Hamburg fördert Gebäudebegrünung. Sowohl die vertikale Begrünung an der Fassade als auch die horizontale Dachbegrünung sind in Hamburg förderfähig.
Hamburger Gründachförderung
Förderprogramm für Dachbegrünung
Bis Ende 2026 können Grundeigentümer Zuschüsse für den Bau von Gründächern und Grünen Fassaden beantragen. Mit der Hamburger Gründachförderung werden freiwillige Maßnahmen der Intensiv- oder Extensivbegrünung bei Wohn- und Nichtwohngebäuden in Hamburg gefördert. Die Förderung wird über die Hamburgische Investitions- und Förderbank beantragt und ausgezahlt.
Was wird gefördert?
Gefördert werden Dachbegrünungen auf oberirdischen Geschossen von Wohn- und Nichtwohngebäuden, die freiwillig durchgeführt werden und nicht aufgrund rechtlicher Regelungen erforderlich sind. Die Beantragung der Fördermittel ist möglich ab einer geplanten Nettovegetationsfläche von 20 Quadratmetern und bei einer Dachneigung bis zu 30 Grad. Bei Gewerbegebäuden, Garagen und Carports (Neubau und Bestand) sowie bei bestehenden Wohn- und Bürogebäuden und sonstigen Gebäuden muss die durchwurzelbare Substratdicke mindestens acht Zentimeter betragen. Bei Neubauten von Wohn- und Bürogebäuden sowie sonstigen Gebäuden gilt eine Substratdicke von zwölf Zentimetern.
Für private Eigentümerinnen und Eigentümer und kleine Unternehmen, die sich für ein Gründach ab 20 Quadratmeter Größe entscheiden, gibt es einen einmaligen Zuschuss von pauschal 60 Prozent der Herstellungskosten für die Dachbegrünung, der nicht zurückgezahlt werden muss. Mittlere und große Unternehmen profitieren von einer 40-prozentigen pauschalen Förderung.
Für die Kombination mit solarer Energiegewinnung auf dem Dach, wird die Unterkonstruktion der Anlage mit 50,00 €/m² Bruttokollektorfläche/-modulfläche für alle Antragstellenden bezuschusst.
Durch ergänzende Zuschüsse, wie bspw. eine Förderung zur Verbesserung der Tragfähigkeit von Bestandsdächern für ein Solar-Gründach, kann die Förderung für private und für gewerblich tätige Antragstellende erweitert werden.
Die Förderung erhalten ausschließlich Eigentümer, die ihr Dach freiwillig begrünen, also ohne rechtliche Auflage. Die maximale Förderhöhe beträgt 100.000 Euro je Gebäude. Alle Details zur Gründachförderung entnehmen Sie bitte der Förderrichtlinie.
Weitere Infos bei der IFBHH
Wer kann die Förderung beantragen?
Antragsberechtigt sind Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer oder sonstige dinglich Verfügungsberechtigte (z. B. Erbbauberechtigte) von Wohn- und Nichtwohngebäuden in Hamburg.
Bei allen anderen Fragen rund um das Förderprogramm zur Gründachstrategie stehen Ihnen die Ansprechpartner der Hamburgischen Investitions- und Förderbank zur Verfügung. Auch für andere Maßnahmen bei Nichtwohngebäuden kann Ihr Vorhaben von der IFB gefördert werden. Siehe Übersicht.
Gebühr für das Niederschlagswasser
Mit der Niederschlagswassergebühr ist ein Anreizsystem zur langfristigen Geldeinsparung eingeführt worden, denn für begrünte Dächer müssen in Hamburg nur 50 % der Niederschlagswassergebühr gezahlt werden.
