Wetterbedingte Unterbrechungen der Stromversorgung

Das Leitungsnetz der Hamburger Stromversorgung ist kontinuierlich den Wetter- und Witterungseinflüssen ausgesetzt. Trotz aller Vorkehrungen zum Schutz der Infrastruktur kann es insbesondere bei Extremwetterereignissen zu Beschädigungen und dadurch verursachten Unterbrechungen der Stromversorgung kommen. Infolge des Klimawandels wird eine Zunahme von Extremwetterereignissen erwartet.

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft

Die Stromversorgung in Hamburg

Strom ist für eine Vielzahl von Anwendungen und Prozessen im Alltag unverzichtbar: Elektrische Energie ermöglicht den Betrieb von Haushaltsgeräten, industriellen Maschinen und medizinischen Geräten. Zudem ist sie essenziell für die Funktion von Kommunikations-, Transport- und Wasserversorgungssystemen. Die Stadt Hamburg wird von der Hamburger Energienetze GmbH mit Strom versorgt. Ihr Leitungsnetz umfasst rund 30.000 Kilometer. Der Großteil davon entfällt auf die Ebene der Niederspannung, mit der vor allem private Hausanschlüsse und Gewerbetreibende versorgt werden.

Bezug zum Klimawandel

Insbesondere Freileitungen und andere oberirdische Komponenten sind dauerhaft Wetter und Witterung ausgesetzt. Trotz aller Vorkehrungen zum Schutz der Infrastruktur kann es infolge von Extremwetterereignissen wie heftigen Stürmen, Hitzewellen und Überschwemmungen zu Schäden kommen. In schweren Fällen treten kurzzeitige Unterbrechungen der Stromversorgung auf. Der Indikator zeigt den jährlichen Anteil der wetterbedingten Unterbrechungen an allen ungeplanten Unterbrechungen im Hamburger Niederspannungsnetz in Prozent.

Beschreibung und Interpretation

Von den insgesamt knapp 22.000 Leitungskilometern im Hamburger Niederspannungsnetz entfallen rund 550 Kilometer auf Freileitungen. Da vor allem letztere – im Gegensatz zu unterirdisch verlegten Kabeln – von atmosphärisch bedingten Schäden betroffen sind, ist der Anteil der wetterbedingten Versorgungsunterbrechungen in Hamburg grundsätzlich niedrig. Der Einfluss des Wetters auf die Störungsstatistik wird in Hamburg allerdings insbesondere im Zusammenhang mit dem Sturmgeschehen deutlich: Im Jahr 2017 ließen mehrere Sturmtiefs mit orkanartigen Winden, darunter Herwart und Sebastian, den Anteil auf den bisherigen Höchstwert von etwa 6 % steigen. Mit den Orkanen Xaver und Christian im Jahr 2013 sowie den Sturmtiefs Ylenia und Zeynep im Jahr 2022 kam es auch in diesen Jahren zu häufigeren Unterbrechungen. Ein signifikanter Trend liegt nicht vor.

Aktiv zur Anpassung an Klimawandelfolgen

Die Sicherstellung einer zuverlässigen Stromversorgung hat für die Hamburger Energienetze GmbH oberste Priorität. Aus diesem Grund werden umfassende organisatorische und technische Maßnahmen zur schnellen Störungsbeseitigung sowie zum nachhaltigen Schutz der Infrastruktur umgesetzt. Gezielte Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel beinhalten eine hochwassersichere Platzierung von Netzanlagen im Hafenbereich sowie ein Programm zur Verkabelung der Niederspannungsfreileitungen.

Download

Unterbrechungen der Stromversorgung_Hamburg_Indikator-Kennblatt

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