Konzeptskizze Landschaftsachse Osterbek
BUKEA/Rabe Landschaften
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Eine Vision für die Landschaftsachse Osterbek

Das freiraumplanerische Konzept für die Zukunft der Landschaftsachse Osterbek entstand zwischen 2023 und 2024 in enger Zusammenarbeit der Umweltbehörde Hamburg mit den Bezirksämtern Hamburg-Nord und Wandsbek. Auch viele Bürgerinnen und Bürger haben ihre Idee eingebracht. Hier erfahren Sie, welches Bild für die Landschaftsachse entwickelt wurde und wie es weitergehen soll.

Vision – Was ist damit gemeint?

Die grünen Freiräume in der Landschaftsachse sind nicht nur einzeln wertvoll für die Stadt. Dort, wo sie sich bereits erkennbar aneinanderreihen, scheint die freie Landschaft plötzlich nah und es fällt leichter, den urbanen Alltag kurz zu vergessen. Die Verbesserung des Verbunds grüner Freiräume stärkt die Naherholungsqualitäten, aber auch die Bedeutung der Landschaftsachse für die Artenvielfalt und für eine positive Entwicklung des Stadtklimas. Die Landschaftsachse soll als Ganzes erkennbar sein, viele attraktive Orte miteinander verbinden und intuitiv von der Außenalster bis an die Stadtgrenze führen. 

Um dies verwirklichen zu können, braucht es nicht nur einen langen Atem sondern zuallererst eine Vision, die aufzeigt, was möglich wäre! Dieses Projekt soll genau das leisten. Das freiraumplanerische Gesamtkonzept soll als Wegweiser für die zukünftige Entwicklung der Landschaftsachse Osterbek dienen und sicherstellen, dass sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren und darüber hinaus attraktiv gestaltet werden kann. 

Um eine bauliche  Umsetzung geht es dabei zum jetzigen Zeitpunkt (Stand Mai 2025) noch nicht. Aber das freiraumplanerische Konzept bildet die Grundlage für die Entwicklung von konkreten Einzelmaßnahmen, für die Durchführung weiterer Öffentlichkeitsbeteiligungen und für die Sicherung von Finanzierungen.

Entstehungsprozess

Viele Ideen und Hinweise für die Entwicklung der Landschaftsachse wurden im Laufe des Projekts gesammelt.
Aktionstage an der Osterbek BUKEA/Andreas Klingberg

Das Konzept für die Landschaftsachse Osterbek entstand zwischen 2023 und 2024 in enger Zusammenarbeit der Umweltbehörde Hamburg mit den Bezirksämtern Hamburg-Nord und Wandsbek. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Planungsraum und die Einbeziehung der interessierten Öffentlichkeit haben den Entwurfsprozess geprägt. Mithilfe von zahlreichen Kartengrundlagen und Erkundungsgängen sowie Rad- und Paddeltouren konnte ein genaues Bild der Landschaftsachse, wie sie sich heute zeigt, gezeichnet werden. Auch Bürgerinnen und Bürger brachten viel Wissen ein: An drei „Aktionstagen“ im Johannes-Prassek-Park und im Park am Augustenburger Ufer konnten Anwohnende und Erholungssuchende vor Ort ihre Ideen einbringen und bei der „Klima-Rallye“ spielerisch die positiven Wirkungen des Grünen Netzes auf das Stadtklima erfahren. Parallel fand im Sommer 2023 eine Online-Beteiligung statt, um weitere Hinweise, Anregungen und Kritik aus der Öffentlichkeit zu sammeln. Über 200 Beiträge und 400 Kommentare gingen ein. Sie wurden ausgewertet und in die Entwurfsplanung integriert.

Zwei Teilbereiche wurden als Fokusräume vertieft betrachtet. In Plänen und Skizzen wird beispielhaft erkennbar, wie sich die Landschaftsachse am Bachlauf der Osterbek in Dulsberg / Barmbek-Nord und rund um den Regenrückhalteteich Moorgrund in Bramfeld entwickeln könnte.