Förderprogramm für Fassadenbegrünung
Die Hamburger Gründachförderung wurde ab Juni 2020 um die Fördermöglichkeiten für Grüne Wände ergänzt. Boden- und wandgebundene Fassadenbegrünungen werden für private Antragstellende pauschal mit 60 % der förderfähigen Kosten bezuschusst. Unternehmen profitieren von einer 40-prozentigen pauschalen Förderung. Die Zuschüsse gelten für vorbereitende Arbeiten, Rankhilfen, Pflanzen, Pflanzmaßnahmen, Bewässerungssysteme, Fertigstellungspflege sowie die Nebenkosten für eine fachliche Planung und Betreuung. Mit der Förderung werden freiwillige Maßnahmen bis voraussichtlich Ende 2026 bezuschusst, die über die Hamburgische Investitions- und Förderbank beantragt und ausgezahlt werden. Die maximale Förderhöhe beträgt 100.000 € je Bauwerk.
Was wird gefördert?
- Maßnahmen an Neu- und Bestandsbauten
- Maßnahmen ab 1.000 € Baukosten
- vorbereitende Maßnahmen, soweit sie für die nachfolgende Maßnahme die Voraussetzungen schaffen, wie das Entfernen von Bodenbelägen oder Verlegen von Ver- und Entsorgungsleitungen.
- Bodenaufbereitung oder Bodenaustausch
- Rankhilfen und Pergolen
- Wandgebundene Fassadenbegrünungssysteme ab 10 m²
- Bodengebundene Fassadenbegrünung
- Kleinkörbe, Kübelbegrünung, soweit sie für eine Fassadenbegrünung notwendig und angemessen sind.
- Pflanzen und Pflanzmaßnahmen
- Bewässerungssysteme und Regenwasserspeicher
- die Kosten für Fertigstellungspflege während der ersten zwei Jahre.
- Nebenkosten, die für die fachliche Betreuung der Maßnahmen anfallen, z. B. die Kosten für
- Planung, Bauleitung, Prüfung oder Beratung (Die Aufwendungen dürfen 15 % der als förderfähig anerkannten Kosten nicht übersteigen).
- Eigenleistungen werden bei nachgewiesener Qualifikation als Gärtner, Dachdecker, Garten-, Landschaftsarchitekt/-bauer/Architekt (Gesellenbrief/Diplom/Bachelor/Master) mit bis zu 60 % der Materialkosten gefördert.
In der Veröffentlichung „Handbuch Grüne Wände“ werden für Hamburger Standortverhältnisse geeignete Pflanzen aufgelistet.
Wer von der Förderung profitieren möchte, kann sich kostenlos an die Hamburger Energielotsen oder die Hamburgische Investitions- und Förderbank wenden, die bei allen Fragen zur Förderung berät und beim Antragsverfahren begleitet. Alle Details zur Förderung von Fassadenbegrünung entnehmen Sie bitte der Förderrichtlinie.
Weitere Infos und Antragsformulare bei der IFBHH.
Wer kann die Förderung beantragen?
Anträge können von Eigentümerinnen und Eigentümern oder Erbbauberechtigten gestellt werden.
Sie haben Fragen zur Förderung?
Hier beantworten wir Ihnen die häufig gestellten Fragen zur Hamburger Gründachförderung erweitert um begrünte Fassaden.
Grüne Bauten: Darum lohnt sich die Investition für Unternehmen
Attraktive Standortbedingungen
Mit einem Gründach verschaffen Sie sich einen klaren Wettbewerbsvorteil. Begehbare Gründächer bieten besonders interessante Möglichkeiten, um die Unternehmensstandorte noch attraktiver zu machen. Mitarbeiter:innen können auf dem begrünten Dach mit dem Blick über die Stadt die Pause genießen. Mit einem Kundengespräch in luftiger Höhe können neue Geschäfte entstehen und es bieten sich sogar Möglichkeiten zur Nutzung des Daches als Ausstellungsraum an. Gründächer erhöhen die Vermarktungsmöglichkeiten eines Gebäudes, sie verbessern insbesondere bei großen Lagerhallen das Raumklima und wirken somit gesundheitsfördernd und sie tragen zu einer besseren Energieeffizienz und damit zu niedrigeren Energiekosten bei. Durch die klaren Vorteile von Gründächern werden sie zudem als freiwillige Umweltleistung im Rahmen der UmweltPartnerschaft anerkannt.
