Fledermäuse: Unverzichtbare Jäger der Nacht
Fledermäuse gehören zu den faszinierendsten und zugleich wertvollsten Tierarten in unseren Wäldern und Städten. In Deutschland sind 25, in Hamburg 14 Arten heimisch – und alle stehen unter strengem Schutz. Als nachtaktive Insektenfresser leisten sie einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht. Viele Arten gelten jedoch als gefährdet, vor allem durch den Verlust geeigneter Lebensräume, den Einsatz von Pestiziden sowie Störungen während des Winterschlafs. Umso bedeutender ist es, dass wir ihre Lebensräume erhalten und gezielt Maßnahmen zum Schutz dieser Tiere ergreifen.
Wie kann ich Fledermäusen helfen?
Wenn Sie eine Fledermaus finden, die scheinbar verletzt ist oder Hilfe benötigt, sollten Sie einige Grundregeln beachten. Fledermäuse sind Wildtiere und sollten nicht als Haustiere gehalten werden. Ihre Pflege erfordert spezielles Wissen und Geduld. Hier sind einige Hinweise, wie Sie richtig mit Fledermäusen umgehen:
- Sicherheit geht vor: Fledermäuse sollten nur mit Handschuhen angefasst werden, da sie in Panik beißen könnten. Ihre Zähne sind klein, aber scharf. Außerdem können sie Krankheiten übertragen, auch wenn dies sehr selten vorkommt.
- Erste Hilfe bei geschwächten Fledermäusen: Wenn die Fledermaus am Boden liegt und nicht fliegen kann, könnte sie erschöpft oder verletzt sein. Setzen Sie das Tier vorsichtig in einen Karton mit Luftlöchern und einem weichen Tuch, auf dem es sich festhalten kann. Stellen Sie den Karton an einen ruhigen, dunklen Ort.
- Fütterung: Fledermäuse fressen in der Regel Insekten. Wenn Sie das Tier pflegen müssen, können Sie ihr Wasser in einer flachen Schale anbieten. Füttern Sie sie jedoch nicht eigenständig, da dies spezielle Kenntnisse erfordert und die falsche Nahrung der Fledermaus schaden könnte.
- Kontaktieren Sie Expert:innen: Wenn Sie eine verletzte oder kranke Fledermaus finden, wenden Sie sich schnellstmöglich an eine Fledermausstation, Tierärzt:innen oder den lokalen Naturschutzbund (NABU). Diese Expert:innen können das Tier fachgerecht versorgen und gegebenenfalls wieder freilassen. In Hamburg ist dies die Arbeitsgruppe Fledermäuse vom NABU.
- Winterquartiere schützen: Fledermäuse halten Winterschlaf und suchen sich dafür geschützte Orte wie Dachböden, Kellerräume oder Höhlen. Wenn Sie wissen, dass Fledermäuse bei Ihnen überwintern, stören Sie sie bitte nicht. Vermeiden Sie laute Geräusche und plötzliche Temperaturänderungen.
- Sommerquartiere und Wochenstuben schützen: Im Sommer ziehen Fledermäuse ihre Jungtiere in sogenannten Wochenstuben groß - häufig auf Dachböden, hinter Fassadenverkleidungen oder in Gebäudespalten. Diese Quartiere sind sehr störungsempfindlich. Vermeiden Sie daher Baumaßnahmen oder Veränderungen an Zugängen zwischen Mai und August und lassen Sie die Tiere ungestört, bis alle Jungtiere flugfähig sind. Wird bei Arbeiten unerwartet ein Quartier entdeckt, bitte umgehend Expert:innen informieren. Weitere Hinweise zu Sanierungen finden Sie in unserer Broschüre "Energetische Sanierung und Artenschutz".
- Fledermauskästen aufhängen: Eine einfache Möglichkeit, Fledermäusen zu helfen, besteht darin, Fledermauskästen im Garten oder an Gebäuden aufzuhängen. Diese Kästen bieten den Tieren einen sicheren Unterschlupf, besonders in Gebieten, wo natürliche Nistmöglichkeiten knapp sind.
Fledermäuse und Holzstapel
Holzstapel, insbesondere in Gärten oder an Gebäuden, können für Fledermäuse wichtige Winterquartiere darstellen. In den Zwischenräumen finden sie geschützte, frostfreie Verstecke für den Winterschlaf. Daher sollten Holzstapel in der kalten Jahreszeit möglichst nicht umgesetzt, abgetragen oder stark umgeschichtet werden. Wenn Arbeiten notwendig sind, empfiehlt es sich, diese auf die warme Jahreszeit zu verlegen oder den Stapel vorsichtig zu kontrollieren, um schlafende Tiere nicht zu stören oder zu gefährden.
Zusammenfassung
Fledermäuse sind faszinierende und nützliche Tiere, die in unserer Umgebung oft unbemerkt ihre wichtige Arbeit verrichten. Wenn Sie auf eine Fledermaus treffen, die Hilfe benötigt, ist es wichtig, richtig zu handeln. Mit den genannten Hinweisen und durch die Unterstützung von Expert:innen können Sie dazu beitragen, diese faszinierenden Tiere zu schützen und zu pflegen. Denken Sie daran: Jede Fledermaus zählt!
Weiterführende und ausführlichere Informationen finden Sie unten bei den Downloads als PDF. Dort haben wir für Sie die wichtigsten und rechtlichen Hinweise sowie Beispiele und Links bereitgestellt.