Was für ein Empfang! In den Eichtalpark gelangen Sie von der Ahrensburger Straße aus durch ein schmuckes Torhaus, das links und rechts von je einer Sphinx bewacht wird, und stehen bald vor weiten Rasenflächen mit mächtigen Bäumen. Darunter sind – der Parkname verrät es schon – zahlreiche Eichenarten, auch die in unseren Breiten seltene Libanon-Eiche, Färber- und Weideneiche. Ursprünglich war ein Teil dieser Parkanlage die Sommerresidenz des Wandsbeker Großindustriellen Lucas Lütkens, der dort in den 1830er-Jahren Eichen pflanzen ließ, um aus deren Rinde und Laub Gerbstoffe für seine nahe gelegene Lederfabrik zu gewinnen. Das repräsentative Eingangsgebäude wurde erst 1927 errichtet und beherbergte eine öffentliche Bedürfnisanstalt, der ehemalige Ausdruck für eine Toilettenanlage.. Bedürfnisse werden hier immer noch befriedigt, nämlich die nach Kunst und Kultur. Um das Veranstaltungsangebot im nun „Kultorhaus“ genannten Gebäude kümmert sich der Verein „Freunde des Eichtalparks“. Der Eichtalpark feiert nun sein 100-jähriges Bestehen. Das Anwesen der damals noch autarken Stadt Wandsbek wurde bereits am 20.06.1926 eine öffentliche Parkanlage.
Passend zu seinem hundertjährigen Bestehen wurde der Eichtalpark – unterstützt mit Bundesmitteln – zu einem beispielhaften Klimapark weiterentwickelt. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde die Anlage umfassend saniert und an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst.
Sanierte und neue Wege führen nun an zahlreichen neu gepflanzten und beschilderten „Klimabäumen“ entlang bis hin zu einem neu geschaffenen Auenbereich. Dieser übernimmt insbesondere bei zunehmenden Starkregenereignissen eine wichtige Funktion als Rückhalteraum für die dann auftretenden Wassermassen. Gleichzeitig wurden Engstellen in der Wandse beseitigt und die Durchgängigkeit für Fische wiederhergestellt, um einen naturnahen Flusslauf zu fördern.
Eine neue Brücke führt in eine ruhig gelegene Oase, die abseits des Großstadtlärms zum Entspannen einlädt. Durch einen alten Rotbuchenbe-stand verläuft ein Holzsteg zum ehemaligen Betriebshof, der heute das „Klimalabor“ beherbergt – das Zentrum der neuen Umweltbildungs-angebote. Auch das Verweilen am Wasser ist nun wieder möglich.
Entlang eines Rundwegs, des sogenannten „Klimaloops“, mit zehn Stationen und dem Klimalabor können Besucherinnen und Besucher die lokalen Auswirkungen des Klimawandels entdecken und sich dem Thema auf anschauliche und spielerische Weise nähern.