Wohlfühlen auf der Arbeit
Ökologisch gestaltete Außenanlagen und Gründächer schaffen attraktive Aufenthaltsräume für Beschäftigte und Besucher:innen. Sie fördern Wohlbefinden, Bewegung und Erholung, verbessern das Gebäudeklima und werten das Erscheinungsbild von Gebäuden auf. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Grünflächen, die Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten – ohne zusätzlichen Flächenverbrauch.
Green Building: Gebäudebegrünung als Visitenkarte
Eine repräsentative Bauwerksbegrünung führt zu einer Wertsteigerung der Immobilie. Zudem ergibt sich dadurch ein Imagegewinn. Eine Gebäudebegrünung macht die Nachhaltigkeitsziele eines Unternehmens sichtbar. Große, weltweit führende Unternehmen wie Facebook und Google haben Gründächer zu einem zentralen Bestandteil ihrer Hauptquartiere gemacht und werben aktiv mit den wertvollen Parkanlagen, inklusive Kiosk und Café, auf ihren Dächern. Mit dem Gründach zeigen diese und viele andere Unternehmen aktiv, dass sie einen Beitrag zu Biodiversität und Naturschutz in den Städten leisten. Im Rahmen der DGNB-Zertifizierung für nachhaltiges Bauen werden Gründächer ebenfalls als positiv bewertet, so dass eine Dachbegrünung direkt quantifiziert werden kann.
Niedrigere Kosten für die Entwässerung
Mancher Wolkenbruch bringt die Kanalisation zum Überlaufen. Solche starken Niederschläge werden im Zuge des Klimawandels häufiger auftreten. Hinzu kommt die zunehmende Versiegelung städtischer Flächen, die dazu führt, dass die Kanalisation mehr Regenwasser aufnehmen muss, weil das Wasser nicht mehr im Gelände versickert. Gründächer halten je nach Bauweise und Bepflanzung 40 bis 90 Prozent des Regenwassers zurück und geben vieles davon durch Verdunstung direkt an die Atmosphäre ab. Selbst bei starkem Dauerregen verzögert sich der Wasserabfluss. Dadurch wird das Abwassersystem in der Stadt erheblich entlastet, und die Ausbaukosten des Entwässerungssystems sinken. Die Kosten für die Dachbegrünung (Investition und Unterhaltung) können an anderer Stelle eingespart werden, zum Beispiel bei Versickerungsflächen, teuren Rückhaltebauwerken oder großen Rohrquerschnitten für die Regenentwässerung. Durch den Rückhalt des Regenwassers zahlen Eigentümer:innen für das Gründach eine 50 Prozent niedrigere Niederschlagswassergebühr.
Niedrigere Energiekosten
Mit einem Gründach verbessert sich die energetische Leistung des Gebäudes. Die Vegetation reguliert die Temperatur des Gebäudes mit und sorgt so für niedrigere Energiekosten. Im Winter geht bis zu zehn Prozent weniger Energie über das Dach verloren. Im Sommer schirmt das begrünte Dach die Hitze ab. Das spart Kosten für die Klimatisierung, und im Gebäudeinnern wird Überhitzung vermieden. Niedrigere Betriebskosten haben in der Regel positive Effekte für Mieter:innen und Eigentümerinnen. Wer Gründächer zudem mit Photovoltaikanlagen kombiniert, kann sich im Sommer über höhere Stromerträge freuen. Denn das Gründach senkt die Umgebungstemperatur der Solarzellen und erhöht dadurch deren Wirkungsgrad. Auch bei einer Kombination mit Solarthermie entstehen interessante Synergien.
