Bilanz des Statistikamtes Nord für 2024

CO2-Emissionen in Hamburg

Nach einem signifikanten Rückgang der Emissionen im Jahr 2023 um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr, zeigen die CO2-Emissionen in 2024 mit einem weiter bestehenden Rückgang von 42,8 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 einen Seitwärtstrend.

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft
Verusacherbilanz CO2 Emissionen 1990-2024
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft

Die vorläufige Verursacherbilanz des Statistikamtes Nord weist eine leichte Erhöhung von 9.000 t für das Jahr 2024 aus und damit 0,1 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Um die laut Klimazielen der Stadt Hamburg vorgesehenen 70 Prozent bis 2030 (gegenüber 1990) zu erreichen, müssen in den kommenden Jahren weitere 27,2 Prozent des klimaschädlichen Gases reduziert werden.  

Die Entwicklungen der Jahre 2022 und 2023 waren durch die Energie- und Wirtschaftskrise geprägt, wodurch es zu einer gesunkenen Verfügbarkeit an Erdgas kam und in der Hamburger Industrie zu einem deutlichen Rückgang des Strom– und Gasverbrauchs. In der vorläufigen Verursacherbilanz 2024 zeigt sich eine leichte Erholung der Hamburger Industrie in einem Wiederanstieg des Energieverbrauchs gegenüber dem Vorjahr. Der deutliche Ausbau der Erzeugungskapazitäten erneuerbarer Energien konnte die zusätzlichen Emissionen aus dem Anstieg des Energieverbrauchs ausgleichen. Der Emissionsfaktor für Strom ist von 365 auf 342 g CO2/kWh gesunken.

Die deutliche Reduktion der CO2-Emissionen aus den Jahren 2022 und 2023 konnte damit im Jahr 2024 konstant gehalten werden.

CO2-Emissionen in Hamburg nach Sektoren

Die erfassten CO2-Emissionen werden in der Verursacherbilanz den Endenergieverbrauchssektoren (Sektoren) zugeordnet:

  • Privathaushalte (PHH)
  • Gewerbe / Handel / Dienstleistung (GHD)
  • Industrie
  • Verkehr

Die vier Sektoren verursachten folglich in 2024 jeweils zwischen 21 und 29 Prozent der Gesamtemissionen.

Verusacherbilanz2024_1
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft

Die CO2-Emissionen der Sektoren haben sich gegenüber dem Vorjahr folgendermaßen entwickelt:

  • PHH:                - 157 Tsd.t
  • GHD:               - 46 Tsd.t
  • Industrie:        + 173 Tsd.t
  • Verkehr:          + 39 Tsd.t

Verursacherbilanz – Hamburger Klimaziele

Die Erfassung und Auswertung der Hamburger CO2-Bilanz erfolgt durch das Statistikamt Nord gemäß der zwischen den Ländern abgestimmten Bilanzierungsmethodik des Länderarbeitskreises Energiebilanzen (LAK). Sie erfasst die aus der energetischen Verwendung von Brenn- und Kraftstoffen resultierenden energiebedingten CO2-Emissionen.

Hamburg orientiert sich bei seinen derzeit geltenden Klimazielen an der Verursacherbilanz. Die Verursacherbilanz stellt die CO2-Emissionen anhand des Endenergieverbrauchs dar und hat somit einen direkten Bezug zum Verbrauchsverhalten. Damit werden die durch die Klimaschutzmaßnahmen in Hamburg beeinflussbaren Faktoren abgebildet.

In die Berechnung der Verursacherbilanz fließen ein:

  • Primärenergieträger (z.B. Kohle und Erdgas)
  • Sekundärenergieträger (z.B. Wärme und Strom)

Vorjahresschätzbilanz

Die endgültige Verursacherbilanz des Statistikamtes Nord liegt erst rund 21 Monate nach Ende des Bilanzjahres vor. Daher wird zusätzlich nach ca. 15 Monaten eine vorläufige Verursacherbilanz durch das Statistikamt Nord erstellt, bei der noch nicht vorliegende Daten geschätzt werden. 

Um noch frühzeitiger Auskunft zur Entwicklung der CO2-Emissionen Hamburgs geben zu können, wird derzeit eine Vorjahresschätzbilanz entwickelt. Diese soll gemäß § 4 Absatz 4 des HmbKliSchG künftig sechs Monate nach Ablauf des zu berichtenden Bilanzjahres vorliegen. Wenn die Schätzbilanz eine Überschreitung der Jahresemissionsmenge aufweist, muss soweit möglich ein Sofortprogramm aufgesetzt werden.

Die erste Schätzbilanz gemäß HmbKliSchG wird im Jahr 2026 bezogen auf das Jahr 2025 erstellt werden. Da für das Jahr 2025 noch keine Jahresemissionsgesamtmenge gilt, findet die Regelung zu Sofortprogrammen noch keine Anwendung. Die Schätzbilanz für das Jahr 2026 muss bis zum 30. Juni 2027 vorgelegt werden. Dann wird erstmals geprüft werden, ob die für das Jahr 2026 festgelegte Jahresemissionsgesamtmenge eingehalten wurde.

Quellenbilanz – Einfluss der Industrie und Energieerzeugung

Die Quellenbilanz beschreibt die direkt aus dem Primärenergieverbrauch entstehenden CO2-Emissionen und wird besonders durch große Industrie- und Energieerzeugungsanlagen geprägt.

Quellenbilanz 2024
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft

Für Hamburg ist der starke Anstieg der CO2-Emissionen nach der Quellenbilanz für 2014 bis 2019 durch den Betrieb des Kohlekraftwerks in Moorburg zu erklären. Dieses wurde zwar erst 2021 vollständig abgeschaltet, der hauptsächliche Betrieb erzeugte allerdings nur von 2014 bis 2019 in der Quellenbilanz erkennbare Emissionen.

Die vorläufige Bilanz für das Jahr 2024 sowie die Bilanzen für die Vorjahre finden Sie beim Statistikamt Nord. Die endgültige Bilanz 2024 wird voraussichtlich im Herbst 2026 veröffentlicht.

Zum Weiterlesen

das Logo der Hamburg Sustainability Week, bunte Balken in Farben der SDGs
HSC gGmbH
Klima-Speed-Dating | 30. Juni 2026 | 17:00 – 19:00 | HADLEY‘s

Triff Menschen, die Klimaschutz in Hamburg voranbringen!

Du hast Fragen an Expert:innen, die sich für Klimaschutz in Hamburg einsetzen? Dann bist du bei unserem Klima-Speed-Dating im Rahmen der Hamburg Sustainability Week genau richtig!

Ausschnitt aus der Starkregengefahrenkarte mit Legende
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
Eigenvorsorge

So schützen Sie sich

Hier kriegen Sie einen ersten Überblick darüber, wie sich der Klimawandel auf Ihrem Grundstück manifestieren kann und wie Sie damit umgehen können.

LGV
Klimaanpassung in Hamburg

Gut vorbereitet auf die Folgen des Klimawandels mit der Klimaanpassungsstrategie

Extremwetterereignisse werden häufiger – und stellen Hamburg vermehrt vor Herausforderungen. Die Klimaanpassungsstrategie soll die Stadt und die Hamburgerinnen und Hamburger gut gegen diese Gefahren wappnen und die Stadt fit für die Folgen des Klimawandels machen.