Bezug zum Klimawandel
Der Klimawandel äußert sich unter anderem in häufigeren und intensiveren Extremwetterereignissen. Vor allem Stürme und Hagelschauer verursachen dabei immer wieder schwere Schäden an Gebäuden. Zu den häufig gemeldeten witterungsbedingten Gebäudeschäden durch Sturm und Hagel zählen direkte Beschädigungen wie zerstörte Dächer, Fenster oder Rollläden, aber auch indirekte Schäden beispielsweise durch umgestürzte Bäume. Im Schadensfall entstehen mitunter hohe Kosten.
Schutz durch die Verbundene Wohngebäudeversicherung
Die Verbundene Wohngebäudeversicherung (VGV) kommt neben Schäden durch Feuer, Leitungswasser und Blitz auch für Sturm- und Hagelschäden auf. In Hamburg war im Jahr 2020 bereits für 100 % der Wohngebäude eine Verbundene Wohngebäudeversicherung abgeschlossen. Die Zahlen der Versicherungsunternehmen zu Anzahl und Ausmaß der versicherten Schäden durch Sturm und Hagel spiegeln deshalb das witterungsbedingte Schadgeschehen in der Hansestadt gut wider.
Nicht abgedeckt durch die übliche VGV sind Schäden, die durch Starkregen, Hochwasser und Sturmfluten sowie die damit verbundenen Überschwemmungen entstehen (s. Indikator Elementarschäden an Gebäuden). Hierfür bedarf es einer erweiterten Elementarschadenversicherung (eEV).
Beschreibung und Interpretation
Der Indikator zeigt die Entwicklung der Schadenhäufigkeit in der VGV, das heißt das Verhältnis der gemeldeten Schäden durch Sturm und Hagel zur Anzahl der versicherten Gebäude. Zusätzlich ist die durchschnittliche Höhe der gemeldeten Schäden pro Jahr dargestellt.
Zur bisher höchsten Schadenhäufigkeit in Hamburg kam es im Jahr 2002 infolge zweier Orkane im Februar und Oktober. In der jüngsten Vergangenheit treten die Jahre 2013, 2015 und 2017 hervor, als unter anderem die Stürme Christian (Oktober 2013), Elon / Felix (Januar 2015), Niklas (März 2015) sowie Xavier und Herwart (Oktober 2017) zu hohen Schadenhäufigkeiten führten. Zuletzt fällt die Bilanz für das sturmreiche Jahr 2022 gravierend aus: Vor allem die Folgen der drei Sturmtiefs Ylenia, Zeynep und Antonia im Februar ließen die Schadenhäufigkeit knapp unter den Rekordwert aus dem Jahr 2002 steigen.
Die mittlere Schadenhöhe pro Jahr ist über die Jahre signifikant gestiegen. Diese Entwicklung ist allerdings nicht eindeutig auf eine Zunahme der Intensität von Stürmen und Hagelereignissen zurückzuführen. Bauliche Maßnahmen, die an Gebäuden unter anderem zu Zwecken des Klimaschutzes ergriffen werden, lassen nicht nur den Wert der Gebäude und damit die Versicherungssummen steigen, sondern machen die Infrastruktur häufig auch empfindlicher. Dazu zählen die Außendämmung oder die Installation von Photovoltaik-Dachanlagen. Auch die Inflation wirkt sich auf den Schadendurchschnitt aus.