Witterungsbedingte Unterbrechungen im ÖPNV

Die oberirdischen Teilstrecken der Hamburger U-Bahn stehen unter direktem Einfluss von Klima und Witterung. Mit häufigeren Extremereignissen wie Stürmen oder Starkregen steigt das Risiko für witterungsbedingte Störungen im Betriebsablauf. Vor allem im Jahr 2017 kam es im Zuge der Sturmtiefs „Sebastian“ und „Herwart“ aufgrund von Baumstürzen und Schäden an der Infrastruktur zu massiven Einschränkungen.

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft
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Mit schnellen und leistungsfähigen Zügen bildet die U-Bahn das Rückgrat des innerstädtischen Nahverkehrsnetzes in Hamburg. Rund zwei Drittel der Schienenstrecken verlaufen oberirdisch. Infolge des Klimawandels kommt es häufiger zu intensiveren Extremwetterereignissen wie Stürmen oder Starkregen, die zu Störungen im Betriebsablauf führen können. Neben Beschädigungen an Gleisen oder Betriebsanlagen wie Signalen zählen drohende oder erfolgte Baumstürze durch Stürme zu den häufigsten Ursachen für witterungsbedingte Unterbrechungen des Fahrbetriebs. Ein durchnässter Boden nach heftigem Regen sowie ein geschwächtes Wurzelsystem infolge von Hitze und langanhaltender Trockenheit können die Standhaftigkeit von Bäumen zusätzlich beeinträchtigen.

Längere und massivere Störungen, die einen Schienenersatzverkehr erfordern und sich damit stark auf den U-Bahnbetrieb auswirken, erfasst die Hamburger Hochbahn AG in einer eigenen Statistik. Auf Basis dieser Daten zeigt der Indikator die jährliche Gesamtdauer der Unterbrechungen des U-Bahnbetriebs durch Schäden an der Infrastruktur oder durch Behinderungen des Linienwegs, die direkt oder indirekt auf den Einfluss der Witterung zurückzuführen sind.

Der Verlauf der Zeitreihe von 2011 bis 2024 zeigt deutliche Schwankungen, was typisch für Zeitreihen ist, die von Extremereignissen geprägt werden. Die Unterbrechungen des U-Bahnbetriebs im Jahr 2013 gehen vor allem auf das Orkantief „Christian“ zurück, das im Oktober in weiten Teilen Nord- und Nordwestdeutschlands den öffentlichen Verkehr einschränkte. Auf den Linien U1 und U3 kam es zu schweren Schäden an den Gleis- und Betriebsanlagen sowie zu zahlreichen Baumstürzen. Auch der Orkan „Xaver“, der im Dezember desselben Jahres eine der höchsten Sturmfluten in der Geschichte der Hansestadt verursachte, wirkte sich auf die Betriebsabläufe aus. Im Jahr 2015 schränkten die beiden Sturmtiefs Niklas und Zoran den Hamburger U-Bahnverkehr mit Baumstürzen und Schäden insbesondere auf dem östlichen Abschnitt der U1 ein. Die bisher längste Gesamtdauer der witterungsbedingten Unterbrechungen wurde 2017 verzeichnet: Ein Gewitterkomplex im Juni sowie die Sturmtiefs „Sebastian“ und „Herwart“ verursachten massive Einschränkungen im Betriebsablauf auf allen Linien. Baumstürze waren auch in den Jahren ab 2020 die Hauptursache für Unterbrechungen. Zuletzt kam es allerdings immer seltener zu witterungsbedingten Störungen des U-Bahnverkehrs. Für die Zeitreihe ergibt sich dadurch ein quadratisch sinkender Trend.

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