Das freiraumplanerische Konzept

Skizze zum Freiraumplanerischen Gesamtkonzept - Das grün-blaue Band der Landschaftsachse Osterbek verknüpft sich mit dem Aktionsband - der Haupt-Wegeroute mit attraktiven Anlaufpunkten im Freien.
Konzeptskizze Landschaftsachse Osterbek BUKEA/Rabe Landschaften

Für die zukünftige Entwicklung Landschaftsachse Osterbek stehen drei übergeordnete Ziele im Fokus:

  • Die Landschaftsachse soll besser erlebbar werden: Schöne Orte am Wasser und im Grünen sollen schnell auffindbar sein und möglichst in Blickweite voneinander liegen. Eine gut erkennbare Wegeführung soll deutlich machen, wo es weiter geht. 
  • Die Landschaftsachse soll grüner werden: Parkanlagen sollen wachsen, Grünflächen, Gewässer und Uferbereiche außerdem ökologisch wertvoller werden. 
  • Die Landschaftsachse stellt sich auf den Klimawandel ein: Sie soll mehr kühle Orte für alle und Flächen für die Starkregenvorsorge anbieten sowie die Wohnquartiere mit Frischluft versorgen.
Freiraumplanerisches Gesamtkonzept für die Landschaftsachse Osterbek
Freiraumplanerisches Gesamtkonzept für die Landschaftsachse Osterbek BUKEA/Rabe Landschaften

Die Ideen zur Umsetzung dieser Ziele greifen lokale Potenziale auf. Sie entwickeln den Ist-Zustand weiter und erfinden neue besondere Orte im Grünen und am Wasser. Darüber hinaus muss aber auch die Landschaftsachse als Ganzes im Blick behalten werden: Ein durchgängiger, gut auffindbarer Hauptweg, ein intuitiv unterstützendes Leitsystem und andere wiederkehrende Elemente entlang der Strecke vermitteln auch Ortsunkundigen, dass es sich lohnt, der Landschaftsachse zu folgen – von der Außenalster bis an die Stadtgrenze!

Fokusraum „Osterbektal“

Der Osterbekkanal wandelt sich ab Dulsberg zum Bachlauf und die Landschaftsachse weitet sich zu einem grünen Tal auf. Die Vision sieht einen durchgehenden Park vor, der den Bach in diesem Abschnitt begleitet. Bisherige Barrieren – wie die private Nutzung von Teilflächen als Kleingärten, Einbauten und insbesondere die umständliche Querung der Nordschleswiger Straße – sollen dafür aufgehoben werden.

Lageplan Fokusraum "Osterbek-Grünzug" Fokusraum 1 - Osterbek-Grünzug vom Augustenburger Ufer bis Ostpreußenstieg
Lageplan Fokusraum Osterbektal BUKEA/Rabe Landschaften

Schon heute ist der Park am Augustenburger Ufer ein attraktiver und zum Teil naturnah gestalteter Erholungsraum. Mit einer Umwandlung der Kleingärten könnte der Park erweitert werden. An der Nordschleswiger Straße wäre Platz für einen Naschgarten. Die Einrichtung einer Fußgängerampel soll die Verbindung der beiden Parkabschnitte zusätzlich unterstützen.

Die Visualisierung zeigt die mögliche Verlegung und naturnahe Gestaltung der Osterbek im Fokusraum 1.
Fokusraum 1 - Osterbektal BUKEA/Rabe Landschaften

Entlang des Bachs werden im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts "Hamburg, deine Flussnatur" Maßnahmen vorgeschlagen, welche die Osterbek und ihre Ufer als Lebensraum für Pflanzen und Tiere stärken. Östlich der Nordschleswiger Straße verschwindet der Bach heute hinter Gehölzen und der U-Bahn-Trasse schnell aus dem Blick. Mit einer Verlegung der Osterbek in die öffentliche Grünfläche könnte die Aue zum Naturerlebnisraum werden und das Gewässer ohne die heutige bauliche Unterbrechung des Dükers (unter dem U-Bahn-Trog hindurch) offen fließen. 

Mit der Schließung einer kurzen Wegelücke innerhalb der nördlich angrenzenden Kleingartenanlage entsteht der „grüner Loop“ als neuer Rundweg.

Fokusraum „Park am Moorgrundteich“

Lageplan zum Fokusraum Park am Moorgrundteich
Fokusraum Park am Moorgrundteich BUKEA/Rabe Landschaften

Rund um den Moorgrundteich ist schon viel Grün zu sehen. Die Flächen werden jedoch bislang als Nebenflächen des Regenrückhalteteiches verwaltet und weisen noch nicht den Charakter eines Parks auf. Genau hier setzt die Vision für die Landschaftsachse an: Nördlich des Teiches sollen neue Flächen für eine öffentliche Erholungsnutzung im Grünen gewonnen werden. Die Gehölzsäume um den Teich sollen durch offene Wiesenflächen ergänzt werden, die gerahmt von schattenspendenden Bäumen kühle Spiel- und Aufenthaltsorte bieten.


