Pflege und Wartung

Wie pflege und warte ich eine Fassadenbegrünung?

Grüne Fassaden brauchen regelmäßige Pflege und Bewässerung für eine langanhaltend gute Qualität und aus Gründen des Brandschutzes. Die Entwicklungs- und Unterhaltungspflege sind grundsätzlich entsprechend der DIN 18919 (Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Instandhaltungsleistungen für die Entwicklung und Unterhaltung von Vegetation) durchzuführen. Auf Nachfolgendes ist zu achten.

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft

Bewässerung und Düngung

Kletterpflanzen bevorzugen einen hohen Nährstoffgehalt und frische Böden oder Substrate, besonders im Sommer, aber auch im Winter. Bodengebundene Begrünung ist meistens gut zugänglich und lässt sich problemlos per Hand wässern und düngen. Bei großflächigen Projekten und im Fall anhaltender Trockenheit bieten sich allerdings eine gut gewartete Tröpfchenbewässerung oder Anstaubewässerung (manuell oder automatisch) an. 

Insbesondere bei größeren wandgebundenen Projekten und bei einer Kübelbepflanzung sollte die Bewässerung automatisch erfolgen. Zusätzliche Düngergaben können den jährlichen Nährstoffbedarf der wandgebundenen Begrünung decken. Die jeweilige Menge und Art der Düngung sind abhängig vom Nährstoffvorrat des Substrates und der Jahreszeit. Bei größeren und komplexen Systemen lassen sich die Bewässerung und Düngung ggf. in einem zentralen Technikraum steuern. Eine regelmäßige Kontrolle der Systemfunktion und des Wasserbedarfs ist über eingebaute Sensoren möglich. So kann auf Trockenheit schnell reagiert werden und das System bei Frost abgeschaltet werden. 

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Bei kleineren Begrünungsprojekten ist eine manuelle Bewässerung sinnvoller, da automatisierte Systeme auch mit Wartungsaufwand und Fehlerquellen verbunden sind. Eine gute Lösung kann die Verwendung von aufgefangenem Regenwasser sein. Das Regenwasser sollte jedoch auf toxische Stoffe untersucht werden. Insbesondere Regenwasser, das von Straßen und Bitumendächern aufgefangen wird, sollte unbedingt auf wuchshemmende Eigenschaften geprüft werden. Bitumendächer enthalten zum Durchwurzelungsschutz oft das Herbizid Mecoprop, das über den Dachablauf in das Betriebswassersystem oder direkt in das Oberflächenwasser gelangt und sich erheblich auf das Wuchsverhalten der Pflanzen auswirken kann. Die Nutzung von Regenwasser ist in DIN 1989-1 (Regenwassernutzungsanlagen – Teil 1: Planung, Ausführung, Betrieb und Wartung) geregelt.

Regenwasser als natürliche Bewässerung 

Auf sogenannten Retentionsdächern kann Regenwasser zurückgehalten und gefiltert werden. In einer Zisterne gesammelt, kann das Regenwasser durch ein automatisches Bewässerungssystem für Fassadenbegrünung genutzt werden. Die Verwendung von Regenwasser ist für viele Pflanzen verträglicher und reduziert den Verbrauch von kostbarem Trinkwasser.


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Pflege bodengebundener Begrünung 

Bodengebundene Fassadenvegetation muss ein- bis zweimal im Jahr einer Sichtkontrolle unterzogen werden, um eine gesunde Wuchsentwicklung und Vitalität sicherzustellen. Es kann notwendig sein, den Fassadenbewuchs zu schneiden und zu leiten, um das Gebäude zu schützen, Aufkahlung zu verhindern, die gewünschte Flächendeckung zu erreichen und sensible Bereiche wie Fenster und Türöffnungen freizuhalten. Schnittmaßnahmen bei einer Wuchshöhe bis zwei Meter kann eine Person per Hand durchführen. Für eine Höhe bis fünf Meter werden eine Anlegeleiter und in der Regel zwei Arbeitskräfte benötigt. 

Bei einer Höhe über 5 Metern sind Begrünungen oft nur von einem Hubsteiger aus erreichbar. Hierfür sind ausreichend Aufstellfläche, Schutz gegen herabfallende Teile und ggf. Absperrungen von öffentlichem Straßenraum nötig. Bei hohen Fassadenbegrünungen können die Pflegekosten dementsprechend hoch ausfallen. Die Pflege von verhältnismäßig simplen Begrünungen kann auch von Laien mit wenigen Vorkenntnissen durchgeführt werden. Grundsätzlich beeinflussen der Standort, die Wahl der Pflanzen und des Begrünungssystems den späteren Pflegeaufwand. 

