Ergebnis der Schätzbilanz
Die CO₂-Emissionen in Hamburg betrugen laut Schätzbilanz 2025 12,037 Mio. Tonnen. Nach einem signifikanten Rückgang um zehn Prozent im Jahr 2023 und einem Seitwärtstrend im Jahr 2024 stiegen die Emissionen 2025 gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent. Im Vergleich zum Basisjahr 1990 ergibt sich ein Rückgang um 41,3 Prozent.
Eine Ursache des Ergebnisses ist unter anderem der gegenüber einem milden Winter 2024 deutlich kältere im Jahr 2025. Dadurch stieg der Energieverbrauch bei den Heizenergieträgern Fernwärme und Erdgas. Die sich leicht fortsetzende wirtschaftliche Erholung der Unternehmen hat zudem zu einer Erhöhung der Produktionsleistung und damit insbesondere des Stromverbrauchs geführt. Durch eine zunehmende Elektrifizierung des Straßenverkehrs gab es außerdem eine leichte Erhöhung des Stromverbrauchs.
Der gestiegene Energieverbrauch konnte nur teilweise durch die fortschreitende Dekarbonisierung von Strom und Fernwärme ausgeglichen werden. Für den Bundesstrommix wurde in der Schätzbilanz lediglich eine Emissionsverbesserung von rund 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr angenommen. Die Dekarbonisierung des Stroms, die in der Verantwortung des Bundes liegt und eine Schlüsselrolle für die Erreichung der Klimaziele spielt, liegt deutlich unter der Entwicklung der vergangenen Jahre.
Für die Hamburger Fernwärme wird dagegen eine deutliche Emissionsminderung angenommen. Gründe hierfür sind die verstärkte Nutzung industrieller Abwärme sowie zusätzliche Abwärmenutzung an der Müllverwertungsanlage Borsigstraße. Dadurch konnte der Einsatz von Kohle reduziert und die Emission je Kilowattstunde gegenüber dem Vorjahr um rund 13 Prozent gesenkt werden.
Hintergrund der Schätzbilanz
Die CO₂-Emissionen der Freien und Hansestadt Hamburg werden jährlich im Rahmen der amtlichen Verursacherbilanz des Statistikamts für Hamburg und Schleswig-Holstein ermittelt. Die vorläufigen Ergebnisse liegen in der Regel etwa 15 Monate nach Ende des Bilanzjahres vor.
Um frühzeitiger Aussagen zur Emissionsentwicklung treffen zu können, wurde ergänzend die Schätzbilanz entwickelt. Sie wird gemäß § 4 Abs. 4 HmbKliSchG sechs Monate nach Ablauf des Bilanzjahres vorgelegt und ermöglicht so eine frühere Einschätzung der CO₂-Entwicklung in Hamburg.
Für die Erstellung der Energiebilanz hat die zuständige Umweltbehörde gemeinsam mit dem Statistikamt Nord eine Energiebilanzschätzung bei den Instituten Energy Environmental Forecast Analysis (EEFA) und Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) beauftragt. Beide Institute sind Mitglieder der AG Energiebilanzen Deutschland und erstellen auch Frühschätzungen und Energiebilanzen für das Umweltbundesamt. Die für Hamburg entwickelte Methodik orientiert sich am Bundesverfahren und wurde an die hamburgspezifischen Datenlage und Bilanzmethodik angepasst. Da zum Zeitpunkt der Erstellung noch nicht alle erforderlichen Daten vorliegen, müssen für einen Teil der Daten Schätzungen vorgenommen werden. Das verwendete Modell kombiniert bereits verfügbare Daten mit einem ökonometrischen Prognosemodell und berücksichtigt hamburgspezifische Rahmenbedingungen.
Download Methodik der Schätzbilanz
Die Schätzbilanz 2025 wurde erstmals nach dieser Methodik erstellt und hat Pilotcharakter. Die Ergebnisse werden nach Vorliegen der Verursacherbilanz des Statistikamts Nord im Frühjahr 2027 überprüft und die Methodik sukzessive weiterentwickelt.
Für die Pilotschätzbilanz 2025 erfolgt keine Prüfung der Einhaltung der Jahresemissionsgesamtmenge gemäß § 4 Abs. 5 HmbKliSchG. Diese Prüfung ist erstmals mit der weiterentwickelten Schätzbilanz 2026 vorgesehen.