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Mischwassersielüberläufe

Infolge von Starkregenereignissen oder flächendeckendem Dauerregen kann es zu Belastungsspitzen in der Kanalisation kommen, die eine kontrollierte Entlastung von Sielen an Überlaufschwellen erfordern. Schadstoffe, die mit dem ungereinigten Mischwasser in angrenzende Gewässer gelangen, können die Wasserqualität beeinträchtigen. Um Überlaufmengen zu reduzieren, wird das Sielsystem an die wachsenden Kapazitätsansprüche angepasst.

Mit einer Gesamtlänge von mehr als 5.800 km verfügt die Stadt Hamburg über eine weit verzweigte, leistungsfähige Kanalisation. Sie ist in Teilen als Mischsystem konzipiert, dessen Kanäle Regen- sowie Abwasser transportieren. Vor allem in diesem mischbesielten Bereich können große Wassermengen stellenweise zu einer Überschreitung der Sielkapazitäten führen. Wo beispielsweise aufgrund von Platzmangel keine ausreichend dimensionierten Speicher- und Sammelbecken bestehen, dienen Überlaufschwellen der Entlastung. Sie verhindern Überflutungen des öffentlichen Straßenraums oder von Gebäuden mit kommunalem Abwasser. Überläufe gelangen als unbehandeltes Mischwasser direkt in angrenzende Gewässer. Als Folge können Schadstoffe wie Antibiotika oder sauerstoffzehrende Stoffe Wasserqualität und Gewässerökosysteme beeinträchtigen.

Die Überlaufmengen sind abhängig von Niederschlagsmenge und -intensität. In der Regel kommt es in regenreicheren Jahren zu größeren Überlaufmengen als in Jahren mit geringen Niederschlägen. Im hydrologischen Sommerhalbjahr liegen die Überlaufmengen der Mischkanalisation zudem rund dreimal höher als im hydrologischen Winterhalbjahr. Dies liegt zum einen daran, dass in Hamburg im Sommer mehr Niederschlag fällt als im Winter. Zum anderen treten im Sommerhalbjahr häufiger intensive Starkregenereignisse auf, bei denen dem Sielsystem innerhalb kurzer Zeit große Regenmengen zufließen. Im Jahr 2016, als es mit knapp 500.000 m³ zur größten sommerlichen Überlaufmenge zwischen 2015 und 2022 kam, fiel der im Vergleich zum Vorjahr etwas geringere Niederschlag häufiger als extremer Starkregen (s. Indikator Starkregen). Im regenarmen Jahr 2018 fielen die geringsten Überlaufmengen des Betrachtungszeitraums an.

Die Trendanalyse ergab einen fallenden Trend für die Überlaufmenge. Für die Niederschlagsmenge liegt kein statistisch signifikanter Trend vor. Da der Indikator unter dem Einfluss von unregelmäßig auftretenden Extremereignissen steht, sind für belastbare Trendanalysen deutlich längere Zeitreihen erforderlich.

Das Sielsystem wird im Rahmen der finanziellen und bautechnischen Möglichkeiten weiter ausgebaut. So sollen künftig die ohnehin in Hamburg vergleichsweise niedrigen Überlaufmengen weiter reduziert werden. Diese Maßnahmen dienen zum einen der vorbeugenden Anpassung an die zu erwartenden häufigeren Belastungsspitzen infolge von zunehmenden Starkregenereignissen. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass bei einer Erhöhung der Auslastung durch den Anschluss weiterer Flächen und Haushalte sowie den steigenden Wasserverbrauch der Hamburger Bevölkerung zusätzliche Mischwassersielüberläufe entstehen.

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D-VE-3_Mischwassersielüberläufe_Hamburg_Indikator-Kennblatt

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