Das Klima und die Witterung steuern nicht nur die Grundwasserneubildung, sondern nehmen auch Einfluss auf den Verbrauch von Trink- und Brauchwasser. Infolge des Klimawandels verändert sich in Hamburg das Nutzungsverhalten: Vor allem in heißen und trockenen Sommermonaten kommt es zu einer steigenden Nachfrage.
Der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch der Hamburger Bevölkerung liegt bei rund 330.000 m³ Wasser pro Tag. Trockenheit und Hitze infolge des Klimawandels trugen in den vergangenen Jahren immer wieder dazu bei, dass Spitzenwasserverbräuche von über 400.000 m³ am Tag auftraten. Ab dieser Abgabemenge kommen derzeit sowohl die Gewinnungs- als auch Aufbereitungsanlagen der Hamburger Wasserwerke in den Bereich der Höchstlast. Im Hitzesommer des Jahres 2018 kam es bei überdurchschnittlich hohen Temperaturen und weit unterdurchschnittlichen Niederschlägen zu den meisten Tagen mit Verbrauchsspitzen seit 2008.
Unter anderem aufgrund des zunehmenden Einsatzes wassersparender Technologien sind in Hamburg zuletzt sowohl der jährliche Gesamtwasser- als auch der Pro-Kopf-Verbrauch gesunken. Innerhalb des Jahresverlaufs unterliegt der Trinkwasserverbrauch der Bevölkerung allerdings saisonalen Schwankungen und steigt insbesondere in den heißen Sommermonaten. Dies ist nicht nur auf einen erhöhten Bedarf an Wasser zum Trinken oder Duschen – für Letzteres steigt vor allem bei den jüngeren Menschen der Wasserverbrauch – sondern auch auf die zunehmende Nutzung privater Schwimmbecken und Pools zurückzuführen. Diese Becken haben in der Regel ein großes Fassungsvolumen und das Wasser wird teilweise monatlich bis wöchentlich gewechselt. Auf die Poolnutzung während der Sommermonate entfallen rund 6 % des gesamten jährlichen Trinkwasserverbrauchs der Haushalte im Stadtgebiet. In den Jahren 2020 und 2021 lag der Anteil der Haushalte am Gesamtwasserverbrauch höher als in den Vorjahren. Diese Entwicklung ist Folge der Covid 19-Pandemie, die den Wasserverbrauch der privaten Haushalte durch Homeoffice und Homeschooling ankurbelte.
Trotz Hitze und anhaltender Trockenheit kam es in den Jahren 2022 und 2024 zu keinen Spitzenwasserverbräuchen. Welche Ursachen neben Hitze und Trockenheit wie stark auf die Tagesabgabemenge Einfluss nehmen, lässt sich nicht abschließend bewerten. Möglicherweise spielt ein gesteigertes Sparverhalten im Haushalt unter anderem als Reaktion auf gestiegene Energiekosten eine Rolle. Für den Betrachtungszeitraum von 2008 bis 2024 ergab die statistische Analyse keinen signifikanten Trend.