Der Teich behält seine wasserwirtschaftliche Funktion als Retentionsgewässer für Starkregenereignisse. Zugleich sollen er und seine Ufer als Stillgewässer ökologisch aufgewertet werden. Damit die Osterbek dennoch besser fließt, könnte sie im Norden des Teichs als „Bypass“ geleitet werden – abgetrennt durch eine vorgelagerte Vegetationsinsel.

 

Die Visualisierung zeigt beispielhaft den neuen Park am Moorgrundteich im Fokusraum 2.
Fokusraum Park am Moorgrundteich in Bramfeld / Wandsbek BUKEA/Rabe Landschaften

Der bestehende Rundweg um den Teich soll ertüchtigt und die Zuwegung von Norden an der Haldesdorfer Straße zu einem einladenden Zugang zur Landschaftsachse ausgebaut werden. 
Ein kurzer Lückenschluss könnte außerdem ermöglichen, den Hauptweg durch das Gartengebiet parallel zur Osterbek weiter nach Osten zu führen, anstatt wie heute durch ein Wohnquartier. Die Kleingartenanlage wird als Teil des Grünen Netzes auch über einen weiteren neuen Weg, den „kühlen Kleingartenloop“, für Spaziergänger erschlossen. 

Ausblick

Skizze - Ausblick
Wie geht es weiter in der Landschaftsachse Osterbek? BUKEA/Rabe Landschaften

 

Das Konzept bündelt Wissen und setzt Schwerpunkte – die Arbeit jedoch geht weiter! Auf Basis der Vision werden in den nächsten fünf bis zehn Jahren Einzelprojekte entwickelt, weitere Beteiligungsformate durchgeführt und Finanzierungsmöglichkeiten untersucht. 

  • Ein Fokus des Bezirks Hamburg-Nord liegt auf der Erweiterung des Parks am Augustenburger Ufer über die Nordschleswiger Straße hinaus – und auch Richtung Westen. Zurzeit wird eine Machbarkeitsstudie zur Renaturierung des Kanals in diesem Bereich erstellt. 
  • Im Bezirk Wandsbek werden die Möglichkeiten zur Herstellung des Moorgrundparks geprüft. Dafür sind unter anderem Flächenübertragungen erforderlich.
  • Das Naturschutzgroßprojekt "Hamburg, deine Flussnatur" wird ab 2025 bis 2035 Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerökologie umsetzen.
  • Das Leitsystem, das für die Landschaftsachse Horner Geest entwickelt wurde, soll für die Landschaftsachse Osterbek angepasst und eingesetzt werden. 
  • Weiterer Klärungsbedarf besteht hinsichtlich des Umgangs mit der illegalen Kanulagerung entlang des Osterbekkanals und angrenzender Kanalabschnitten, die einige Uferzonen aus ökologischer Sicht deutlich beeinträchtigen. Zu dieser Fragestellung bedarf es eines gesamtstädtischen Lösungsansatzes.
  • Die zahlreichen Maßnahmenideen aus dem Gesamtkonzept stellen einen großen Pool an möglichen weiteren Projekten dar. Sie sollen schrittweise weiterverfolgt werden.

Es wurden viele Erkenntnisse gewonnen, von denen auch andere Landschaftsachsen profitieren können! Ein Ergebnis des Projekts ist der „Klimawegweiser“. Er zeigt, wie die Landschaftsachse mit Grünflächen, Gewässern, schattenspendenden Bäumen und ihrer Anbindung an das Umland das Stadtklima positiv beeinflusst. Es wird dabei auch deutlich, dass selbst in schmalen Abschnitten mit wenig Grün Potenziale für eine Abkühlung der Stadt und Steigerung der Lebensqualität bestehen. Das gilt auch für viele andere Orte in Hamburg!
 

Downloads

Freiraumplanerisches Gesamtkonzept Landschaftsachse Osterbek

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Visualisierung Park am Moorgrundteich

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Visualisierung Osterbektal

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Kontakt

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Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft