An der St. Pauli Hafenkante, zwischen Fischmarkt und Strand Pauli, entsteht ein neuer öffentlicher Freiraum. In einem Werkstattverfahren hat ein breit besetztes Gremium mit Vertreter:innen aus dem Stadtteil, städtischen Institutionen und externen Fachexpert:innen einen Entwurf für die weitere Planung des neuen Freiraums an der Elbe ausgewählt. Durchsetzen konnte sich das Konzept des Hamburger Büros Rabe Landschaften in Kooperation mit White Arkitekter. Es verwandelt die graue Betonfläche in einen echten Freiraum für alle – basierend auf über 700 Wünschen aus der Nachbarschaft. Erfahren Sie im Folgenden alles über die Planungen, über den Hintergrund des Projekts und über weitere Möglichkeiten der Teilhabe.
Neugestaltung der St. Pauli Hafenkante
Aktuelles
Produktives Abhängen im Kölibri – ein schöner Austausch auf dem Hein-Köllisch-Platz
Am 16. April 2026 hat die Umweltbehörde herzlich ins Stadtteilzentrum Kölibri eingeladen, um einen offenen Austausch zwischen dem im Februar ausgewählten Planungsteam und der Nachbarschaft zu ermöglichen.
Beim „Produktiven Abhängen“ nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, die Planer:innen von rabe landschaften persönlich kennenzulernen, mehr über den Entwurf zu erfahren und einen genaueren Blick auf die Ideen für die zukünftige Hafenkante zu werfen. Darüber hinaus gaben Vertreter:innen der Umweltbehörde sowie die im Projekt beteiligten Prozess- und Planungsteams von uvm und projektbüro Einblicke in die nächsten Schritte des Projekts. Aufgrund des guten Wetters wurde der Großteil des Abends spontan nach draußen, auf den Hein-Köllisch-Platz verschoben. Unter der schönen Kirschblüte hat das ausgestellte Modell des Siegerentwurfs zahlreiche Neugierige angelockt.
Der freiraumplanerische Entwurf
Der ausgewählte Entwurf stammt vom Hamburger Landschaftsarchitekturbüro Rabe Landschaften und dem schwedischen Architekturbüro White Arkitekter. Im Mittelpunkt des Konzepts steht die Umsetzung der „Wunschproduktion“ des Park Fiction Komitees, das zwischen 2020 und 2023 über 700 Ideen aus der Nachbarschaft für den neuen Freiraum an der Elbe gesammelt hat. Die entwickelte Planung kommt dem großen Wunsch nach Grün und Erholung am Wasser nach, indem Flächen entsiegelt und schattige Orte durch zahlreiche Baumpflanzungen geschaffen werden. Mit Skateanlagen, Fuß- und Basketballplätzen sowie weiten, offenen Flächen lädt der Entwurf insbesondere Kinder und Jugendliche zu Sport und Spiel ein. Darüber hinaus ermöglichen geschickte Anbindungen und Verknüpfungen zum Stadtteilteil St. Pauli sowie zu den übergeordneten Landschaftsachsen Elbe und Volkspark, die auf der St. Pauli Hafenkante aufeinandertreffen, eine verbesserte Anbindung. Gleichzeitig können traditionsreiche Veranstaltungen wie der Fischmarkt und der Hafengeburtstag weiter vor Ort stattfinden. Hier ist insbesondere das Fischmarktsofa hervorzuheben – ein neuer Aufenthaltsort, der Ruhe inmitten des trubeligen Marktgeschehens ermöglicht. Die zentrale Funktion des Hochwasserschutzes wird nach wie vor gewährleistet, sodass ein zukunftsfähiger und klimaangepasster Freiraum entsteht. Der Entwurf bildet die Grundlage für die weitere Planung und wird nun final ausgearbeitet. Einige Planungsbausteine müssen in den kommenden Monaten noch vertieft und auch nachgebessert werden, sodass wir schließlich ein festes Planungsgerüst erhalten, das wir Schritt für Schritt an der St. Pauli Hafenkante umsetzen können.
Rückblick auf das Werkstattverfahren zur Neugestaltung der St. Pauli Hafenkante
Gemeinsam mit drei Planungsteams und einer breiten Öffentlichkeit haben wir den Herbst 2025 genutzt, um die Zukunft der St. Pauli Hafenkante in drei Etappen weiterzudenken.
