Planung und Bau einer Grünen Fassade
Für die Begrünung von Wänden steht heute eine zunehmende Vielfalt an Systemen und Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung. Fachplanende Büros helfen bei der Planung und Umsetzung. Grundsätzliche Informationen bieten die nachfolgenden Hinweise und Empfehlungen zum Thema Planung, Genehmigung, Brandschutz, Bautechnik, Pflege und Pflanzenauswahl.
Grundsätzliche Überlegungen
Als Erstes sollten Sie sich überlegen, welches Ziel Sie mit der geplanten Fassadenbegrünung erreichen wollen. Daraus ergibt sich die Wahl des dafür geeigneten Begrünungssystems. Außerdem sollten Sie nur eine Wand auswählen, bei der auch ausreichend Platz für Bau-, Instandhaltungs- und Pflegearbeiten vorhanden ist und genügend Abstand zu Nachbargebäuden und privaten oder öffentlichen Nachbargrundstücken bleibt.
Für technische und architektonische Fragen wenden Sie sich am besten möglichst frühzeitig an ein Fachplanungsbüro. Für baurechtliche Fragestellungen wenden Sie sich rechtzeitig an die Bauaufsichtsbehörde des zuständigen Bezirksamtes. Bei der Umsetzung der Fassadenbegrünung sind ggf. die DIN 18915 (Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Bodenarbeiten) und die DIN 18916 (Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Pflanzen und Pflanzarbeiten) zu beachten.
Ansonsten hat die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) umfangreiche Fassadenbegrünungsrichtlinien – Richtlinien für Planung, Bau und Instandhaltung Fassadenbegrünungen – herausgegeben.
Die folgenden Seiten geben Ihnen eine Übersicht, was Sie bei der Planung beachten müssen, die Beispiele zeigen Ihnen dabei, welche Begrünung für welchen Wandaufbau in Frage kommt.
Eine Frage nach dem Wuchs-Standort
In welche Himmelsrichtung ist die zu begrünende Wand ausgerichtet? Durch Wind und Sonneneinstrahlung können sich sehr extreme Standortbedingungen für die Begrünung ergeben. Eine Wand auf der Südseite wird stark von der Sonne bestrahlt, nur wenige Pflanzenarten wie Trompetenwinde und Blauregen bevorzugen diese massive Sonneneinstrahlung. Für die schattige Nordseite eignen sich Spindelstrauch und verschiedene Waldrebenarten. Nach Ost und West ausgerichtete Fassaden bieten gemäßigtere Lichtverhältnisse und damit mehr Möglichkeiten bei der Pflanzenauswahl. Beachten Sie außerdem, dass der Wind in Hamburg hauptsächlich aus westlichen Richtungen kommt und dass die Begrünung an der Fassade gut Halt findet. Die Pflanzen benötigen zum Wachsen ausreichendes und geeignetes Pflanzsubstrat. Bei bodengebundener Begrünung gilt dies besonders. Für die meisten Kletterpflanzen eignet sich humusreiche Gartenerde. Das Pflanzloch sollte laut FLL-Richtlinien eine mindestens 0,5 m² große, offene Pflanzscheibe pro Pflanze haben, und der durchwurzelbare Raum sollte mindestens 0,5 m tief sein und 1 m³ umfassen. Achten Sie bei der Ausbildung des Pflanzloches darauf, dass die Wurzeln später das Fundament des Bauwerks nicht beschädigen können. Unter Umständen ist ein Wurzelschutz erforderlich. Eine Fassadenbegrünung bei größeren oder höheren Gebäuden (Gebäudeklasse 4 und 5) oder Sonderbauten benötigt in der Regel ein geeignetes Versorgungssystem zur Bewässerung und Düngung der Pflanzen. Nutzen Sie am besten ein System, das bei Frost geschützt ist bzw. sich abschalten lässt. Genauere und systembedingte Anforderungen wird Ihnen die herstellende Firma mitteilen.
Brauche ich eine baurechtliche Genehmigung?
