Elementarschäden an Gebäuden

Mit dem Klimawandel steigt das Risiko von Starkregen und Überschwemmungen. Gebäudeschäden durch diese Extremereignisse sind mit der üblichen Wohngebäudeversicherung nicht abgedeckt, hierfür muss eine erweiterte Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden. In den Daten zu Schadenhäufigkeit und Schadendurchschnitt in der erweiterten Elementarschadenversicherung schlagen sich die Folgen von Starkregen und Überschwemmungen deutlich nieder.

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft

Bezug zum Klimawandel

Infolge des Klimawandels treten Extremwetterereignisse häufiger und mit größerer Intensität auf. Unter anderem kommt es zu heftigeren Stark- und Dauerregenfällen (s. Indikator Starkregen). Starkniederschläge können direkt wie auch indirekt – als Ursache für Hochwasser und Überschwemmungen – zu schweren Schäden an Gebäuden und Infrastrukturen führen. 

Schutz durch die erweiterte Elementarschadenversicherung

Schäden, die durch Starkregen, Hochwasser und Sturmfluten sowie die damit verbundenen Überschwemmungen entstehen, sind durch die übliche Verbundene Wohngebäudeversicherung (VGV) nicht abgedeckt. Hierfür bedarf es einer erweiterten Elementarschadenversicherung (eEV). Obwohl in Hamburg aufgrund der Küstennähe ein erhöhtes Risiko für Hochwasser besteht, beträgt die Versicherungsdichte der eEV in Hamburg bisher nur 38 %. Dieser Wert liegt deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 54 %.

Aufgrund der niedrigen Versicherungsdichte in der eEV können die Versicherungsdaten die Entwicklung des Schadgeschehens in der Hansestadt nur eingeschränkt abbilden. Zum einen beeinflussen neue Vertragsabschlüsse den Indikatorverlauf: Zwischen 2015 und 2023 hat sich die Versicherungsdichte mehr als verdoppelt. Zum anderen schlagen sich nicht alle Extremereignisse, die Gebäudeschäden im Elementarbereich verursachen, zwingend in den Versicherungsdaten nieder, da sie Teilräume treffen können, in denen nur wenige Objekte versichert sind. Trotz dieser Einschränkungen lässt sich anhand der Daten der Einfluss ausgewählter Extremereignisse ablesen. 

Beschreibung und Interpretation

Der Indikator zeigt die Entwicklung der Schadenhäufigkeit in der eEV, das heißt das Verhältnis der gemeldeten Schäden zur Anzahl der versicherten Gebäude. Zusätzlich ist die durchschnittliche Höhe der gemeldeten Schäden pro Jahr dargestellt. Im August 2002 ließ heftiger Starkregen im Osten Deutschlands die Elbe anschwellen und führte als „Jahrhundertflut“ auch in Teilen Hamburgs zu hochwasserbedingten Schäden. Zusammen mit den Schäden durch weitere örtliche Starkregenfälle unter anderem im Juli im Südosten der Stadt kam es in diesem Jahr zu den bisher meisten Schäden bezogen auf hundert versicherte Risiken. Im Februar 2011 verursachte ein Niederschlagsgebiet mit langanhaltenden Regenfällen über Norddeutschland ein Binnenhochwasser in Hamburg. Schäden traten dabei vor allem in den nordöstlichen und östlichen Stadtteilen mit den Einzugsgebieten der Alster und ihrer Nebenflüsse auf.

Wie auch bei der VGV (s. Indikator Gebäudeschäden durch Sturm und Hagel) ist die mittlere Schadenhöhe pro Jahr über die Jahre signifikant gestiegen. Aufgrund des Einflusses der Inflation sowie baulicher Maßnahmen, die den Wert der Gebäude und damit die Versicherungssummen erhöhen, fallen auch die Schäden höher aus. Bei der Schadenhäufigkeit gibt es bisher keinen signifikanten Trend.

 

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