Die vorläufige Verursacherbilanz des Statistikamtes Nord weist eine leichte Erhöhung von 9.000 t für das Jahr 2024 aus und damit 0,1 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Um die laut Klimazielen der Stadt Hamburg vorgesehenen 70 Prozent bis 2030 (gegenüber 1990) zu erreichen, müssen in den kommenden Jahren weitere 27,2 Prozent des klimaschädlichen Gases reduziert werden.
Die Entwicklungen der Jahre 2022 und 2023 waren durch die Energie- und Wirtschaftskrise geprägt, wodurch es zu einer gesunkenen Verfügbarkeit an Erdgas kam und in der Hamburger Industrie zu einem deutlichen Rückgang des Strom– und Gasverbrauchs. In der vorläufigen Verursacherbilanz 2024 zeigt sich eine leichte Erholung der Hamburger Industrie in einem Wiederanstieg des Energieverbrauchs gegenüber dem Vorjahr. Der deutliche Ausbau der Erzeugungskapazitäten erneuerbarer Energien konnte die zusätzlichen Emissionen aus dem Anstieg des Energieverbrauchs ausgleichen. Der Emissionsfaktor für Strom ist von 365 auf 342 g CO2/kWh gesunken.
Die deutliche Reduktion der CO2-Emissionen aus den Jahren 2022 und 2023 konnte damit im Jahr 2024 konstant gehalten werden.
CO2-Emissionen in Hamburg nach Sektoren
Die erfassten CO2-Emissionen werden in der Verursacherbilanz den Endenergieverbrauchssektoren (Sektoren) zugeordnet:
- Privathaushalte (PHH)
- Gewerbe / Handel / Dienstleistung (GHD)
- Industrie
- Verkehr
Die vier Sektoren verursachten folglich in 2024 jeweils zwischen 21 und 29 Prozent der Gesamtemissionen.
Die CO2-Emissionen der Sektoren haben sich gegenüber dem Vorjahr folgendermaßen entwickelt:
- PHH: - 157 Tsd.t
- GHD: - 46 Tsd.t
- Industrie: + 173 Tsd.t
- Verkehr: + 39 Tsd.t
Verursacherbilanz – Hamburger Klimaziele
Die Erfassung und Auswertung der Hamburger CO2-Bilanz erfolgt durch das Statistikamt Nord gemäß der zwischen den Ländern abgestimmten Bilanzierungsmethodik des Länderarbeitskreises Energiebilanzen (LAK). Sie erfasst die aus der energetischen Verwendung von Brenn- und Kraftstoffen resultierenden energiebedingten CO2-Emissionen.
Hamburg orientiert sich bei seinen derzeit geltenden Klimazielen an der Verursacherbilanz. Die Verursacherbilanz stellt die CO2-Emissionen anhand des Endenergieverbrauchs dar und hat somit einen direkten Bezug zum Verbrauchsverhalten. Damit werden die durch die Klimaschutzmaßnahmen in Hamburg beeinflussbaren Faktoren abgebildet.
In die Berechnung der Verursacherbilanz fließen ein:
- Primärenergieträger (z.B. Kohle und Erdgas)
- Sekundärenergieträger (z.B. Wärme und Strom)
Vorjahresschätzbilanz
Die endgültige Verursacherbilanz des Statistikamtes Nord liegt erst rund 21 Monate nach Ende des Bilanzjahres vor. Daher wird zusätzlich nach ca. 15 Monaten eine vorläufige Verursacherbilanz durch das Statistikamt Nord erstellt, bei der noch nicht vorliegende Daten geschätzt werden.
Um noch frühzeitiger Auskunft zur Entwicklung der CO2-Emissionen Hamburgs geben zu können, wird derzeit eine Vorjahresschätzbilanz entwickelt. Diese soll gemäß § 4 Absatz 4 des HmbKliSchG künftig sechs Monate nach Ablauf des zu berichtenden Bilanzjahres vorliegen. Wenn die Schätzbilanz eine Überschreitung der Jahresemissionsmenge aufweist, muss soweit möglich ein Sofortprogramm aufgesetzt werden.
Die erste Schätzbilanz gemäß HmbKliSchG wird im Jahr 2026 bezogen auf das Jahr 2025 erstellt werden. Da für das Jahr 2025 noch keine Jahresemissionsgesamtmenge gilt, findet die Regelung zu Sofortprogrammen noch keine Anwendung. Die Schätzbilanz für das Jahr 2026 muss bis zum 30. Juni 2027 vorgelegt werden. Dann wird erstmals geprüft werden, ob die für das Jahr 2026 festgelegte Jahresemissionsgesamtmenge eingehalten wurde.
Quellenbilanz – Einfluss der Industrie und Energieerzeugung
Die Quellenbilanz beschreibt die direkt aus dem Primärenergieverbrauch entstehenden CO2-Emissionen und wird besonders durch große Industrie- und Energieerzeugungsanlagen geprägt.
Für Hamburg ist der starke Anstieg der CO2-Emissionen nach der Quellenbilanz für 2014 bis 2019 durch den Betrieb des Kohlekraftwerks in Moorburg zu erklären. Dieses wurde zwar erst 2021 vollständig abgeschaltet, der hauptsächliche Betrieb erzeugte allerdings nur von 2014 bis 2019 in der Quellenbilanz erkennbare Emissionen.
Die vorläufige Bilanz für das Jahr 2024 sowie die Bilanzen für die Vorjahre finden Sie beim Statistikamt Nord. Die endgültige Bilanz 2024 wird voraussichtlich im Herbst 2026 veröffentlicht.