Vorneweg ein Hinweis für Mieterinnen und Mieter: Wenn Sie eine Wand begrünen wollen, brauchen Sie die Erlaubnis der Gebäudeeigentümerin/des Eigentümers. Bei der Planung der Begrünung ist grundsätzlich zu überprüfen, ob Sie eine einzelne baurechtliche Genehmigung (z. B. wegerechtliche Erlaubnis) benötigen oder Ihr Vorhaben im Rahmen eines Bauantrags zu prüfen und zu genehmigen ist. Ansprechpartner ist in diesem Fall die Bauaufsichtsbehörde des zuständigen Bezirksamtes. Eine Fassadenbegrünung und gegebenenfalls erforderliche Kletterhilfen, Rank- und Pflanzsysteme müssen den Anforderungen des Bauordnungsrechts und der Verkehrssicherheit entsprechen. Prüfen Sie dabei besonders die Auswirkungen auf Bauphysik und -statik der Gebäudewand. Kletterhilfen sollten laut FLL-Richtlinien in Form, Farbe und Struktur zu dem Gebäude und Umfeld passen. Für eine Begrünung an öffentlichen Straßen oder Grundstücksgrenzen ist anhand des Grenzverlaufes zu klären, ob sich die Bepflanzung noch auf dem eigenen Grundstück befindet. Sollte sich die Pflanze auf oder über dem öffentlichen Weg befinden, müssen Sie sich mit der Wegeaufsicht im Fachamt Management des öffentlichen Raumes des zuständigen Bezirksamtes in Verbindung setzen. Wenn die Begrünung auf ein Nachbargrundstück übergreift, benötigen Sie eine schriftliche Zustimmung des Nachbarn.
Zudem gilt:
- An Baudenkmälern und geschützten Ensembles ist eine denkmalrechtliche Genehmigung beim Denkmalschutzamt einzuholen.
- In Gebieten, die einer entsprechenden Gestaltungssatzung unterliegen, muss ein Antrag beim zuständigen Zentrum für Wirtschaftsförderung (WBZ) gestellt werden.
- Ob eine Genehmigung in Gebieten mit einer städtebaulichen Erhaltungsverordnung erforderlich ist, ist nach § 172 des Baugesetzbuches im Einzelfall zu prüfen.
Checkliste zur Planung
Bautechnische Anforderungen
Die Anforderungen an den Systemaufbau einer Grünen Fassade sind je nach Bauweise sehr vielfältig. Neben optimalen Wuchsbedingungen für die ausgewählten Pflanzen muss der Schutz der Fassade gewährleistet sein. Der Wandaufbau bestimmt die Verankerung des Begrünungssystems. Auf den folgenden Seiten finden Sie Beispiele, welches Begrünungssystem für welchen Wandaufbau geeignet ist.
Anforderungen an Kletterhilfen
Kletterhilfen sollten zu den Eigenschaften der Gerüstkletterpflanzen passen und verträglich für die Pflanzen sein. Je nach Wuchs der Bepflanzung und je nach Wandaufbau empfiehlt sich ein Wandabstand zwischen 5 und 15 cm. Bei Starkschlingern wie Blauregen ist oftmals ein Wandabstand bis zu 20 cm zum Schutz des Gebäudes erforderlich. Besonders in der Anwuchsphase sind Kletterhilfen notwendig. Ältere Pflanzen sind weniger auf Hilfe zum Klettern angewiesen, denn ihre Triebe verflechten sich oft stark untereinander und können so frei in den Raum vor der Wand wachsen.
Bei den meisten Pflanzen bieten sich Kletterhilfen in einer flächigen Netz- und Gitterstruktur an. Manche stark wachsenden Pflanzen wie Blauregen werden oft nur an einzelnen vertikalen Strängen geführt, um Schnitt und Pflege zu erleichtern. Aus architektonischen Gründen ist es mitunter schöner, einzelne Stränge parallel, ohne Querverbindungen anzuordnen. Zum Schutz der Fassade und um der Pflanze möglichst viel Raum zu bieten, werden Kletterpflanzen vor der Kletterhilfe angepflanzt und nicht dahinter. So kann die Kletterpflanze ein stabiles Holzgerüst aufbauen. Sinnvoll ist ggf. anfangs ein Fixieren der Pflanze mit Bindematerial.