Los ging’s mit der Auftaktwerkstatt: Ende September 2025 standen die Planungsteams vor der Herausforderung, die St. Pauli Hafenkante und ihre Besonderheiten zu verstehen und auf der Basis der gesammelten Erkenntnisse eine erste Vision zu formulieren.
Anfang November 2025 fand die große Offene Werkstatt statt: Die Planungsteams stellten ihre ersten Ideen vor und entwickelten sie gemeinsam mit Ihnen und Fachexpert:innen weiter. Zahlreiche Nachbar:innen und Interessierte folgten der Einladung ins Stadtteilzentrum Kölibri. In kreativer Atmosphäre wurden Entwürfe diskutiert, Perspektiven eingebracht, gemeinsam gezeichnet und direkt an den Arbeitsmodellen weitergedacht. So entstand ein lebendiger Austausch, bei dem die Ideen für die St. Pauli Hafenkante mit vielen Stimmen und Blickwinkeln bereichert wurden.
Am 12. Februar 2026 präsentierten die drei Planungsteams ihre finalen Entwürfe im Stadtteilzentrum Kölibri. Über 150 Menschen sind in die Räumlichkeiten der GWA St. Pauli geströmt, um den Entwürfen zu lauschen und eigene Perspektiven und Anregungen einzubringen. Am darauffolgenden Freitag, den 13. Februar, kam ein vielfältig besetztes Gremium – mit Vertreter:innen aus dem Stadtteil und aus den zuständigen städtischen Institutionen sowie mit externen Fachexpert:innen – zusammen, um ein Planungsteam auszuwählen. Dieses Gremium begleitet das Werkstattverfahren schon vom ersten Tag an und war zum großen Teil bereits in der vorausgegangenen Beteiligungs- und Testphase mit dabei. In die Diskussion der drei Entwürfe floss auch das öffentliche Feedback vom Vorabend ein, bevor eine Empfehlung für die nächste Planungsphase ausgesprochen wurde. Diese Entscheidung markiert nicht nur den Abschluss des Werkstattverfahrens – sie ist vor allem der Startschuss für die nächste Etappe: die gemeinsame Weiterentwicklung der Hafenkante zu einem lebendigen Ort für neue Ideen, für Begegnungen und Erlebnisse direkt an der Elbe.
An dieser Stelle möchten wir außerdem die Entwurfsbeiträge von Franz Reschke Landschaftsarchitektur und RMPSL Landschaftsarchitekten würdigen, die ebenfalls viel Fleiß und Hirnschmalz investiert und tolle Ideen für die St. Pauli Hafenkante entwickelt hatten. Bis Ende März 2026 können Sie sich alle Werkstattbeiträge vertieft im Rathaus Altona (Platz der Republik 1) im Zuge einer kleinen Ausstellung anschauen. Außerdem haben wir Ihnen eine digitale Ausstellung zusammengestellt.
Projektbeschreibung
Die Hafenkante, gelegen zwischen Wasser und Land, zwischen Park Fiction und Hafenpanorama, ist ein wichtiger Ort für Hamburg und insbesondere für St. Pauli. Die Nähe zur Elbe lädt zum Spazieren ein und jeden Sonntag sind die Marktstände des Fischmarktes aufgebaut.
Bereits im Koalitionsvertrag von 2020 steht, dass der Antonipark am St. Pauli-Elbufer erweitert werden soll. An diese politischen Ziele und an die Wunschproduktion „Die Füße in die Elbe strecken” des Park Fiction Komitees, das sich aus der Initiative und dem Planungsteam rund um den bestehenden Antoni-Park entwickelt hat, knüpft das Projekt „Qualifizierung der St. Pauli Hafenkante“ an. Im Oktober 2023 hat die BUKEA daher die Büros Projektbüro und UVM gemeinsam mit Antje Stokman (HafenCity Universität Hamburg) beauftragt, herauszufinden, wie ein Freiraum an der Hafenkante gemeinschaftlich gestaltet werden kann. Teil dieser Untersuchung war die im Sommer 2024 durchgeführte Testphase, in der auf 10 Prozent der 600 Meter langen Fläche verschiedene Ideen aus der Wunschproduktion erprobt wurden.
Mit dem bevorstehenden Prozess der Freiraumentwicklung besteht die Chance, die Hafenkante so zu gestalten, dass sie ihren Potenzialen gerecht wird. Denn dieser zentrale Ort bietet die Möglichkeit, einen Mehrwert für viele zu schaffen: einen Freiraum für die Nachbarschaft und ganz Hamburg mit hoher Aufenthaltsqualität, einer besseren Erreichbarkeit und einem verstärkten Erleben der Elbe. Die Kernbotschaften der Hafenkante sind im Folgenden nochmal zusammengefasst:
Die große, freie Fläche bleibt erhalten.
