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Tideverhältnisse

Die Gezeiten an der Nordsee wirken über die Elbe bis in das Hamburger Stadtgebiet hinein. Das Abschmelzen der Polkappen sowie die Erwärmung der Ozeane lassen den Meeresspiegel und damit das mittlere Tidehoch- und Tideniedrigwasser ansteigen. Dies machen Beobachtungen bei Cuxhaven an der Elbmündung deutlich. Am Pegel St. Pauli im Hamburger Hafen sind diese Entwicklungen nach wie vor stark von baulichen Maßnahmen überlagert: Der Tidehub hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen.


Durch ihre Küstennähe steht die Stadt Hamburg unter dem Einfluss der Gezeiten. Im Wechselspiel von Ebbe und Flut variiert der Wasserstand am Pegel Cuxhaven, im Mündungsbereich der Elbe, um rund 3 Meter. Im Bereich des Hamburger Hafens beträgt die Differenz zwischen gezeitenbedingt höchstem und niedrigstem Wasserstand (Tidehub) aufgrund der Trichterwirkung des Elbästuars sogar bis zu 4 Meter. Über die letzten 70 Jahre zeigen sich Veränderungen der Tideverhältnisse an der Nordseeküste und in der Hansestadt, die unter anderem eine Folge des Klimawandels sind: Steigende Wassertemperaturen und das Abschmelzen von Gletschern in der Antarktis und auf Grönland führen zu einem Anstieg des Meeresspiegels, der sich auf die Tidehoch- und -niedrigwasserstände auswirkt.

An den Daten des Pegels Cuxhaven, der nur wenig anthropogen beeinflusst ist, lassen sich die klimawandelbedingten Tideveränderungen besonders deutlich erkennen: Sowohl das mittlere Tidehoch- als auch Tideniedrigwasser sind an der Elbmündung im Verlauf der Zeitreihe signifikant gestiegen. Während anfangs das mittlere Tidehochwasser stärker zunahm als in den letzten Jahren, stieg ab dem Beginn der 1980er Jahre das mittlere Tideniedrigwasser deutlicher an. Am Pegel St. Pauli überlagern hingegen die Auswirkungen umfangreicher baulicher Maßnahmen stark die klimawandelbedingte Entwicklung der Tideverhältnisse: Fahrrinnenausbauten in der Elbe, Veränderungen von Wasserflächen im Hafen, Hochwasserschutzmaßnahmen oder Absperrungen von Nebenflüssen, die insbesondere in den 1960er und 1970er umgesetzt wurden. Durch das auch hier signifikant steigende mittlere Tidehochwasser, aber das gleichzeitig signifikant sinkende Tideniedrigwasser hat sich der Tidehub in den vergangenen 70 Jahren erhöht. Beobachtungen seit Mitte des 19. Jahrhunderts zeigen, dass der Tidehub in St. Pauli von unter 2 m auf 3,8 gestiegen ist. Bei in Zukunft reduzierten baulichen Eingriffen ist zu erwarten, dass mit dem Meeresspiegel auch das mittlere Tideniedrigwasser ansteigt und sich der Tidehub dadurch wieder verringern wird.

Die Tideverhältnisse spielen eine wichtige Rolle für das Management des Hafens. Da mit der Flut mehr Sediment und Schwebstoffe ins Landesinnere gelangen als mit der Ebbe wieder herausgetragen werden, kommt es zu einer Verringerung der Wassertiefe. Um die Schifffahrt im Hamburger Hafen dauerhaft zu gewährleisten, müssen daher immer wieder frische Sedimentablagerungen vom Boden der Fahrrinne, der Zufahrten und der Liegeplätze entfernt werden.

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D-KHWS-2_Tideverhältnisse_Hamburg_Indikator-Kennblatt

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