Der Ablauf einer korrekt durchgeführten Pflege bodengebundener Begrünung könnte wie folgt aussehen:

Anlage und Entwicklungspflege der Begrünung: 

  • Standortanalyse und entsprechende Pflanzenwahl 
  • Technische Vorarbeiten (Pflanzort, ggf. Kletterhilfen) 
  • Pflanzung und Anwuchspflege 

Kontrolle, Wartung und Pflege: 

  • Sichtkontrolle mindestens ein- bis zweimal im Jahr 
  • Wässern und Düngen der Pflanzen 
  • ggf. systembedingte Wartungsarbeiten an Kletterhilfen etc. 
  • Kontrolle der Triebe, ggf. Schnitt- und Leitungsmaßnahmen, ggf. Biomasse entsorgen

Pflege wandgebundener Begrünung 

Je nach wandgebundenem Begrünungssystem und Pflanzenwahl sind mindestens zwei bis vier Pflegedurchgänge pro Jahr erforderlich. Aus Kosten- und Arbeitsgründen erfolgen diese in der Regel zeitgleich mit der Wartung des Bewässerungssystems. Abgeblühte Pflanzenteile sind regelmäßig zu entfernen, um die Nachblüte zu fördern. Mahd oder vollständiger Rückschnitt, typischerweise im Frühjahr, dient der Säuberung der Pflanzfläche von trockenen Pflanzenteilen. Die Erreichbarkeit der Pflegeflächen und der Aufwand decken sich mit den Angaben bei der bodengebundenen Begrünung. 

Der Ablauf einer korrekt durchgeführten Pflege wandgebundener Begrünung könnte wie folgt aussehen: 

Anlage und Entwicklungspflege der Begrünung: 

  • Standortanalyse und entsprechende Pflanzenwahl 
  • Wahl des Begrünungssystems 
  • Pflanzung und Anwuchspflege, falls nicht vorgezüchtet 

Kontrolle, Wartung und Pflege: 

  • Mindestens zwei Pflege- und Wartungsdurchgänge pro Jahr 
  • Ggf. Feststoffdüngerzugabe oder Flüssigdünger über Bewässerungsanlage 
  • Rückschnitt von Vegetation und Entfernen von Fremdvegetation 
  • Form- und Erziehungsschnitte z. B. bei Gehölzen 
  • Entfernen und Ersetzen von ausgefallener Vegetation 
  • Ggf. Substrat ergänzen und austauschen

Anschaffungskosten

Direktbewuchs 0 – 35 €/m2
Ranksystem Gitter 80 – 130 €/m2
Ranksystem Draht 20 – 190 €/m2
Flächiges System 400 – 1.200 €/m2
Modulares System 370 – 1.100 €/m2

Die Anschaffungskosten können sich je nach herstellender Firma bei steigenden Quadratmeterzahlen verringern. Montagekosten sind im Preis nicht inbegriffen.

Dauer bis begrünt

Direktbewuchs mehr als drei Jahre
Ranksystem Gitter mehr als drei Jahre
Ranksystem Draht mehr als drei Jahre
Flächiges System bis zwei Jahre
Modulares System ab sofort

Pflegekosten (pro Jahr)

Direktbewuchs 0 – 15 €/m2
Ranksystem Gitter 5 – 20 €/m2
Ranksystem Draht 5 – 20 €/m2
Flächiges System 30 – 110 €/m2
Modulares System 5 – 70 €/m2

Die Pflegekosten können projekt- und standortbezogen stark variieren.

Lebensdauer

Bei der Gesamtkosten-Ermittlung der Begrünungssysteme sollte auch die Lebensdauer mit betrachtet werden. Staudenbegrünungen müssen beispielsweise zirka alle zehn Jahre komplett ausgetauscht werden, während bei Gehölzen oft ein regelmäßiger Rückschnitt ausreicht, um eine Lebensdauer von 30 Jahren zu erreichen. Eine Garantie zur Lebensdauer des Begrünungssystems ist bei der systemherstellenden Firma einzuholen.

Bewässerung

Direktbewuchs nach Bedarf
Ranksystem Gitter nach Bedarf
Ranksystem Draht nach Bedarf
Flächiges System 1 – 2,5 l pro Tag je m2
Modulares System 5 – 7 l pro Tag je m2

Die wandgebundenen Systeme enthalten typischerweise ein automatisches Bewässerungssystem.

Pflegegänge

Direktbewuchs jährliche Kontrolle
Ranksystem Gitter jährliche Kontrolle
Ranksystem Draht jährliche Kontrolle
Flächiges System min. zwei Kontrollen im Jahr
Modulares System min. zwei Kontrollen im Jahr

Gestaltung und Vielfalt

Direktbewuchs eingeschränkt
Ranksystem Gitter mäßig
Ranksystem Draht mäßig
Flächiges System hoch
Modulares System sehr hoch

Recycelbarkeit

Für eine möglichst positive Ökobilanz ist die Wiederverwertbarkeit des Begrünungssystems bedeutsam. Technische Elemente wie Pumpen, Magnetventile, Sensoren etc. sind häufig Elektronikschrott und nur schwer wiederverwertbar. Übliche Metalle wie Stahl oder Aluminium lassen sich hingegen in der Regel problemlos recyceln, und auch viele Kunststoffe sind recycelbar. Einfache Konstruktionen wie Kletterhilfen lassen sich nach Ablauf der Lebensdauer leichter trennen und somit besser wiederverwerten. Wandgebundene Systeme sind dagegen oft komplex aus verschiedenen Materialien und Komponenten aufgebaut, die sich schwerer trennen lassen.

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Gründach und Grüne Fassaden

Hamburg hat eine eigene Gründachstrategie entwickelt und möchte damit Anstoß für den Bau von mehr begrünten Dächern auf Neubauten und für geeignete Flachdachsanierungen geben.

Das Bild zeigt einige der Publikationen zu Hamburgs Grüne
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3 Personen auf einem Gründach
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Fragen und Antworten - Hamburger Gründachstrategie

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