Hier ist Platz für Sport und Bewegung, Durchatmen und die Weite genießen.
Mehr Nähe zum Wasser und mehr Grün.
Am Wasser sitzen und auf die Elbe gucken. Mehr Grün sorgt für Schatten und Abkühlung.
Kein Kommerz.
Niemand muss etwas kaufen, um hier willkommen zu sein.
Tradition bleibt erhalten.
Der Fischmarkt und der Hafengeburtstag gehören weiter dazu.
Die St. Pauli Hafenkante wird von vielen gemacht.
Angefangen mit der Wunschproduktion, ist und bleibt das Projekt weiterhin eng mit der Nachbarschaft und dem Engagement der Zivilgesellschaft verbunden.
Der Prozess
Der Prozess wird bei der Entwicklung der St. Pauli Hafenkante besonders groß geschrieben: Stück für Stück sammeln wir neue Erkenntnisse und versuchen damit nicht nur das Verfahren zielgerichtet und bedürfnisorientiert zu gestalten, sondern auch erste Verbesserungen auf der Fläche zu erzielen: Seit Juni 2025 unterbindet eine Schranke das private Parken auf der Hafenkante, sodass die Weite vor Ort bereits zum ausgiebigen Schlendern und die Ruhe zum entspannten Wellenrauschen-Lauschen auf der blauen Bank einladen. Denn seit der Testphase im Sommer 2024 steht auch diese Bank auf der Fläche und hat genau wie der zeitgleich aufgestellte Basketballkorb die Aufenthaltsqualität auf der St. Pauli Hafenkante schon deutlich erhöht.
Aber nun der Reihe nach: Ziel der ersten Phase war es, die Grundlage für die Freiraumentwicklung an der Hafenkante zu schaffen. Dazu wurden die aktuelle Situation, Bedürfnisse vor Ort sowie beispielhafte Projekte und Prozesse analysiert. Auf dieser Basis wurde ein Konzept für die weitere Beteiligung (Sommer 2024) und das freiraumplanerisches Qualifizierungsverfahren entwickelt. Zudem wurden Entwicklungsleitlinien und Projektziele definiert.
In der zweiten Phase haben wir diese Leitlinien und Projektziele mit einem Begleitgremium aus Zivilgesellschaft, Fachbehörden und Bezirksämtern abgestimmt, um die nächsten Schritte und Ziele für die Hafenkante festzulegen. Dieses „Commitment-Papier“ bildet die Grundlage für die zukünftige Freiraumentwicklung.
In der dritten Phase, vor Ort an der St. Pauli Hafenkante, haben wir mit 1:1-Aktionen, Anlaufstellen und Veranstaltungen mögliche Nutzungen der Hafenkante mit der breiten Öffentlichkeit getestet und diskutiert.
Von September 2025 bis Februar 2026 haben wir ein freiraumplanerisches Werkstattverfahren organisiert, in dem drei Planungsteams die Zukunft der St. Pauli Hafenkante gemeinsam mit der Zivilgesellschaft, Fachexpert:innen, Politik und Verwaltung weitergedacht haben und die gesammelten Erkenntnisse aus den vorangegangenen Planungsphase in räumliche Entwürfe übersetzten. Ein breit aufgestelltes Entscheidungsgremium hat schließlich den Entwurf von Rabe Landschaften und White Arktitekter ausgewählt. Der Startschuss für die nächste Phase.
In den kommenden Monaten muss der Entwurf des Planungsteams vertieft und vereinzelt auch überarbeitet werden, ehe eine überarbeitete Form durch einen politischen Beschluss in der Hamburger Politik verankert wird. Gleichzeitig werden die im Planungsablauf erforderlichen Weiterbearbeitungen und Anpassungen des Entwurfs im Austausch mit der Zivilgesellschaft erfolgen.
Das Begleitgremium
Wer ist das Begleitgremium? Was sind seine Aufgaben?