Für die Verankerung der Kletterhilfen muss die Wand statisch geeignet sein. Bei der Prüfung müssen die Lasten der Pflanzen und äußere Einflüsse wie z. B. Sturm- und Schneelasten miteinberechnet werden. Bei Wandaufbauten, die nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Verankerung bieten, sind stehende oder angelehnte Kletterhilfen empfehlenswert, um die Verankerungen entlasten zu können.
Kletterpflanzen an Ranksystem
Klinkerfassade
Bei einer vorgehängten, hinterlüfteten Klinkerfassade sollte die Kletterhilfe – ohne aufwendige Befestigung bis zur tragenden Wand – nur an der Außenschale befestigt werden. Geeignet ist ein verhältnismäßig leichtes Klettersystem mit geringem Wandabstand und kleinem Durchmesser des Rankseils oder -gitters. Für eine flächige Begrünung mit Rankpflanzen und Spreizklimmern ist eine netzförmige Kletterhilfe mit einer Maschenweite von mindestens 40 cm sinnvoll, um nur wenige Löcher in die Klinkerfassade zu bohren. In den drei bis vier oberen Steinreihen der Außenschale und nahe der Ecken sind Befestigungen zu vermeiden, um Rissbildung vorzubeugen. Selbst 25 bis 40 cm neben den Ecken sollte ohne Dübel (spreizdruckfrei) und nur mit Verbundmörtel befestigt werden. Wenn ein Klinkermauerwerk mit einem massiven Wandaufbau vorhanden ist, sind auch schwerere Kletterhilfen und ein großer Wandabstand möglich.
Mischform an Ranksystem
Ständer- und Fachwerkbauweise
Bodengebundener Direktbewuchs ist in der Regel für traditionelle Fachwerkbauweisen ungeeignet. Deshalb empfiehlt es sich, Gerüstkletterpflanzen zu verwenden und die Kletterhilfen am statisch tragenden Fachwerk anzubringen. Auch wandgebundene Systeme aus beispielsweise im Fachwerk verankerten Pflanzkästen oder eine Kombination aus wand und bodengebundener Begrünung sind möglich. In der Regel kann direkt ins Holz gebohrt werden, in Einzelfällen sind Dübel notwendig. Sich kreuzende Hölzer oder sonstige Verbindungsbereiche sollten im Zweifelsfall von Bohrungen und Befestigungen ausgespart werden. Insbesondere in die Planung einer begrünten Ständer-/Fachwerkbauweise ist die Einbeziehung von Fachleuten ratsam. Hier ist das Risiko einer Beschädigung der Wand durch Triebe von Kletterpflanzen besonders hoch.
Flächiges System
Wärmedämmverbundsystem
Wandaufbauten mit Dämmplatten als Außenschale und lediglich einer Abdeckung aus Putz bilden ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Sinnvollerweise erfolgen die Planung und Umsetzung von Ranksystemen oder wandgebundenen Systemen zusammen mit der energetischen Fassadensanierung (siehe Grafik). An eine bestehende WDVS-Fassade wird das Begrünungssystem zur zusätzlichen Lastabtragung durch nachträgliche Stützkörper an der tragenden Wand befestigt. Wärmedämmverbundsysteme können Stärken von 4 bis 30 cm aufweisen – die Verankerung sollte auf die Wandstärke abgestimmt sein. Sollte die Dämmung selbst aus druckfestem Schaumglas o. Ä. bestehen, ist ein Stützkörper nicht notwendig. Direktbewuchs ist nicht empfehlenswert.
Modulares System
Betonfassade
Betonfassaden an unbeheizten Gebäuden wie Parkhäusern sind meist für jede Befestigung von Ranksystemen oder wandgebundenen Systemen ausreichend dimensioniert. Bei beheizbaren Gebäuden besteht die Außenschale typischerweise aus Beton, dahinter verbergen sich eine Dämmschicht und eine tragende zweite Betonwand. Die Auswahl der Kletterhilfe ist hier abhängig von der Stärke der Außenschale. Grundsätzlich haben massive Betonwände mit einer Stärke über 8 cm eine hohe Lastabtragung und ermöglichen es in der Regel, verschiedene Begrünungsformen an der Fassade zu befestigen. Bei einer Wandstärke unter 8 cm sind Begrünungssysteme mit hohen Lasten, wie zum Beispiel dem flächigen System mit Vliestaschen oder schweren Kletterhilfen, nicht geeignet.
