil der grünen Infrastruktur und ein wichtiger Faktor fürs Stadtklima, so Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft. „Sie spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung ihre Umgebung, reinigen unsere Luft und puffern mit ihrem Kronendach starke Regenfälle ab – gerade in Zeiten klimatischer Veränderungen brauchen wir sie mehr denn je. Hamburg ist eine grüne Stadt und soll es auch bleiben."
ECOT Award als Wertschätzung und Auftrag
Hamburg nehme seit langem eine Vorreiterrolle im städtischen Baummanagement ein. So stamme die erste deutsche Baumschutzverordnung aus dem Jahr 1948 aus der Hansestadt. Seit 1998 gibt es außerdem ein digitales Baumkataster, und andere Städte orientieren sich etwa an der in Hamburg entwickelten Schnittmethode in der Baumpflege. Katharina Fegebank sieht den Preis nicht nur als Wertschätzung, sondern auch als Auftrag: „Jetzt gilt es, nicht nachzulassen, sondern den erreichten Status Quo zu sichern und weiter auszubauen“.
Begründung für die Auszeichnung Hamburgs: Tradition, Innovation und Engagement für eine grüne Zukunft
Das EAC würdigt mit diesem Preis das herausragende Engagement der Stadt für ihr urbanes Ökosystem durch intensive Forschung und innovative Maßnahmen für eine verbesserte Anpassungsfähigkeit an sich wandelnde Klimabedingungen. Darüber hinaus wird das Hamburger Baummanagement für ihre zahlreiche technische und organisatorische Errungenschaften ausgezeichnet, die inzwischen bundesweit Anerkennung finden und vielerorts angewendet werden. Die folgenden Beiträge bieten einen vertieften Einblick in das Hamburger Baummanagement:
Sammlung von weiterführenden Inhalten
Der Preis „Europäische Stadt der Bäume“/European City of the Trees (ECOT)
Das EAC vergibt seit 2007 den ECOT-Award. Preisträger waren unter anderem bereits Valencia, Malmö, Prag, Amsterdam, Tallin, Wien und Antwerpen. Eine international besetzte Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Mitgliedsländern des EAC bewertet und besichtigt die Vorschläge, die aus dem jeweiligen Gastland der jährlichen Mitgliederversammlung des EAC kommen. Nach Frankfurt am Main (2014) ist Hamburg die zweite „Baumstadt“ in Deutschland. Die letzte Preisträgerin ist die kroatische Barockstadt Varaždin. Der Wettbewerb um die Auszeichnung in Deutschland wurde im vergangenen Jahr durch die ständige Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) ausgerufen. Insgesamt haben sich acht Städte um den Preis beworben (Augsburg, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover, Hamburg, Leipzig und Mannheim). Die Städte Bonn, Hamburg und Leipzig waren schließlich unter den Top-3. Ein eigens dafür eingerichteter Arbeitskreis, bestehend aus Baumexperten aus den Niederlanden, England, der Slowakei, Spanien und Deutschland, sichten und stellen die Präsentationen der Fachwelt vor. An der abschließenden Abstimmung beteiligten sich der Vorstand im EAC sowie die Deutschen Baumpflegeverbände, vertreten durch die Interessengemeinschaft Deutscher Baumpflege (IDB).