Das Verfahren zur Qualifizierung der Hafenkante umfasst wichtige Schritte vor und nach der Testphase. Ein zentraler Bestandteil sind die Sitzungen des Begleitgremiums, das seit Frühjahr 2024 intensiv an einem gemeinsamen „Commitment“ arbeitete. Anfang November 2024 hat das Begleitgremium das Papier verabschiedet. Im „Commitment“ wurden gemeinsame Projektziele und Leitlinien für die Entwicklung der Hafenkante und den weiteren Prozess festgehalten. Darauf aufbauend hat das Begleitgremium bis September 2025 ein Aufgabenpapier erarbeitet und abgestimmt, das als Grundlage für die kreative Arbeit der drei Planungsteams im freiraumplanerischen Werkstattverfahren diente. Auch während dieser Werkstätten war das Begleitgremium eng eingebunden und sowohl bei der Auftakt- als auch bei der Zwischenwerkstatt im engen Austausch mit den Planungsteams. Mitte Februar 2026 hat das Begleitgremium, ergänzt um externe Fachexpert:innen, und Vertreter:innen der lokalen Bezirkspolitik, schließlich den Entwurf von Rabe Landschaften und White Arkitekter für den weiteren Prozess ausgewählt.
Das Begleitgremium vereint Vertreter:innen städtischer Dienststellen sowie der Politik und Vertreter:innen der Zivilgesellschaft. Hier kommen die Bezirksämter Altona und Hamburg-Mitte, die Kulturbehörde, die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, die Umweltbehörde, die Verkehrsbehörde, die Wirtschaftsbehörde, sowie der Hochwasserschutz der Landesbetrieb Immobilien und Grundvermögen mit der St. Pauli Schule, dem Park Fiction Komitee, dem Buttclub, SOS St. Pauli, der GWA St. Pauli und der St. Pauli Kirche zusammen.
Freiraum Testen und Lücken schließen: Die Projektphase 2024
Wir probieren aus: Die Testphase auf der Hafenkante im Sommer 2024
Um Potenziale wie Schwierigkeiten bei der Entwicklung der St. Pauli Hafenkante kennenzulernen, haben wir Sommer 2024 10 % der Fläche - also einen 60 Meter langen Abschnitt der Hafenkante - in einen Testraum verwandelt. Von Anfang August bis Ende September 2024 haben wir gemeinsam mit Ihnen einen temporären Wald, ein schattenspendendes Gewitterdach, kühlenden Sprühnebel, einen freien Elbblick und eine bunte Bühne sowie einen frei nutzbaren Teegarten getestet. Mit jeder Woche kamen neue 1:1-Aktionen, inspiriert aus der Wunschproduktion von Park Fiction, dazu.
Der Testraum ist seit Anfang Oktober 2024 abgebaut, aber eine Sache bleibt: die temporäre Bank mit Elbblick, die sich großer Beliebtheit erfreut! Nehmen Sie Platz und genießen Sie den Blick auf die Elbe – sie bleibt Ihnen vorerst erhalten.
Wissen teilen, Zukünfte gestalten
Im Rahmen unserer Testphase haben wir zu verschiedenen thematischen Schwerpunkten wie Hochwasser, Botanik, alternative Betriebsstrukturen und Stadtklima eingeladen. In diesen Veranstaltungen haben Spaziergänge, Diskussionen und Gespräche stattgefunden, um Wissenslücken gemeinsam mit Expert:innen zu schließen. Dank der Unterstützung der Expert:innen wurde viel wertvolles Wissen gesammelt, das in den weiteren Prozess zur Umgestaltung der Hafenkante eingeflossen ist.
Ein herzliches Dankeschön an alle Besucher:innen und Expert:innen, die zu einem erfolgreichen Austausch beigetragen haben.
Entwicklungsleitlinien und Projektziele formulieren
Im Anschluss an die Testphase haben wir die gewonnenen Erkenntnisse gebündelt und die zentralen Ergebnisse klar formuliert. Gemeinsam mit der Umweltbehörde hat das Team von projektbüro und UVM die Beobachtungen aus dem 60-Meter-Testabschnitt an der St. Pauli Hafenkante, die Eindrücke aus den Rundgängen mit Expert:innen sowie die Ergebnisse der Workshops mit dem Begleitgremium sorgfältig ausgewertet und in einem Ergebnisbericht zusammengeführt.
Ein wichtiger Bestandteil des Berichts ist das Commitment-Papier. Darin verständigen sich die zahlreichen beteiligten Akteur:innen darauf, wie ein Freiraum für alle an der St. Pauli Hafenkante Wirklichkeit werden kann. Auf dieser gemeinsamen Grundlage wurden Entwicklungsleitlinien und konkrete Projektziele formuliert. Im Zuge des Werkstattverfahrens 2025 setzten diese abgesprochenen Rahmenlinien die Grundlage für die komplexe Aufgabenstellung.
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