Verdoppelte Lebensdauer der Dachhaut
Gründächer sind eine Investition, die sich auch über die Lebensdauer der Dachhaut auszahlt. Denn die Lebensdauer der Dachabdichtung ist bei begrünten Dächern zumeist doppelt so lang wie bei einem konventionellen Dach. Aufgrund der extremen Umwelteinflüsse auf dem Dachstandort (UV-Strahlen, starke Temperaturschwankungen, Schadstoffe, Verschmutzungen), die das Abdichtungsmaterial schnell altern lassen, halten nackte oder bekieste Flachdächer im Schnitt nur 15–25 Jahre. Auf begrünten Dächern sorgen Vegetations- und Substratschicht für einen nachhaltigen Schutz der darunterliegenden Dachabdichtung. Die Gefahr von äußeren mechanischen Beschädigungen der Dachabdichtungen (z. B. durch Hagelschlag) wird eingeschränkt und der Windsogeinfluss verringert. Als Gründachbesitzer:in kann man sich im Gegensatz zum schwarzen Flachdach eine Sanierung nach 20 Jahren sparen und hat so auf die lange Strecke einen klaren Vorteil.
Natur in der Stadt
Dachflächen können einen wertvollen Beitrag für den Erhalt von Tieren und Pflanzen in der Stadt leisten. Besonders auf naturnahen Extensivdächern erobern Bienen, Vögel, Käfer oder Schmetterlinge neue Rückzugsorte in der Stadt. So erweitern Gründächer das Netz an Grünflächen in einer neuen Dimension. Im Verbund mit anderen Naturräumen können sie sogar einen Beitrag zum Überleben gefährdeter Arten leisten. Im Rahmen der naturschutzrechtlichen Eingriffs-Ausgleichsregelung werden Gründächer als Minderungsmaßnahme in der Bilanzierung angerechnet. So können sie Eingriffe in die ökologischen Werte auf einem Gelände direkt vor Ort teilweise kompensieren, und der Bedarf an teuren Ausgleichsmaßnahmen an anderer Stelle verringert sich.
Qualität, Kosten und Pflege
Die technischen Möglichkeiten für die Begrünung von Dächern sind in Deutschland so weit entwickelt wie sonst nirgends auf der Welt. Die bisherige Erfahrung mit Dachbegrünung bei Millionen Quadratmeter begrünter Flachdächer sind die Grundlage für hohe Qualitätsstandards bei Planung, Materialeinsatz, Ausführung und Pflege. Die technischen Grundlagen sind in den geltenden Regelwerken zu Dachbegrünung und Wegebau sowie zu Bauwerksabdichtung und Flachdachbau niedergelegt. Gründächer sind immer unter Einhaltung der bautechnischen Grundlagen und den allgemein anerkannten technischen Regeln zu bauen und langfristig entsprechend der allgemein anerkannten Regelwerke zu pflegen und zu unterhalten. In Hamburg sind Dachflächen auf rund 1,35 Millionen Quadratmetern begrünt, davon 460.000 m² auf Industrie- und Gewerbeflächen. Die Kosten für die Begrünung sind bei jedem Dach unterschiedlich. Im Vergleich zu einem bekiesten Dach sind bei der Herstellung einer Extensivbegrünung (10 cm Dicke) pro Quadratmeter Dachfläche geringfügig höhere Herstellungskosten zu erwarten. Durch die verdoppelte Lebensdauer der Dachhaut, niedrigere Energiekosten und eine geringere Niederschlagswassergebühr, zahlt sich diese Investition auf Dauer aus. Wer sich für ein extensiv begrüntes Dach entscheidet, muss nur wenig in die Pflege investieren. Ist es fachgerecht angelegt, so genügen ein bis zwei Pflegegänge im Jahr. Intensive Dachbegrünungen müssen in dem Maße gepflegt werden wie ebenerdige Gärten.
FAQ Förderprogramm
Hier beantworten wir Ihnen häufig gestellte Fragen zur Hamburger Gründachförderung. Sie haben weitere Fragen zur Förderung Grüner Dächer oder Grüner Fassaden? Schicken Sie uns gerne Ihre Frage per E-Mail an gruendach@bukea.hamburg.de oder wenden Sie sich direkt an die Hamburgische Investitions- und Förderbank unter energie@ifbhh.de.