Bodengebundene Begrünung am Balkon
Balkone als Kletterhilfe
Auch wenn die bodengebundene Begrünung eines Balkons eine längere Zeit dauert, eignen sich im Boden verwurzelte Kletterpflanzen, um als üppige Begrünung dem Balkon Sichtschutz zu bieten. Stark schlingende Pflanzen wie Blauregen können im Idealfall vorhandene Stützen und Geländer eines Balkons als Kletterhilfe nutzen und sogar mehrere Etagen begrünen. Andere Kletterpflanzen, wie zum Beispiel Weinrebe, können über zusätzlich angebrachte Kletterhilfen am Balkonträger entlang wachsen. Wenn eine Bohrung in den Träger ausgeschlossen ist, lassen sich Kletterhilfen auch festbinden. Für die Begrünung eignen sich Pflanzenarten mit dem Wasseranspruch trocken, damit die Vegetation aufgrund trockener Verhältnisse unter den Balkonen nicht unschön verkahlt. Die bodengebundene Begrünung lässt sich ausgezeichnet mit Pflanzungen – wie beispielsweise Akebien – in Trögen auf dem Balkon ergänzen.
Pflanztröge und Solaranlagen
Begrünung in Kombination mit Solaranlage
Für ein energieoptimiertes Gebäude bietet es sich an, die begrünte Fassade mit Solaranlagen (Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen) zu ergänzen. Diese lassen sich an Fassaden oder an Balkonen und Brüstungen, Fensterläden, Laubengängen, Wintergärten und Vordächern anbringen. Die Errichtung einer Photovoltaikanlage an der Fassade zur Stromerzeugung ist derzeit nur bei Gebäuden der Gebäudeklasse 1–3 regelhaft zulässig. Aus brandschutztechnischen Gründen ist ein Abstand zwischen Fassadenbegrünung und Photovoltaikanalage sicherzustellen, z.B. in dem die Photovoltaik-Paneele an den Balkonbrüstungen montiert werden. Pro Quadratmeter können durch eine solche Anlage bis zu 100 Kilowattstunden erzeugt werden. Bei dem Projekt „Smart ist grün“ sind an der Südfassade Kletterhortensien in Trögen mit Rankelementen gepflanzt. Die Pflanzen beschatten und kühlen das Gebäude, und die Balkonbrüstungen aus Photovoltaikpaneelen mit einer Gesamtleistung von 3500 kWh/a versorgen das Gebäude mit Energie.
Hinweise zum Brandschutz
Fassadenbegrünungen sind brandschutztechnisch stets im Zusammenhang mit dem jeweiligen Gebäude zu betrachten. Die Anforderungen richten sich insbesondere nach der Gebäudeklasse, der Gebäudehöhe und der Nutzung. Bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, die keine Sonderbauten sind, bestehen in der Regel keine besonderen brandschutztechnischen Anforderungen an die Fassadenbegrünung. Für Gebäude der Gebäudeklassen 4 und 5 sowie für Sonderbauten gelten dagegen weitergehende Anforderungen, um eine Brandausbreitung über die Fassade zu begrenzen. Sonderbauten sind grundsätzlich im Einzelfall zu bewerten.
Bereits in der Planungsphase sollte ein Pflege- und Wartungskonzept einschließlich eines Bewässerungskonzepts erstellt werden. Eine dauerhaft vitale und ausreichend bewässerte Begrünung reduziert das Risiko erhöhter Brandlasten durch abgestorbene oder ausgetrocknete Pflanzenteile. Die Auswahl geeigneter Pflanzen sowie eine regelmäßige Pflege und Kontrolle sind daher wesentliche Bestandteile des Brandschutzkonzepts.
Bei Gebäuden der Gebäudeklassen 4 und 5 müssen zudem Anforderungen an die Außenwand beziehungsweise Außenwandbekleidung erfüllt werden. Kletterhilfen und Ranksysteme sind entsprechend den bauordnungsrechtlichen Vorgaben auszuführen. Darüber hinaus sind unter anderem Mindestabstände zu Brandwänden einzuhalten sowie Bereiche vor notwendigen Treppenräumen, Rettungswegen und anzuleiternden Fenstern freizuhalten oder durch geeignete Maßnahmen zu schützen. Werden vorgefertigte wandgebundene Begrünungssysteme eingesetzt, können zusätzliche Nachweise zum Brandverhalten und zur Verwendbarkeit erforderlich sein.
