Vermehrt auftretende extrem starke oder lang anhaltende Niederschläge oder auch ausgeprägte Trockenperioden sind darauf zurückzuführen, dass sich mit dem Klimawandel häufiger stationäre Wetterlagen einstellen, also Wetterlagen, in denen sich über viele Tage oder auch mehrere Wochen hinweg das Wetter kaum verändert. Hintergrund ist, dass sich die Polregionen deutlicher erwärmen als die gemäßigten Breiten und infolgedessen die Temperaturunterschiede zwischen den Polen und den gemäßigten Breiten geringer werden. Dieses Phänomen führt dazu, dass die wettersteuernde Strömung bei uns schwächer wird und stationäre Wetterlagen häufiger werden. Auch die großen „Witterungsbildner“ wie das Azorenhoch, das Islandtief oder der Polarwirbel könnten sich dadurch ändern.
Für das Hamburger Klimafolgen-Monitoring wurde eine Trockenperiode als ein Ereignis mit Niederschlägen unter 0,3 mm an mindestens 10 Tagen in Folge mit einem möglichen Unterbrechungstag (beispielsweise durch ein Gewitter) definiert. Der Indikator bildet die jährliche Anzahl von Trockenperioden verschiedener Dauer im Zeitraum von April bis September ab. Zusätzlich ist die Gesamtzahl der Tage innerhalb aller Trockenperioden eines Jahres angegeben. Die Zeitreihen zeigen starke Schwankungen und keinen klaren Trend.
Vor allem der Zusammenhang mit den jahreszeitlichen Niederschlägen (s. Indikator Jahreszeitlicher Niederschlag) sowie der Temperatur wird aber deutlich: Rekordjahre wie 2003, 2018 oder 2020 mit Extremtemperaturen und außergewöhnlicher Trockenheit stechen heraus. Im Jahr 2003, als ganz Europa unter dem Einfluss eines stabilen Hochdruckgebiets stand, kam es mit 121 Tagen zu den bisher meisten Tagen innerhalb von Trockenperioden. Auch im Winter können Trockenperioden auftreten. So war der hydrologische Winter des Jahres 1974 außerordentlich niederschlagsarm. Im Jahr 1996 kam es in Hamburg zum trockensten hydrologischen Winter seit Beginn der Aufzeichnungen.
Mit Blick auf die steigenden Temperaturen in Verbindung mit den Veränderungen im Niederschlagsgeschehen ist zukünftig mit häufigeren und längeren Trockenperioden zu rechnen. Lang anhaltende Trockenheiten können die Wasserverfügbarkeit einschränken, führen aber in der Regel gleichzeitig auch zu einer erhöhten Nachfrage. Dadurch können zunehmend auch Nutzungskonkurrenzen zwischen Land- und Forstwirtschaft sowie der Wasserwirtschaft entstehen.
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