Bodengebundene Begrünung
Bodengebundene Fassadenbegrünungen mit Kletterpflanzen weisen bei vitalem Pflanzenbestand grundsätzlich nur eine geringe Brandlast auf. Entscheidend für den Brandschutz sind eine fachgerechte Planung, eine geeignete Pflanzenauswahl sowie eine dauerhaft funktionierende Bewässerung und Pflege. Bei Gebäuden der Gebäudeklassen 4 und 5 sind zusätzlich die bauordnungsrechtlichen Anforderungen an Abstände, Rettungswege und die Ausführung der Fassade zu beachten.
Wandgebundene Begrünung
Wandgebundene Fassadenbegrünungen bestehen häufig aus vorgefertigten Systemen mit Unterkonstruktionen, Pflanzgefäßen und Bewässerungseinrichtungen. Aufgrund ihres konstruktiven Aufbaus sind sie bauordnungsrechtlich gesondert zu bewerten. Ab Gebäudeklasse 4 gelten Anforderungen an die verwendeten Bauprodukte und gegebenenfalls sind Nachweise zur Standsicherheit, zum Brandverhalten sowie zur Verwendbarkeit der Bauart erforderlich. Die brandschutztechnische Beurteilung erfolgt daher grundsätzlich systembezogen.
Pflanzenliste
Viele Faktoren bestimmen die Pflanzenwahl einer Fassadenbegrünung: Ob wandgebunden oder bodengebunden – es gibt eine Fülle an Pflanzen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Wollen Sie verschiedene Pflanzen kombinieren, dann wählen Sie Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen an Licht und Wasser. Die Pflanzenlisten auf der nächsten Seite geben einen Überblick über geeignete Pflanzen für boden- und wandgebundene Begrünungen.
Winterhärtezone (WHZ)
In Hamburg fällt die Temperatur üblicherweise nicht unter –12,2 °C, weshalb Hamburg sich in der sogenannten Winterhärtezone 8a befindet. Das bedeutet, dass die Pflanzen mit einer Einstufung 8 oder niedriger für eine bodengebundene Begrünung in Frage kommen und den Hamburger Winter überleben können. Bei wandgebundenen Begrünungen sind, abhängig von Standort und Bauweise, Abweichungen zu den Angaben in der Pflanzenliste möglich.
Triebdurchmesser
Der Triebdurchmesser einer Kletterpflanze wird am Wurzelhals gemessen und in der Pflanzenliste als maximal zu erwartende Triebdicke in cm angegeben. Er dient der Ermittlung des Mindestabstands zwischen Kletterhilfe und Wand. In der Regel sollte der Wandabstand mindestens die Hälfte der Triebdicke betragen.
Wasseranspruch
Es muss darauf geachtet werden, dass Pflanzenarten mit sehr unterschiedlichen Wasseransprüchen in der Fassadenbegrünung nicht kombiniert werden können. Beispielsweise sollte Scharfer Mauerpfeffer, der trockene Bodenverhältnisse bevorzugt, nicht zusammen mit Sibirischer Schwertlilie gepflanzt werden, für die nasse Verhältnisse geeignet sind. Arten mit trockenen und frischen bzw. frischen und nassen Ansprüchen lassen sich dagegen ohne Probleme kombinieren.
Lichtfliehende Triebe
Lichtfliehende Triebe krümmen sich in die entgegengesetzte Richtung des Sonnenlichts und wachsen dementsprechend aktiv ins Dunkle. Dieses Phänomen wird auch negativer Phototropismus genannt. In erster Linie sind es Selbstklimmer, wie Efeu und Wilder Wein, die lichtfliehende Triebe ausbilden. Bei diesen Pflanzen ist Vorsicht geboten, denn ihre Triebe und Haftwurzeln können in Fugen und bestehende Risse hineinwachsen und die Fassade beschädigen. Es ist deshalb dringend zu beachten, dass Pflanzen mit lichtfliehenden Trieben an fugenlose, massive Wände gepflanzt werden.
Pflanzenliste
Die PDF der Pflanzenliste finden Sie auch im Downloadbereich